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Bad Waldsee – Unter dem Motto „Ackern. Austauschen. Auftanken. – Bio-Bäuerinnen vernetzen sich“ kamen am Samstag, 19. September, gut 20 Frauen aus der Bio-Landwirtschaft zu einem Hof-Gespräch auf dem Biohof Bohner bei Bad Waldsee zusammen. Die Veranstaltung wurde von der AÖL – Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. – in Kooperation mit der Bio-Musterregion Ravensburg und dem ÖkoNetzBW organisiert und bot Raum für fachlichen Austausch, persönliche Begegnungen und gegenseitige Unterstützung. Begleitet wurde die Veranstaltung von „ErnteZeit“, dem neuen Kanal für regionales Bio, die die Stimmung im Nachgang medial auf den sozialen Medien teilen und die Geschichte des Abends erzählen werden.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie Frauen in der Landwirtschaft sichtbarer werden, ihre Interessen stärken und sich im Alltag besser unterstützen können. Anlass war das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026, das die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft stärker in den Blick rückt. So betonte auch Gastgeberin Marion Bohner in ihrer Begrüßung: „Wir wollen zeigen, wie vielfältig die Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft ist, und einen Ort schaffen, an dem wir offen über unsere Erfahrungen, Herausforderungen und Ideen sprechen können. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen, profitieren nicht nur wir selbst, sondern unsere gesamten Betriebe und ländlichen Räume.“
Auch Ministerialdirektorin Isabel Kling nahm an dem Abend teil und hob die unverzichtbare Arbeit der Frauen in der Landwirtschaft in ihrem Grußwort hervor: „Eigentlich sollte jedes Jahr das Jahr der Frauen in der Landwirtschaft sein, denn ohne Sie funktioniert es einfach nicht. Sie versorgen unser Land. Sie sorgen dafür, dass Baden-Württemberg so aussieht, wie es aussieht, dass die Leute hier gerne leben, dass wir das als unser Daheim sehen. Viele kommen sogar hierher, zahlen Geld und machen Urlaub. Und das würde ohne Ihre Arbeit nicht funktionieren. Und deshalb lassen Sie sich von niemandem einreden, dass das, was sie machen, nicht gut genug ist. Sie sind jede auf ihrem Platz einfach tolle Frauen! Und wir sind stolz, dass wir Sie in Baden-Württemberg haben.“
Frauensolidarität als Schlüssel
Nach den Grußworten gab Gunda Rosenauer, Professorin für Sozialwissenschaften an der Hochschule in Ludwigsburg, den inhaltlichen Impuls des Abends. Unter dem Titel „Frauensolidarität – Gemeinsam sind wir stärker!“ setzte sie sich mit Vorurteilen über Konkurrenz und Spannungen unter Frauen auseinander und zeigte anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse und historischer Beispiele, welche Kraft gemeinsames Handeln entfalten kann.

Professorin Gunda Rosenauer spricht in ihrem Vortrag zum Thema Frauensolidarität: Foto: ErnteZeit Media
Ob Frauenwahlrecht, die Bürgerrechtsbewegung um Rosa Parks oder erfolgreiche Protestbewegungen von Frauen in verschiedenen Ländern: Immer wieder habe sich gezeigt, dass gesellschaftliche Veränderungen möglich werden, wenn Frauen sich zusammenschließen und solidarisch handeln. Zugleich sprach Rosenauer über Herausforderungen im Alltag – etwa gegenseitige Abwertung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, finanzielle Absicherung und die häufig unsichtbare Arbeit von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben.
Gemeinsames Essen verbindet
Bei einem gemeinsamen Vesper mit Dinnete der Biolandbäckerei Müller und Getränken konnten die Teilnehmerinnen in lockerer Runde über das Gehörte ins Gespräch kommen und sich über ihre Erfahrungen austauschen. Sie diskutierten in passender Kulisse an einer langen Tafel mitten im Kuhstall über betriebliche Herausforderungen, soziale und politische Rahmenbedingungen sowie über Wege, die Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft stärker sichtbar zu machen.
Die Veranstaltung machte deutlich: Frauensolidarität beginnt im Kleinen, im persönlichen Austausch, in gegenseitiger Unterstützung und in gemeinsamen Initiativen – und kann von dort aus wachsen, Netzwerke stärken und nachhaltige Veränderungen in Landwirtschaft und Gesellschaft anstoßen.

Ministerialdirektorin Isabel Kling richtet sich mit ihrem Grußwort an die Bio-Bäuerinnen. Foto: ErnteZeit Media

Angeregter Austausch unter Frauen. Vorne links: Martina Braun MdL (Grüne), vorne rechts: Ministerialdirektorin Isabel Kling, rechts Zweite von vorne: Andrea Gmeinder (Amtsleiterin Landwirtschaftsamt Ravensburg). Foto: ErnteZeit Media

































