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Pater Wolfgang folgt auf Pater Konrad

Der Wechsel an der Spitze der Wurzacher Salvatorianer ist vollzogen

Foto: Uli Gresser
Pater Wolfgang Sütterlin (rechts) folgt als Superior der Bad Wurzacher Salvatorianer auf Pater Konrad Werder (Zweiter von links). Die Amtsübergabe wurde in der Schlosskapelle unter Leitung von Provinzial Pater Dr. Friedrich Emde (links) vollzogen.
veröffentlicht am: 04.05.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Bad Wurzach – Mit einem feierlichen Vesper-Gottesdienst in der Schlosskapelle wurde am vergangenen Samstag (2. 5.) die Amtsübergabe als Superior von Pater Konrad Werder auf Pater Wolfgang Sütterlin vollzogen.

Der 75-jährige Pater Konrad Werder (links) übergab die Funktion des Superiors an Pater Wolfgang Sütterlin. Foto: Uli Gresser

Gemeinsam mit Provinzial Pater Dr. Friedrich Emde und mit rund 80 Gästen feierten die beiden in der musikalisch von Robert Häusle an der Orgel und den beiden Kantorinnen Ingrid und Annelie Gropper mitgestalteten Vesper den Übergang des Amtes an Pater Wolfgang Sütterlin.

Unter den Gästen waren unter anderem die Salvatorianerpatres vom Gottesberg und vom Rentamt (Seitenflügel des Schlosses, wo die Pensionäre leben), der ehemalige Stadtpfarrer Norbert Wahl und sein Nachfolger Stefan Maier, Klaus Schütt als Vertreter der Stadt Bad Wurzach sowie das Geschäftsführer-Team der Christlichen Schulen Sießen gGmbH, zu denen auch das Salvatorkolleg gehört. Auch dessen (Noch-) Schulleiter Klaus Amann sowie dessen Nachfolgerin Marion Weigele gehörten selbstverständlich zu den Mitfeiernden wie auch die Salvatorianer-Schwestern und ein Großteil der in Wurzach sehr aktiven Gemeinschaft der Salvatorianischen Laien (GSL), der auch zahlreiche ehemaligen Schüler und Schülerinnen angehören.

Nach der musikalischen Eröffnung mit Hymnus, Psalm 114 und 118 sowie der Lesung aus dem 1. Brief an die Korinther durch Pater Wolfgang wandte sich Provinzial Pater Friedrich in seiner Ansprache an die Gäste und die beiden Hauptpersonen: „Sie haben durch Ihr Kommen Ihre Wertschätzung gegenüber Pater Wolfgang ausgedrückt.“ Dennoch lenkte er den Blick zunächst auf Pater Konrad, der einmal gesagt hatte, dass er sein Amt als Superior nach siebeneinhalb Jahren bis zu seinem 75. Geburtstag abgegeben haben wolle. Nun sei es in Zeiten der Personalknappheit bei den geistlichen Berufen schwierig, solche Absprachen zu treffen und er als Provinzial sei dazu im Vorfeld gar nicht gefragt worden. Aber wenn Bischöfe mit 75 Jahren aus ihrem Amt scheiden müssen, sei es nur legitim, dass Pater Konrad dies auch dürfe. Dieses Ziel sei mit diesem Tag nun erreicht. Pater Konrad habe für das Heilig-Blut-Fest eine gewinnende Liturgie entwickelt und dessen Stil sei zu spüren gewesen. Dabei sei er immer ein Seelsorger gewesen, habe viele Menschen begleitet und viele Gespräche geführt. „Pater Konrad war immer da, wenn er gebraucht wurde. Danke für Deinen Dienst!“ In seiner fast achtjährigen Amtszeit sei es ihm gelungen, die Gemeinschaft zu erhalten, den Mitbrüdern Heimat und Sicherheit zu geben. Daneben habe der Superior immer noch die Zusatzaufgabe mit dem Heilig-Blut-Fest, wo es  Pater Konrad immer gelungen sei, Bischöfe und Äbte für das Fest zu gewinnen.

Bei Pater Wolfgang bedankte sich Provinzial Pater Friedrich dafür, dass dieser jetzt diesen Dienst übernimmt. Auch er sei ein geschätzter Seelsorger, über den viele Menschen mit dem Gottesberg verbunden seien. Er wünsche ihm für die neue Aufgabe alles Gute und Gottes Segen.

Das allein gesprochene Credo

Im Anschluss an die Laudationes des Provinzials für die beiden Superioren sprach der neue Ordensobere von Bad Wurzach, wie es die Regel der Salvatorianer vorschreibt, alleine das Glaubensbekenntnis. In den anschließenden Fürbitten bat Pater Konrad, der sich zukünftig verstärkt um die betagten Mitbrüder im Rentamt kümmern wird, darum, dass sein Elan auch nach seinem 75. Geburtstag noch lange erhalten bleiben möge. Er wünschte, dass der „lebendigen Kirche“ in Bad Wurzach ein richtiger Aufbruch gelingen möge.

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„Ein großes Geschenk“

Nach der Segensspendung durch den nun amtierenden Superior der Salvatorianer in Bad Wurzach wurde zur Feier ein Ortswechsel vollzogen. Bei einem Umtrunk im Foyer des Salvatorkollegs hielten verschiedene Redner in kurzen wohlgesetzten Reden Lobeshymnen auf die beiden Protagonisten. Pfarrer Stefan Maier sprach für die Seelsorgeeinheit von Bad Wurzach. Seit über 100 Jahren in Bad Wurzach seien die Salvatorianer mit der beste Teil der Stadt: Der Orden habe über das Gymnasium und Internat junge Menschen in die Stadt gebracht. Und danach sei auch der eine oder andere zum Orden gekommen. „Eine echte Win-Win-Situation“, konstatierte Pfarrer Maier. So sei eine enge Verbindung zwischen Kirchengemeinde und Orden entstanden. „Das ist ein großes Geschenk.“ Zu Pater Wolfgang gewandt sagte er: „Wir freuen uns über ein gutes Miteinander.“ Er sei eine Bereicherung für die Seelsorgeeinheit. Und an die Adresse von Pater Konrad: „Wie schön, dass Du uns erhalten bleibst.“

Klaus Schütt als Vertreter der politischen Gemeinde sagte: „Heute ist für die Stadt ein freudiger Tag.“ Dass Pater Konrad in den wohlverdienten Ruhestand gehen könne und mit Pater Wolfgang ein Nachfolger für ihn gefunden werden konnte, sei eine gute Nachricht für die Stadt. Schütt dankte Pater Konrad für alles, was er in und für Bad Wurzach geleistet habe – auch im Namen der Wallfahrtskommission. Er hoffe, dass der Gottesberg mit Pater Wolfgang an der Spitze weiterhin ein großes Wallfahrtsziel bleibe und Bad Wurzach weiterhin eine bedeutende Niederlassung der Salvatorianer bleiben werde.

Pater Konrad erklärte, an diesem Tag sei er durch das Lob „wieder ein Stück gewachsen“. „Ab morgen hoffe ich, dass der Liegestuhl auf mich wartet und ich sagen kann: ,Ich bin nicht mehr zuständig‘“, scherzte er. „Freu Dich nicht zu früh“, kam postwendend der Einwurf von Pater Wolfgang. Ein bisschen Wehmut komme schon auf, denn immer wenn die Feuerwehr gekommen sei, um das Kreuz auf dem Turmdach zu installieren, habe er gewusst: „Jetzt ist es wieder Zeit für den Blutritt“, bekannte Konrad. Jetzt sei er froh, dass Pater Wolfgang nun zuständig sei.

Für die Salvatorianische Laien-Gemeinschaft übergaben Rosemarie Böcherer und Rita Willburger einen Geschenkkorb an die Beiden. Rosemarie Böcherer sagte Pater Wolfgang für sein zusätzliches Amt gerne die Unterstützung der GSL zu.

Nach einem neuerlichen Ortswechsel in die Mensa gab es für die Gäste nach einem  Abendessen reichlich Gelegenheit für anregende Gespräche mit den beiden Hauptpersonen, aber auch untereinander.
Text und Fotos: Uli Gresser

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