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    Leserbrief

    Agri-PV um jeden Preis?

    veröffentlicht am: 30.06.2026
    Autor: Dr. Margret Brehm, Peter Volkmann-Brehm
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Zum Bau einer 13 Hektar umfassenden Agri-PV-Anlage bei Arisheim (aufgeständerte Photovoltaik auf landwirtschaftlicher Nutzfläche):

    Am 23. Juni, an dem die SZ über Agri-Photovoltaikanlagen bei Bad Waldsee berichtete, hat am Abend der Ortschaftsrat von Reute-Gaisbeuren eine solche Großanlage mit 13 Hektar im Teilort Arisheim genehmigt.

    Wir wissen, dass unser Energiehunger riesengroß ist. Wir wissen auch, dass Landschaftsbild und Sichtachsen keine Rolle mehr spielen bei der Energiewende, insbesondere im Landkreis Ravensburg, der Agri-PV-Landkreis Nr. 1 werden will, obwohl hier nur 1/5 der Dächer mit PV-Anlagen belegt sind.

    Trotzdem lohnt es sich hinzuschauen, wo solche Anlagen geplant sind, speziell jetzt bei der geplanten Anlage in Gaisbeuren-Arisheim.

    Wenn man aus dem Schorrenwald, von Bad Waldsee kommend, Richtung Süden unmittelbar vor dem Weiler Arisheim heraustritt, eröffnet sich ein Blick in die oberschwäbische Heimat mit einem Wow-Effekt. Links, auf einem Drumlin, liegt die Volkertshauser Kapelle, ein beliebtes Fotomotiv. In der Senke befindet sich ein großes Feuchtbiotop, das vom Landkreis über Jahrzehnte gepflegt wird. Vor uns die gesamte gigantische Alpenkette. Der Weg, der mitten durch die geplante Anlage führt, ist Jakobspilgerweg, Donau-Bodenseeradweg und Wanderweg, der den Kurgästen von Bad Waldsee in ihren Prospekten empfohlen und von allen Gruppen rege genutzt wird. Solche Landschaften tun der Seele gut!

    Gibt es nicht andere, weniger exponierte Stellen für so eine industrielle Großanlage?

    Die Frage ist zudem, wie die Anwohner der angrenzenden vier Ortschaften reagieren. Offiziell wurde noch niemand über dieses radikale Vorhaben informiert. Bedenken gibt es bei allen Anrainern bezüglich der Belastungen durch Strahlung, Erwärmung, Verbreiterung der Zufahrtswege, Baustellenverkehr über lange Zeit, akustische Belästigungen durch Trafos und durch riesige Wechselrichter. Der Abstand zur Wohnbebauung ist wesentlich zu gering.

    Falls die Großanlage kommt, müssen viele Wanderführer neu geschrieben werden.

    Auch die Stadt Bad Waldsee wird als Kurstadt nicht von so einem privaten Gewinn-orientierten Projekt profitieren.

    Und die dritte avisierte Trasse der B30-Umgehung soll auch noch hinter der PV-Anlage möglich sein.

    as soll der Natur noch alles zugemutet werden?
    Dr. Margret Brehm, Peter Volkmann-Brehm, Bad Waldsee-Arisheim
    (direkte Angrenzer an die geplante PV-Anlage)

    Anm. d. DBSZ-Red.: Leserbriefe sind Meinungsäußerungen. Die Redaktion der Bildschirmzeitung akzeptiert ein breites Spektrum an Meinungen. Nicht veröffentlich werden extremistische, persönlichkeitsverletzende oder offensichtlich wahrheitswidrige Äußerungen.

    Bevorzugt veröffentlichen wir Leserbriefe zu lokalen und regionalen Themen. Aber auch Meinungsäußerungen zu allgemeinen Themen, die die hiesige Leserschaft bewegen, werden gerne entgegengenommen.

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    Dr. Margret Brehm, Peter Volkmann-Brehm
    veröffentlicht am
    30.06.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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