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Kommentar

Respekt, Herr Henne!

veröffentlicht am: 11.11.2025
Autor: Gerhard Reischmann
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Es kommt nicht oft vor in oberschwäbischen Gefilden, dass ein Bürgermeister in seinem Gemeinderat niedergestimmt wird. So geschehen nun in Bad Waldsee.

Das nennt man prinzipienfest! Obwohl die Auguren schon mindestens einen Tag zuvor gewispert hatten, „die CDU stimmt geschlossen dagegen, bei den Freien wohl die meisten“, ist Bad Waldsees Stadtoberhaupt seinen Überzeugungen treu geblieben und hat sich mit all seiner Kraft zugunsten des nun so gut wie gescheiterten Biosphärengebietes in die Bresche geworfen. Konsequent seiner Überzeugung folgend, dass ein Biosphärengebiet einen Mehrwert hat – gerade für die Kurstadt Bad Waldsee.

Für diese Überzeugung hat Henne sich weit aus dem Fenster gelehnt: So ließ er sich wenige Wochen vor dem Showdown zusammen mit seinen Pro-Biosphären-Mitstreitern vor dem Neuen Rathaus in Bad Waldsee ablichten. Und am 6. November sprach er im Stuttgarter Landtag bei der Anhörung zum Biosphärengebiet (bei der der Abgeordnete Haser seine Abkehr vom im Koalitionsvertrag zwischen Grün und Schwarz vereinbarten Vorhaben deutlich machte). Gestern Abend schließlich versuchte Henne mit einem flammenden Appell, die Stimmung zu drehen.

Ohne Erfolg.

Mit 7 zu 16 Stimmen unterlag der seit April 2020 amtierende Oberbürgermeister, dem die Waldseer Räte bisher artig gefolgt waren. So zum Beispiel beim Bemühen um die Landesgartenschau. Auch dass der 43-Jährige – am Tag vor der Gemeinderatsniederlage wurde Geburtstag gefeiert – das altehrwürdige Amtszimmer im Historischen Rathaus zugunsten des Raumes „Seeblick“ im Neuen Rathaus aufgegeben hatte, hatten ihm seine Waldseer nachgesehen.

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Henne ist ein Kämpfer. Das sah man bei seinem Einsatz für die Erhaltung des Bad Waldseer Krankenhauses. Und das konnte man bei seinem Einsatz für eine Verminderung der übermäßigen Belastung der Bad Waldseer Raumschaft mit Windkraftanlagen sehen: Als einer der ganz wenigen Regionalräte stimmte Matthias Henne gegen den Windkraftplan des Regionalverbandes.

Schadet ihm das Schwimmen gegen den Strom?

Wir sagen: nein.

Respekt, Herr Henne!
Gerhard Reischmann

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Gerhard Reischmann
veröffentlicht am
11.11.2025
Lesedauer: ca. 2 Minuten
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