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Maibaumstellen in Bad Waldsee

Gelebte Tradition und echtes Miteinander

Foto: Erwin Linder
Wo zieht dieses Pferd hin? Zur Hochstatt, wo der Maibaum gestellt wird, den es zusammen mit seinem Kompagnon im Schlepptau hat.
veröffentlicht am: 02.05.2026
Autor: Erwin Linder
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Bad Waldsee – Es hat schon etwas Beruhigendes: Im Jahreslauf gibt es hier noch feste Ankerpunkte, auf die man sich verlassen kann. Nach dem Silvesterfeuerwerk beginnt das neue Jahr, an Dreikönig startet die Fasnet, nach dem Aschermittwoch rückt Ostern näher – und am 30. April gehört die Hochstatt traditionell dem Maibaum.

Nach alter Sitte wird der Waldseer Maibaum mit Scheren aufgerichtet.

Schmuck in neuer Uniform: der Fanfarenzug.

Auch heuer zog der stattliche, über 30 Meter langer Baum durch die Stadt, kraftvoll in Bewegung gesetzt von zwei schweren Pferden. Begleitet wurde der Zug von den Jungelfern in klassischer Zimmermannstracht, lautstark unterstützt vom Fanfarenzug. Auf der Hochstatt angekommen, warteten bereits mehrere hundert Zuschauer, die bei schönstem Sonnenschein und schneidend kaltem Wind das Spektakel verfolgten. Für die richtige Stimmung sorgte einmal mehr Barny Bitterwolf, der in altschwäbischem Gewand mit Dreispitz und Gehrock schnell alle zum Mitmachen brachte.

Kurz vorm „Hirscheck“, der berüchtigten Engstelle.

Dann wurde es ernst: Mit vereinten Kräften und lauten „Lond it luck“-Rufen begann das Aufstellen. Schritt für Schritt richtete sich der Baum auf, gesichert durch die langen „Baumscheren“. Gut, dass auch heuer wieder erfahrene Hände dabei waren, die den Ablauf koordinierten und dafür sorgten, dass alles reibungslos verlief.

Oberbürgermeister Matthias Henne begrüßte die zahlreichen Besucher und wies als rührigster Markenbotschafter Bad Waldsees auf das heurige Jubiläumsjahr – 1100 Jahre erste urkundliche Erwähnung, 600 Jahre Rathaus und 70 Jahre Prädikat „Bad“ – hin. In diesem besonderen Jahr sei Bürgersinn, Zusammenhalt und Gemeinschaft zu feiern und dazu gehöre auch der alte Brauch des Maibaumstellens, so der OB. Dank an die Manpower der Jungelfer, denn es sei durchaus nicht üblich, den Baum mit reiner Muskelkraft aufzustellen. Dank sprach er auch dem wortgewandten Moderator Barny Bitterwolf aus.

Im Anschluss trugen Vertreter der verschiedenen Handwerkszünfte ihre traditionellen Segenssprüche vor: Andreas Hepp für die Maler, Eva-Maria Bucher für die Schreiner, Erich Arzenbacher für die Zimmerleute, Siegbert Kranz für die Bauern und Markus Grüninger für die Metzger.

Für den kulturellen Teil sorgte die Volkstanzgruppe Winterstettendorf, die mit ihren Trachten und Tänzen – von Polka bis Walzer – das Publikum begeisterte.

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Am Czardas und an den Imbissständen fanden die Besucher alles, was zu einem gelungenen Fest dazugehört.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Solche Tage sind mehr als nur Veranstaltungen im Kalender. Sie zeigen, wie stark das Miteinander vor Ort ist. Traditionen wie das Maibaumstellen verbinden Generationen, geben Orientierung – und machen ein Stück Heimat erlebbar.

Siegbert Kranz

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Barny Bitterwolf hilft beim Aufstellen mit: Mit aufmunternden Worten und den alten Ruf: Lond it luck!

Mehrere hundert Zuschauer trotzten dem kalten Wind.

Bad Waldsees Markenbotschafter Nummer 1: OB Matthias Henne.

Sie hatten einen Premiumplatz.

Andreas Hepp, Malermeister.

Eva-Maria Bucher, Schreinermeisterin.

Erich Arzenbacher, Zimmermeister.

Markus Grüninger, Metzgermeister.

Jungelfer.

Volkstanzgruppe Winterstettendorf.

Musik gehört einfach dazu.

Text und Fotos: Erwin Linder

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Erwin Linder
veröffentlicht am
02.05.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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