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    Barny Bitterwolf und Wolfgang Heyer

    Die schwäbischen Doppelpacker begeistern das Publikum in Ziegelbach

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    Foto: Ulrich Gresser
    Und dann macht es „plopp“: Albrecht Siegel, Chef des Landwirtschaftsamtes, Wolfgang Heyer, der badische Gast Hans und Barde Barny Bitterwolf hatten viel Spaß miteinander auf der Bühne des Dorfstadels (von links nach rechts).
    veröffentlicht am: 26.01.2024
    Autor: Ulrich Gresser
    Lesedauer: ca. 4 Minuten

    Bad Wurzach/Ziegelbach – Zum ersten Comedy-Abend nach Corona lud der VLF (Verein für Landwirtschaftliche Fachbildung) Ravensburg-Bad Waldsee in den Dorfstadel Ziegelbach ein. Mit dem schwäbischen Barden Barny Bitterwolf und dem schwäbischen Poetry-Slammer Wolfgang Heyer hatte sich der Verein zwei komödiantische Hochkaräter aus der Region geangelt, die im Doppelpack für beste Stimmung bei den rund 250 Gästen sorgten.

    Erzkomödianten: Wolfgang Heyer (links) und Barny Bitterwolf. Foto: Uli Gresser

    Seit dem letzten Comedy-Abend des Vereines, damals noch als VLF Bad Waldsee, ist viel passiert, wie der Leiter des Landwirtschaftsamtes und Fachschulleiter, Albrecht Siegel, zu Beginn des Abends sagte. Robert Wespel, Vorsitzender aus Kisslegg des inzwischen durch Fusion entstandenen VLF Leutkirch-Wangen, erläuterte kurz die Details zu den Zusammenschlüssen (der VLF Bad Waldsee ist mit dem VLF Ravensburg zusammengegangen), ehe er die Bühne für die beiden Erzkomödianten frei machte.

    Diese starteten dann auch mit einem wunderbar-freundlichen gegenseitigen „Schulterklopfen“ des Publikums untereinander. Was Barny Bitterwolf mit Blick auf die Solidaritätswelle, die den Landwirten in den letzten Wochen entgegengeschwappt war, als symbolischen – typisch schwäbischen –Schulterschluss ansah.

    Die schwäbisch-sparsame Version des Alphorns

    Was wäre Bitterwolf ohne Musik, für die es viel Disziplin bedürfe. Und so sangen (fast) alle mit, als er das Grüß-Gott-Lied anstimmte. Nicht fehlen durfte bei seinen musikalischen Exkursen auf der Wurzacher Gemarkung natürlich eine Soloeinlage mit dem auf dem Deckengemälde der Stadtpfarrkirche St. Verena abgebildeten urtypischen Wurzacher Instrument, dem Piffel, der „schwäbisch sparsamen Version des Alphorns“.

    Der richtige „Plopp“

    Gleich zu Beginn seines ersten Solopartes holte sich Wolfgang Heyer einen Badener aus dem Publikum auf die Bühne. Hans wird diesen Abend wahrscheinlich sein Leben lang nicht mehr vergessen: Zuerst bekam er von den anwesenden rund 200 Oberschwaben einen Applaus in Orkanstärke („der Dorfstadel hält das aus“: O-Ton Heyer) und danach durfte er – assistiert von Albrecht Siegel – noch gemeinsam mit Barny Bitterwolf musizieren. Beim Leberkäslied durfte für den richtigen „Plopp“ sorgen. Und kassierte prompt von BB eine schwäbische Spitze, als er einmal beim „falschen Fuß“ von Bitterwolf losploppte: „Im Gegensatz zu den Badenern kann der Schwabe rechts von links unterscheiden.“

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    Die Gute-Nacht-Lektüre für Kinder

    Heyer, der Wurzacher Wurzeln hat, ging in seinem schwäbischen Poetry-Slam, zu dem Bitterwolf mit seiner Fußrassel fleißig mitrappte, auf viele schwäbische Eigenheiten ein: Dass etwa die Suppe bei den Oberschwaben noch in Sauce eingetunkt wird, dass der Babybrei schon nach Maultaschen schmeckt und dass den kleinen Kindern beim Zubettgehen aus Sparbüchern vorgelesen wird.

    Wie der Radetzky-Marsch entstand

    Dass das Schwäbische auch zu großen Kulturleistungen inspirieren kann, zeigte Heyer anhand des Beispiels von Johann Strauß Vater, als dieser einmal im Schwäbischen einen Wurstsalat ohne Zwiebeln bestellt hatte. Aus dem „Wiedewitt“ der Kellnerin sei dann kurz darauf der „Radetzkymarsch“ entstanden.

    Schwäbisch ist international

    Dass auch Bitterwolf „nicht aufs Maul gefallen“ ist zeigte er bei den schwäbischen Zungenbrechern: etwa bei „D´Aged haged wenn´s daged“. Wolfgang Heyer förderte noch viele Eigenheiten der Schwaben zutage: so leidet dieser wohl grundsätzlich an einem HDS (Hochdeutsch-Syndrom), aber dafür ist Schwäbisch eine Weltsprache, die viele Dialekte beeinhaltet: „I Ma die no“ (Chinesisch), I muass go gau (Thailändisch), die aber auch die österreichische Spielart des Deutschen umfasst: „I gang heit nehne me na.“ Und das Göttliche in der schwäbischen Besteckschublade ist – unangefochten – der „Schöpfer!“

    Das Schwäbisch-Quiz

    Herrlich anzuhören waren die Beiden beim Schwäbisch-Quiz, wo sie sich gegenseitig die Pointenbälle zuwarfen und wo viele Mitrater ihnen bei Antwort C, die immer falsch war, auf den Leim gingen. Oder wussten Sie, was „Nei-Biera“ (übermäßiger Gerstensaft-Konsum) heißt oder was ein „Lochschnätterer“ (auf Hochdeutsch: Pupser) ist? Aber auch der Polizeibericht in der Tageszeitung fand Eingang in ihre Sprachspitzen: „Einbruch bei Adidas – Polizei schickte drei Streifen!“

    Das Lied vom Bauernkrieg

    Ganz kurz wurde Bitterwolf ein wenig ernst, als er das Lied vom Bauernkrieg anstimmte und erzählte dass er das auch schon bei Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel einmal gesungen hatte. Da sangen die Landwirte im Saal – und nicht nur die – voller Inbrunst mit.

    Es waren zwei genüssliche Stunden mit den Beiden, die auch ein wenig an der Uhr drehten, denn sie bestimmten, wann „es zehn Uhr ist“. Als Albrecht Siegel und der Vorstand des VLF Ravensburg-Bad Waldsee, Raphael Baumann, mit Geschenken die Bühne betraten, wusste jeder: Es ist Zeit für die Zugabe. Davor wurden jedoch die Familie Heine (Buch), ohne die in der Organisation nichts gegangen wäre, ebenfalls noch mit kleinen Geschenken bedacht.
    Text und Fotos: Uli Gresser

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    Ulrich Gresser
    veröffentlicht am
    26.01.2024
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