

Kontakt
Redaktion
Anzeigen
Haisterkirch – Das traditionelle Gemeindefest der katholischen Kirchengemeinde Haisterkirch, jetzt im Herbst, wurde mit dem 25-jährigen Jubiläum der Orgel verbunden und entsprechend auch gefeiert.
Pfarrer Stefan Werner, der den sonntäglichen Familiengottesdienst zelebrierte, freute sich über den guten Gottesdienstbesuch mit Gläubigen aus nah und fern. Die Gestaltung einer Orgelfestwoch war ihm und dem Kirchengemeinderat eine Herzensangelegenheit. Pfarrer Stefan Werner, selbst ein passionierter, vielseitiger Musiker, gelang es mit Hilfe der beiden jungen Musikkünstler an der Orgel – Verena Westhäußer und Leo Straßner – sowie verschiedenster begeisterter Blasinstrumentalisten (Flöte, Oboe, Trompete, Violine), die Klangvielfalt der Königin der Instrumente, nämlich die Orgel, in den Mittelpunkt des Gemeindefestes zu rücken.
1451 Pfeifen
Der Beschluss zum Orgelneubau zu Beginn des 21. Jahrhunderts war goldrichtig. Etwa 4000 Arbeitsstunden waren damals erforderlich, um diese Orgel nach grundsolider Handwerkskunst durch den Orgelbaumeister Eduard Wiedenmann (Oberessendorf) in Perfektion zu erbauen. Eduard Wiedenmann war selber hier beim Gottesdienst und erklärte danach Interessenten sein Werk mit den insgesamt 1451 Pfeifen, davon 1309 Labialpfeifen und 142 Zungenpfeifen. Er und die gesamte Gemeinde können stolz sein auf diese Haisterkircher Orgel. Bei der Einweihung 2001 betonte Weihbischof Dr. Johannes Kreidler in seiner Ansprache, dass das Ohr die Pforte zur Seele sei und somit der „Musica sacra“ durch das Orgelspiel eine bedeutende Rolle zukomme.
An der Orgel brillierte damals der inzwischen verstorbene Pater Paulus Blum vom Salvatorkolleg Bad Wurzach und zog alle Register im wahrsten Sinn der Redewendung. Die drei Nebenregister der Haisterkircher Orgel, nämlich Nachtigall, Kuckuck, Zimbelstern bilden übrigens eine Besonderheit, wie diese ähnlich bei der berühmten Gabler-Orgel in Weingarten bekannt ist. Die umfangreichen Holzbauten wurden damals von der hiesigen Zimmerei Nothhelfer erstellt. Der Kostenaufwand für das gesamte Orgelbauwerk belief sich auf rund 650 000 DM. Freiwillige Dienste, Spenden, auch Zuschüsse und Rücklagen der Kirchengemeinde ermöglichten damals dieses vorbildliche Orgelbauprojekt. Brausenden Beifall gab es zum Schluss des Gottesdienstes am vergangenen Sonntag für die Musizierenden an der Orgel. Danach wurde im liebevoll dekorierten Klosterhofbereich das Gemeindefest ausgiebig gefeiert mit feinem Speisen- und Getränkeangebot und Aktionen für die Kinder. Für die dazu passende musikalische Untermalung sorgte an seiner Drehorgel Olaf Krause aus Bad Waldsee.

Wie jetzt zum Jubiläum, so auch vor 25 Jahren: Rudi Martin fungiert als Berichterstatter. Der Artikel „Haisterkirch freut sich über die neue Orgel“, veröffentlicht vor einem Vierteljahrhundert in der „Schwäbischen Zeitung“, stammt von dem über Jahrzehnte bewährten Haisterkirch-Reporter.
Text/Fotos: Rudi Martin
Viele Bilder nachstehend in der Galerie























































