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Bad Waldsee – Winzige rote Krebstierchen tummeln sich im Nachklärbecken der Kläranlage Bad Waldsee – und sorgen bei den Mitarbeitenden für große Freude. Bei den kleinen Lebewesen handelt es sich um Wasserflöhe der Gattung Daphnia. Ihre Entdeckung ist für das Team ein erfreuliches Zeichen für die qualitativ hochwertigen biologischen Vorgänge bei der Abwasserreinigung und ein Anlass, auf die anspruchsvolle Arbeit hinter den Kulissen aufmerksam zu machen.

Wasserflöhe reagieren empfindlich auf bestimmte Schadstoffe und sind deshalb interessante Anzeiger für die Bedingungen in einem Gewässer. Dass sich die kleinen Krebstierchen im Nachklärbecken der Bad Waldseer Kläranlage nicht nur aufhalten, sondern offenbar auch vermehren, lässt darauf schließen, dass sie dort geeignete Lebensbedingungen vorfinden. Für das Team ist dies ein erfreuliches Zeichen dafür, dass die biologischen Reinigungsprozesse gute Voraussetzungen für Leben schaffen und das Abwasser am Ende der Reinigung eine entsprechend hohe Qualität erreicht.
„Das ist für uns eine sichtbare und lebendige Bestätigung, dass unsere biologische Abwasserreinigung hervorragend funktioniert und wir mit unserer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz leisten“, sagt der technische Leiter der Stadtentwässerung, Harald Beyrle. Rund 17.000 Bürgerinnen und Bürger sind an die Kläranlage angeschlossen. Ein Großteil der Reinigungsleistung wird von Mikroorganismen erbracht, die im biologischen Reinigungsprozess die Abwasserinhaltsstoffe abbauen. Dass sich nun am Ende des Reinigungsprozesses die kleinen Wasserflöhe tummeln und vermehren, freut das gesamte Team. Die Wasserqualität wird selbstverständlich auch regelmäßig durch entsprechende Messungen und Untersuchungen kontrolliert.
„Nach uns kommt die Natur“
„Nach uns kommt die Natur“ – dieser Satz bringt für Harald Beyrle die Verantwortung der Kläranlage auf den Punkt. Denn was in der Anlage geleistet wird, wirkt sich unmittelbar auf die Gewässer und die Umwelt aus. Entsprechend stolz ist er auf seine Mitarbeitenden und deren tägliche Arbeit.
„Meine Mitarbeiter kann keine KI ersetzen. Wir brauchen Menschen mit einer Nase, Ohren und Augen – vor allem aber mit Verstand, Erfahrung, Engagement und Verantwortungsbewusstsein. An sieben Tagen in der Woche, 365 Tage im Jahr, müssen wir aufmerksam sein und schnell reagieren können. Biologie ist keine Maschine: Wir wissen nie genau, was alles bei uns über die Kanalisation ankommt. Deshalb müssen wir mit all unseren Sinnen beobachten, beurteilen und handeln“, betont der technische Leiter.
Auch der stellvertretende Betriebsleiter der Kläranlage, Andreas Senn, freut sich über die Entdeckung im Nachklärbecken. Für ihn zeigt sie, wie wichtig das Zusammenspiel aus biologischen Prozessen, technischer Ausstattung und der Erfahrung des Teams ist.
„Wir arbeiten jeden Tag dafür, dass das gereinigte Wasser wieder möglichst unbelastet in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt werden kann. Dass wir nun diese kleinen Lebewesen beobachten können, ist für uns eine schöne Bestätigung und zugleich Motivation, unsere Arbeit weiterhin mit großer Sorgfalt zu erledigen“, sagt Andreas Senn.
Brigitte Göppel


































