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Aus dem Verwaltungs- und Sozialausschuss (VSA)

Die Gebühren bei der Bücherei werden moderat angehoben

Foto: Stadtbücherei
Angenehme Leseatmosphäre: Seit 2017 hat die Stadtbücherei ihre Räumlichkeiten in Maria Rosengarten.
veröffentlicht am: 30.09.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Bad Wurzach – Am vergangenen Montag (28.9.) tagte der Verwaltungs- und Sozialausschuss des Gemeinderates. Themen waren die Stadtbücherei und die Feuerwehr. Nachdem bei der Stadtbücherei der Kostendeckungsgrad durch Gebühren auf 7 Prozent gesunken war, wurde beschlossen, die Gebühren mit Wirkung ab 1. Januar 2027 moderat anzuheben.

Die neuen Gebühren (ab 1.1.2027)

Weil die letzte Gebührenerhöhung bei der Stadtbücherei schon neun Jahre zurückliegt, war der Kostendeckungsgrad durch die Gebühren deutlich unter die vom Verband empfohlenen 10 % gesunken. Der Ausschuss hatte nun über die ab 01.01.2027 geltende Gebührenordnung abzustimmen.

Zukünftig wird ein Einzelbenutzerausweis 15,00 € (12,00 €) kosten. Der Familienausweis wird 20,00 € (18,00 €) zu Buche schlagen. Der ermäßigte Einzelbenutzerausweis steigt auf 10,00 € (8,00 €). Die Gebühr für die Einzelausleihe von 10 Medien für vier Wochen steigt auf 4,00 € (2,00 €). Konstant bleibt die Einzelgebühr für DVDs bei 1,00 €.

Cornelia Merk, die den Sachstandsbericht vortrug, machte die Preissteigerungen bei Büchern in einem Vergleich von 2004 und 2024 fest. Demnach stiegen die Preise für Sachbücher in den 20 Jahren um 42,70 %. Ähnlich verlief die Preisentwicklung bei der Kinder-und Jugendliteratur. Insgesamt stiegen die Buchpreise in diesem Zeitraum ziemlich genau um ein Drittel.

Cornelia Merk ist seit 2023 die Leiterin der Stadtbücherei, die seit 2017 in Maria Rosengarten untergebracht ist. Die Bücherei hat ganzjährig von Dienstag bis Samstag geöffnet.

Im Stellenplan der Stadt sind 1,8 Stellen eingeplant. Vier Teilzeit-Beschäftigte und fünf Ehrenamtliche betreuen den Medienbestand von rund 12.000 Medien, der seit Jahren konstant ist. Veraltete Medien werden ausgesondert, auch über den Verkauf per Bücherflohmarkt; aktuelle Neubeschaffungen erfolgen kontinuierlich, wobei Trends und Kundenwünsche berücksichtigt werden.

Mehr als ein Drittel (36 %) des Bestandes sind auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Den zweitgrößten Anteil nehmen Non-Print-Medien ein (CD/DVD/Tonies/Spiele). 21 % sind Sachbücher und 19 % Belletristik. Zeitungen und Zeitschriften machen 2 % des Bestandes aus.

Zahl der Entleihungen gestiegen

Bei den Entleihungen (42.548 in 2025) stehen naturgemäß die Kinder und Jugendbücher an der Spitze (21.990) sowie die Non-Print-Medien mit 8918, da diese zum Großteil  ebenfalls im Kinder- und Jugendbereich angesiedelt sind. Mit 7553 Ausleihen folgt die Belletristik. Schlusslicht bei den Büchern ist das Sachbuch mit 3314. Die Anzahl der Entleihungen stieg seit 2019 (32.199) auf über 40.000 seit 2023. Seit 2019 ist die Stadtbücherei auch Mitglied beim Onleihe-Verbund Libell-e. Die Anzahl der online-Ausleihen stieg dabei im Laufe der Jahre kontinuierlich auf 5992 im Jahre 2025. 

Die Anzahl der Nutzer liegt seit fünf Jahren bei konstant 1000 mit Ausnahme der Corona-Jahre. 2025 erzielte die Stadtbücherei Gebühreneinahmen von 8752,00 €. Auf der Kostenseite sind die Ausgaben für Personal, Medien und Material vor allem nach Corona wie in vielen anderen Bereichen zum Teil sprunghaft angestiegen: Vom Jahr 2022 von 99.414 € auf 125.784 € im Jahre 2025.

Lesungen und Ausstellungen

Die Stadtbücherei bietet noch viel mehr als das bloße Ausleihen von Medien. Bekannte Autoren halten im Rahmen des Literaturfestivals Allgäu-Schwaben Lesungen. Es finden regelmäßig Kunstausstellungen in den Räumen der Bücherei statt. Bücherflohmärkte, Kindergärten und Schulen erhalten Führungen. Der Jugendtreff hält Lesestunden. Es finden regelmäßige Kinderveranstaltungen statt.

Als Ziele für die Zukunft nennt Cornelia Merk: Kooperationen sollten ausgebaut werden und die Attraktivität weiter gesteigert werden. Im nächsten Jahr wird das 10-jährige Jubiläum in Maria Rosengarten gefeiert und 2029 wird die Stadtbücherei 50 Jahre alt.

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„Hervorragend geführt“

Großes Lob erhielten Cornelia Merk und ihre Mitarbeiterinnen von Seiten der Freien Wähler. Gisela Brodd und Manfred Braun lobten die Arbeit der Damen in den höchsten Tönen. Dem schloss sich auch ihre Fraktionskollege Kurt Miller an, der auch die moderate Gebührenerhöhung guthieß. „Die Bücherei wird hervorragend geführt und das Personal ist kompetent und freundlich.“

Norbert Fesseler (Freie Wähler) fragte nach dem Deckungsgrad bei den Kosten im Vergleich zu anderen Städten. „Wir sind gut dabei“, ließ Bürgermeister Florian Schiller verlauten. Cornelia Merk hoffte, dass dank der Gebührenerhöhung der Deckungsgrad sich von jetzt 7 % auf die empfohlenen 10 % steigern lasse.

Die Abstimmung erfolgte einstimmig.

Bericht des Bürgermeisters

Sehr spannend sei der Austausch beim Treffen mit vielen Bürgermeistern an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal gewesen, berichtete Bürgermeister Florian Schiller.

Seine Tour durch die Ortschaften habe er mit Besuchen der Ortschaftsratsitzungen in Haidgau und Unterschwarzach fortgesetzt.

Bei einer Personalversammlung am vergangenen Mittwochnachmittag (23.9.) habe er den Mitarbeitern der Stadt dargelegt, wie er sich künftig die Zusammenarbeit vorstellt.

Am Donnerstag (24.9.) sei er mit Stellvertreter Klaus Schütt beim Notar gewesen, um die Umwandlung des Kurbetriebes in die FeelMoor Bad Wurzach GmbH abzuschließen.

Umrüstung der Atemschutzgeräte nach DIN-Norm

Feuerwehrkommandant Rolf Butscher hielt den Sachvortrag. Die Atemschutzgeräte der Feuerwehr Bad Wurzach müssen laut DIN-Norm bei der Brandbekämpfung mit Überdruck arbeiten. Da dies bisher nicht der Fall ist – die verwendeten Geräte arbeiten mit Normaldruck – ist die Feuerwehr rechtlich verpflichtet, auf Geräte mit Überdruck umzustellen. Die Firma BTL unterbreitete ein Angebot mit anschließender Werks- und Jahresprüfung für 93.034,20 €. Zwar liegt die Summe um 8034,20 € über den dafür im Haushalt vorgesehenen 85.000 €. Aber Butscher betonte, dass die Summe noch viel höher ausfallen würde, wenn man nicht in diesem Jahr noch die alten Geräte in Zahlung geben könnte.

Ganz wichtig ist dem Kommandanten auch, dass in der Summe auch die Werks- und Jahresprüfung enthalten ist. Der Fehlbetrag in Höhe von 8034,20 € kann mit nicht benötigten Mitteln aus der Umrüstung des Einsatzstellenfunksystems gedeckt werden. Von den hierfür veranschlagten 127.600,00 € waren lediglich 68.339,21 € benötigt worden.

Klaus Schütt (CDU) verwies auf die rechtliche Pflicht zur Umrüstung. Die Abstimmung erfolgte einstimmig.
Uli Gresser

Unter dem roten Download-Balken in der rechten Spalte haben wir die Präsentation von Cornelia Merk im VSA hinterlegt

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