Bürgermeister Schiller zum Geschäftsführer gewählt – Daniel Huck leitet das operative Geschäft

Bad Wurzach (UG / rei) – Der Städtische Kurbetrieb hat im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag (21.9.) gestanden. Bürgermeister Florian Schiller wurde zum Geschäftsführer der neuen Kurbetriebs-GmbH gewählt, deren Gründung zum 1. Oktober 2026 einstimmig vom Gemeinderat beschlossen wurde. Die operative Führung der GmbH, die sich zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Bad Wurzach befindet, obliegt dem zweiten Geschäftsführer Daniel Huck: Huck, bereits früher vom Gemeinderat gewählt, tritt seinen Dienst am 1. Oktober an. Die feelMOOR Bad Wurzach GmbH, so der genaue Name, übernimmt das Personal (etwa 160 Mitarbeiter/innen), nicht aber Gebäude und Grund und Boden; die Immobilien verbleiben beim Rest-Kurbetrieb, der nach wie vor als städtischer Eigenbetrieb geführt wird. Diese werden von der feelMOOR Bad Wurzach GmbH angepachtet. Beim seit Jahren defizitären städtischen Kurbetrieb war allein im Jahre 2025 ein Verlust von 2,43 Millionen € aufgelaufen, wie bei der Vorlage des Jahresabschlusses deutlich wurde. Dem ehemaligen Kur-Geschäftsführer Beck wurde die Entlastung vorerst nicht erteilt.
Stadtkämmerer Stefan Kunz lobte das zu der Gemeinderatssitzung in stattlicher Zahl gekommene Kurbetriebspersonal, angeführt von der Personalratsvorsitzenden. „Schön, dass Sie Flagge zeigen“, sagte der Kämmerer. Er erläuterte dem Gremium und der Zuhörerschaft Gründe und Ziele der Teilprivatisierung und verwies auf den Gemeinderatsbeschluss vom 15. Juni 2026. Eine GmbH könne flexibler agieren als ein Eigenbetrieb. Dennoch lägen die Kontroll- und Weisungsrechte bei der Stadt, vertreten durch Bürgermeister und Gemeinderat.
Der Teil-Privatisierungsbeschluss war im Sommer nach monatelangen Beratungen ergangen, nachdem gegen Ende des Jahres 2025 eine dramatische Schieflage des Kurbetriebes deutlich geworden war. Laut Sachverhaltsdarstellung in der Sitzungsvorlage am vergangenen Montag war man für das Wirtschaftsjahr 2025 des städtischen Kurbetriebs ursprünglich sogar von einem positiven Ergebnis ausgegangen; im Wirtschaftsplan für 2025 war seinerzeit ein Plus von 337.815 € genannt worden. „Aufgrund der im Jahresverlauf erheblich negativen wirtschaftlichen Entwicklungen“ (Sitzungsvorlage) mussten von Seiten der Stadt im Herbst 2025 fast 900.000 € nachgeschossen werden. Nun wird im Jahresabschluss für 2025 ein Fehlbetrag von 2,43 Millionen € ausgewiesen. Dem Jahresabschluss stimmte der Gemeinderat notgedrungen zu (bei Enthaltungen von Marga Loritz und Petra Greiner, beide CDU).
Stimmen der Räte
Manfred Braun (Freie Wähler) sagte mit Blick auf die Teilprivatisierung und die neue Geschäftsführung, er habe „ein gutes Gefühl“. Zugleich bat er darum, den Gemeinderat „in kurzen Abständen“ über die Entwicklungen zu informieren.
Kurt Miller (Freie Wähler) sprach von einem „ordentlichen Schritt des Weiterkommens“. Er habe die Hoffnung, dass der Kurbetrieb nun „in die Spur“ kommt. Der Kurbetrieb sei „das Aushängeschild der Stadt“. Kritisch äußerte er sich zu früheren Rechnungslegungen. Womöglich seien Zahlen „geschönt“ worden. – Bürgermeister Schiller sagte dazu, dass der damalige Geschäftsführer nicht mehr im Amt sei. „Wir haben Vorsorge getroffen, dass sich so etwas nicht wiederholt.“
Ernestina Frick (Freie Wähler) sagte, es sei wichtig, dass das Betriebsvermögen bei der Stadt verbleibe. Dabei gelte es, den städtischen Haushalt „im Blick zu behalten“. Mit Blick auf die Entwicklung des Kurbetriebes forderte sie „Transparenz“.
Emina Wiest (CDU) erklärte, die Mitarbeiter hätten es verdient, dass jetzt wieder Ruhe einkehre. „Es ist wichtig, dass jetzt Struktur reinkommt.“ Sie sprach von einem „Neuanfang“.
Bernhard Schad (Freie Wähler) warnte davor, zu schnell ungeduldig zu werden, wenn es nicht gleich vorwärtsgehe.
„2026 wird nicht besser ausfallen“
Bürgermeister Schiller zeigte sich verhalten optimistisch. Die GmbH-Gründung sei „ein erster Schritt“. Die Sanierung gehen „nicht über Nacht“. „Wir sind froh, dass ab dem 1. Oktober jemand da ist, der sich Tag und Nacht dem Kurbetrieb widmet.“ Derzeit gebe es eine Schere aus zu hohen Kosten und zu geringen Umsätzen. „Das Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr.“ Es sei ein Neubeginn notwendig. „Ein Weiterso gibt es nicht.“ Schiller bekannte sich ausdrücklich zum Bemühen um Erhaltung des Kurbetriebes: „Das Ziel ist die Sanierung.“ Dabei gab er sich realistisch. Das Ergebnis für 2026 werde „nicht besser ausfallen“ als das für 2025, da mache er sich „keine Illusion“. 2025 machte der Kurbetrieb, wie gesagt, einen Verlust in Höhe von 2,43 Millionen €.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Gründung der Kurbetriebs-GmbH. Unser Bild zeigt einen Teil der Fraktion der Freien Wähler. Foto: Uli Gresser
Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Schütt (CDU), der einen Teil der Gemeinderatssitzung leitete, würdigte die einstimmigen Beschlüsse zu GmbH-Gründung und Geschäftsführung mit diesen Worten: „Ein tolles Zeichen, dass der Gemeinderat zum Kurbetrieb steht.“
Anm. d. DBSZ-Red.: Die späte Gemeinderatsberichterstattung hat betriebsinterne Grüne. Unser Reporter hatte rasch geliefert. Der Redaktionsleiter war aber in den vergangenen Tagen zum einen mit dem Schwerpunktthema „Gefallenenmahnmal in Arnach / 150 Jahre Soldaten- und Schützenkameradschaft“ befasst. Zum anderen hatte er sich um die auswärtigen Ausgaben der Bildschirmzeitung zu kümmern. Über die Tagesordnungspunkte jenseits des Kurbetriebes werden wir noch gesondert berichten.
Unter dem roten Download-Balken haben wir den Jahresabschluss 2025 des Städtischen Kurbetriebes für 2025 hinterlegt (Präsentation vom 21. 9. 2026)







