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Die 62. Kurzstrecken-Regatta des Rudervereins Waldsee

500 Meter Spannung

Foto: Erwin Linder
So sehen Sieger aus: Benjamin Baumann (TRV Fidelia), Tom Klys (RCN), Christian Heszler (RCN), Florian Schiedt  RG Waiblingen), Moritz Baumann (RG Waiblingen), Fabian Schwab (RG Waiblingen), Max Schwab (RG Waiblingen), St. Jule Baumann (2006, RG Waiblingen). OB Matthias Henne hatte ihnen zuvor den Pokal der Stadt Bad Waldsee überreicht und applaudiert den Sportern.
veröffentlicht am: 22.09.2026
Autor: Erwin Linder
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Bad Waldsee – Zwei Tage lang war der Stadtsee am vergangenen Wochenende (19./20.9.) wieder fest in der Hand der Ruderer. Bei bestem Spätsommerwetter veranstaltete der Ruderverein Waldsee seine 62. Kurzstrecken-Regatta. Rund 340 Sportlerinnen und Sportler aus 34 Vereinen gingen an den Start. Insgesamt waren rund 800 Boote gemeldet, die in 212 Läufen um Siege und Platzierungen kämpften.

Die Waldseer Regatta ist eine sogenannte Sprintregatta: Die Strecke ist gerade einmal 500 Meter lang. Gerudert wird auf sechs Bahnen, die mit dem Voll-Albano-System ausgestattet sind. Das Teilnehmerfeld war dabei ausgesprochen international. Neben Vereinen aus Deutschland waren zahlreiche Mannschaften aus der Schweiz und Österreich sowie aus dem benachbarten Bayern am Start. Einige Rennen waren hochklassig besetzt – mit amtierenden und ehemaligen deutschen Meistern.

Millimeterarbeit vor dem Start

Wer die Rennen beobachtete, konnte bereits vor dem eigentlichen Start sehen, wie viel Präzision im Rudersport steckt. Auf einem schwimmenden Ponton hält ein Starthelfer das jeweilige Boot am Heck fest. Erst wenn alle Boote exakt parallel liegen und die Bugspitzen auf einer Höhe sind, ist die Startaufstellung perfekt.

Von der anderen Seeseite wird dabei kontrolliert, ob wirklich alle Boote exakt auf gleicher Höhe liegen – gewissermaßen „über Kimme und Korn“. Schließlich soll jeder Ruderer und jede Mannschaft exakt dieselben 500 Meter zurücklegen.

Dann ertönt das Kommando „Achtung!“. Die Startampel schaltet von Rot auf Grün. Im gleichen Augenblick lässt der Starthelfer das Boot los – und schon geht es mit voller Kraft über den Stadtsee.

Herbert-Zettler-Preis erstmals vergeben

Eine besondere Premiere gab es in diesem Jahr mit dem Herbert-Zettler-Preis. Er erinnert an Herbert Zettler, der über viele Jahre als Vorsitzender den Ruderverein Waldsee wesentlich geprägt hatte.

Der neue Preis ging an die Jugendmannschaften des Ulmer Ruderclubs Donau, die mit den meisten Jugendlichen bei der Regatta vertreten waren. Die Auszeichnung war dabei etwas ganz Besonderes: Übergeben wurden die Originalskulls von Herbert Zettler.

Seine Tochter hatte sich gewünscht, dass diese Skulls nicht irgendwo an einer Hallenwand hängen und dort verstauben. Ihr Vater habe gewollt, dass sie im Einsatz bleiben. Herbert Zettler hatte die Skulls erst kurze Zeit vor seinem Tod für sich selbst gekauft. Nun kommen sie wieder dorthin, wo sie hingehören: aufs Wasser.

Damit wurde aus dem Gedenken an den langjährigen Vereinsvorsitzenden zugleich eine Verbindung zur jungen Generation des Rudersports.

Sieg für Ulm im Männer-Einer

Auch im Einer wurde hochklassiger Rudersport geboten. Den Sieg holt sich in einem starken Teilnehmerfeld Mikel Mardaras-Peters vom Ulmer Ruderclub Donau e.V. der sich zudem mit seiner starken Jugendbeteiligung den erstmals vergebenen Herbert-Zettler-Preis sicherte.

Waldseer Ruderer sorgen spontan für Spannung im Achter

Der sportliche Schlusspunkt des Sonntags war das Achterrennen um den Preis der Stadt Bad Waldsee. Zunächst hatten sich dafür lediglich zwei Achter gemeldet. Doch die Waldseer Ruderer stellten spontan noch eine eigene Mannschaft zusammen. So wurde aus dem zunächst kleinen Feld ein zusätzlich spannendes Rennen.

Den Pokal der Stadt Bad Waldsee gewann schließlich eine Renngemeinschaft aus TRV Fidelia, Ruderclub Nürtingen und Ruderclub Vaihingen.

Im siegreichen Boot saßen Benjamin Baumann (TRV Fidelia), Tom Klys (RCN), Christian Heszler (RCN), Florian Schiedt  (RG Waiblingen), Moritz Baumann (RG Waiblingen), Fabian Schwab (RG Waiblingen), Max Schwab (RG Waiblingen). Als Steuerfrau war Jule Baumann vom Ruderclub Waiblingen mit an Bord.

Und wie es sich bei einem solchen Sieg gehört, blieb es für die Steuerfrau nicht allein bei Pokal und Urkunde. Nach alter Rudertradition wurde Jule Baumann von ihren Ruderkameraden im Stadtsee getauft.

Den Pokal der Stadt übergab Oberbürgermeister Matthias Henne. In seiner Ansprache stellte er die Bedeutung des Ehrenamtes heraus. Gerade beim Ruderverein Waldsee könne man vorbildlich erleben, was möglich sei, wenn ein ganzer Verein zusammenhalte. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung könne nur bewältigt werden, wenn wirklich alle gemeinsam anpacken.

Zugleich würdigte Henne die große Strahlkraft des Rudervereins weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Mit Veranstaltungen wie der Kurzstrecken-Regatta sei der Verein ein wichtiges Aushängeschild Bad Waldsees und trage wesentlich zur Außenwirkung und zum Image der Stadt bei.

Auch neben der Rennstrecke war einiges geboten

Die Rennen begannen am Samstag um 12.00 Uhr mit den verschiedenen Vorläufen und zogen sich über das gesamte Wochenende. Dabei konnten die Zuschauer nicht nur spannenden Rudersport unmittelbar am Wasser erleben. Auf dem Vereinsgelände herrschte eine ausgesprochen angenehme Regatta-Atmosphäre.

Für die Verpflegung war bestens gesorgt. Neben gutem Essen und Getränken erfreute sich besonders die Kaffeetafel mit ihren zahlreichen selbstgebackenen Kuchen großer Beliebtheit.

Auch organisatorisch verlief das Wochenende reibungslos. In enger Abstimmung mit der DLRG war für die Sicherheit auf dem Wasser gesorgt. Es gab keine besonderen Vorkommnisse und keine Verletzten – um es mit einem Augenzwinkern zu sagen: nicht einmal einen Mückenstich.

So bot die 62. Waldseer Kurzstrecken-Regatta an beiden Tagen alles, was eine gelungene Sportveranstaltung ausmacht: hochklassigen Rudersport, spannende Rennen, Nachwuchs, internationale Beteiligung, engagierte Ehrenamtliche und ein bestens aufgelegtes Publikum. Und über allem lag der Stadtsee, der sich bei herrlichem Wetter einmal mehr als perfekte Bühne für den Waldseer Rudersport präsentierte.

Regatta-Impressionen           

Helfende Hände sorgen am Startponton, dass alle Boote gleich ausgerichtet sind.

Nach dem ersten Schlag fangen die Boote schon an, sich zu sortieren.

Chillout am Renn-Nachmittag im Bootshaus.

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Mikel Mardaras-Peters vom Ulmer Ruderclub Donau e.V holt sich den Titel im Männer Einer.

Ein strahlender Sieger, mit Preisen reich bedacht.

Ein Schläfchen in Ehren …

Ruderromantik am Stadtsee.

Der Stadtsee als Regattastrecke sauber aufgeteilt.

Die Sieger um den Preis der Stadt Bad Waldsee beim Zieleinlauf: TRV Fidelia, Ruderclub Nürtingen und Ruderclub Vaihingen.

Bad Waldsees Chefmarketer OB Matthias Henne findet stets das richtige Wort.

Verdiente Gewinner des Herbert-Zettler-Preises: Die Jugend des Ulmer Ruderclubs Donau e.V.

Die Liege spricht für sich.

Die obligatorisch Stadtseewasser-Taufe für die Steuerfrau.

Text und Fotos: Erwin Linder

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veröffentlicht am
22.09.2026
Lesedauer: ca. 5 Minuten
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