38 junge Bauern, Bäuerinnen und Hauswirtschafterinnen treten ins Berufsleben ein


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Bad Waldsee – Am Donnerstag, 22. Oktober, erhielten 38 junge Bauern, Bäuerinnen und Hauswirtschafterinnen bei einer stimmungsvollen Feier im Haus am Stadtsee ihre Ausbildungsabschlusszeugnisse. Damit sind sie fit für den Schritt ins Berufsleben. Dass sie sich für anspruchsvolle, vielseitige und gesellschaftlich unverzichtbare Berufe entschieden haben, wurde an diesem Abend immer wieder deutlich.

Sie haben den Abschluss als Hauswirtschafterin in der Tasche: fünf Absolventinnen (mit Ausbildern und weiteren Repräsentanten des Berufes).

Thomas Lötsch (Bild), Dezernent für Landwirtschaft im Landratsamt Ravensburg, eröffnete die Feier. In seiner Ansprache stellte er die Absolventinnen und Absolventen in den Mittelpunkt. Sie hätten viel gelernt, Prüfungen bestanden und könnten nun stolz auf das Erreichte sein. Dazu gratulierte er ihnen im Namen des Landratsamts.
Die jungen Menschen hätten Berufe ergriffen, die die Gesellschaft dringend brauche und die sich nicht einfach durch künstliche Intelligenz ersetzen ließen. Die Landwirtschaft erzeuge unsere Lebensmittel und sei damit zentral für unser Leben. Ohne die Bauern hätten wir nichts auf dem Tisch. Ebenso unverzichtbar seien die Hauswirtschafterinnen. Sie kümmerten sich nicht nur um die Organisation und Qualität des Essens, sondern auch darum, dass Menschen sich in Einrichtungen wie Pflege- und Altenheimen gut aufgehoben fühlten.
Hinter den Zahlen stünden Menschen, die sich bewusst für einen anspruchsvollen Beruf entschieden hätten. Landwirtschaft biete die Möglichkeit, etwas zu gestalten und zu bewegen. Lötsch ermunterte die jungen Berufsleute, bisherige Arbeitsweisen kritisch zu hinterfragen und offen für neue Ideen zu bleiben. Landwirtschaft sei ein kreativer Beruf mit Zukunft. Zugleich dankte er allen, die die jungen Menschen auf ihrem Ausbildungsweg begleitet und unterstützt hatten.
Grußworte mit Wertschätzung und guten Wünschen

Das Moderatoren-Duo Ulrich Zinser und Ann-Katrin Peters.
Ulrich Zinser, im Landratsamt für die Ausbildung der jungen Landwirte zuständig, und Ann-Katrin Peters, die sich dort um die Ausbildung der Hauswirtschafterinnen kümmert, führten gemeinsam durch den Abend. Sie moderierten die Veranstaltung und kündigten die weiteren Grußworte an.

Joachim Kappler (Bild), stellvertretender Vorsitzender des Bauernverbandes Allgäu-Oberschwaben, machte deutlich, wie wichtig die Landwirtschaft für die tägliche Ernährung ist. Die Bauern sorgten dafür, dass die Menschen dreimal am Tag satt würden. Vielen Menschen, die täglich einkaufen, sei allerdings gar nicht bewusst, woher ihre Lebensmittel stammten und wieviel Arbeit dahinterstecke. Nun liege es auch an den jungen Absolventinnen und Absolventen, dafür zu sorgen, dass hochwertige Nahrungsmittel auf den Tischen der Bevölkerung landeten.
Der Bauernverband hatte ein passendes Geschenk mitgebracht: ein T-Shirt mit der Aufschrift „Wir machen Landwirtschaft mit Herz und Verstand“. Kappler erinnerte außerdem daran, dass das Lernen mit dem Ausbildungsabschluss nicht beendet sei. Lebenslanges Lernen und der Aufbau beruflicher Netzwerke seien wichtig. Den jungen Leuten wünschte er weiterhin viel Freude an ihrem Beruf.

Gisela Eisele (Bild), Kreisvorsitzende des Landfrauenverbands Ravensburg, rückte die Hauswirtschaft in den Mittelpunkt. Hauswirtschaft sei weit mehr als Kochen, und Hauswirtschafterinnen würden überall dringend gesucht. Umso schöner sei es, wenn nun junge Frauen mit voller Frauenpower ins Berufsleben starteten. Ihr Geschenk passte dazu: ein Frauenpower-Meterstab.

Mang Schiele (Bild), Abteilungsleiter der landwirtschaftlichen Berufsschule am Berufsschulzentrum Wangen, nahm die Gäste mit auf einen Rückblick auf das frühere und heutige Schulleben. Er unterstrich die Bedeutung der schulischen Ausbildung in Verbindung mit der praktischen Arbeit im Betrieb. Gerade diese Verbindung mache das deutsche duale Ausbildungssystem aus. Den jungen Absolventinnen und Absolventen wünschte er viel Glück auf ihrem weiteren Lebensweg.

Christine Dorn-Bohner (Bild), Vorsitzende des VLF Ravensburg-Waldsee, fand deutliche Worte. Gleich zu Beginn ihres Grußwortes stellte sie fest: „Landwirtschaft ist doch eigentlich der schönste Beruf.“ Sie erinnerte an die Entstehung des Landwirtschaftlichen Hauptfestes. Nach dem global wirksamen Vulkanausbruch des Tambora im fernen Indonesien im Jahr 1815 und den darauf folgenden Hungerjahren war 1816 als „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte eingegangen. Kälte und Regen hatten zu schweren Ernteausfällen geführt. König Wilhelm I. von Württemberg gründete 1818 das Landwirtschaftliche Hauptfest, um die Landwirtschaft zu fördern.
Auch heute stünden die Bauern vor großen Herausforderungen. Klimabedingte Trockenheit und steigende Kosten verlangten ihnen viel ab. Umso wichtiger sei ihre Aufgabe, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Dorn-Bohner mahnte die jungen Berufsleute, sich nicht auf ihrem Bildungsstand auszuruhen. Wer sich auf seiner Bildung ausruhe, bleibe nicht stehen, sondern gehe rückwärts. Ebenso wichtig sei die Solidarität unter Berufskollegen. Obwohl die Bauern nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ausmachten, sei ihr Berufsstand für die gesamte Gesellschaft von großer Bedeutung, resümierte Christine Dorn-Bohner, die für den Verein landwirtschaftlicher Fachbildung Ravensburg.-Waldsee (VLV) sprach. Auch sie wünschte den Absolventinnen und Absolventen alles Gute für die Zukunft.
Aus Fehlern lernen und die eigene Nische finden

Den Festvortrag hielt Heribert Kohlöffel (Bild) aus Horgenzell-Pfärrenbach. Er erzählte nicht einfach von theoretischen Erfolgsrezepten, sondern von seinem eigenen Werdegang als Landwirt. Auch er hatte eine Ausbildung absolviert und anschließend Wanderjahre unternommen, um in verschiedenen Betrieben Erfahrungen zu sammeln. Dabei blieb auch er nicht von Fehlentscheidungen verschont. Als in den 70er-Jahren die Empfehlung lautete, die Kühe aus den Ställen zu nehmen und stattdessen Schweine zu halten, folgte er diesem Rat. Doch schon bald stellte er fest, dass er mit der Schweinehaltung auf dem Holzweg war. Also sattelte er erneut um und begann, Salate anzubauen. Auch dieser Weg erwies sich zunächst als schwierig, insbesondere bei der Eigenvermarktung. Inzwischen hat er jedoch gemeinsam mit der Gastronomie und einem neuen Marketingkonzept einen erfolgreichen Weg gefunden.
Seine Geschichte machte Mut, Rückschläge nicht als Ende, sondern als Chance zu begreifen. Man dürfe nicht stehen bleiben, müsse sich weiterentwickeln und immer wieder überlegen, wie man die eigene Nische in der Landwirtschaft finden könne. Mit dieser Botschaft und guten Wünschen für die jungen Landwirtinnen und Landwirte schloss Kohllöffel seinen Vortrag.
Sketche sorgten für Heiterkeit

Lustiges aus ihrer Ausbildungszeit berichteten diese Absolventen.
Dass die Absolventinnen und Absolventen nicht nur fachlich etwas zu bieten hatten, bewiesen sie mit ihren eigenen Bühnenbeiträgen. Unter dem Motto „Weißt du noch? Wer will’s wissen? Na klar, ich will’s wissen!“ brachten die jungen Landwirte lustige Begebenheiten aus ihrer Ausbildungszeit auf die Bühne – auf die Bretter, die bekanntlich die Welt bedeuten.

Die Hauswirtschafterinnen hatten ebenfalls ein eigenes Programm vorbereitet. Unter dem Titel „Heldinnen für den Alltag“ (Bild) stellten sie sich und ihre Arbeit vor und zeigten auf unterhaltsame Weise, wie vielseitig ihr Beruf ist.
Mit der Übergabe der Ausbildungszeugnisse und der Ehrung der Besten aus den einzelnen Klassen näherte sich der Abend seinem Höhepunkt. Die Freude über das Erreichte war den jungen Leuten anzusehen. Für sie beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, in dem sie das Gelernte in die Praxis umsetzen und ihre beruflichen Wege gestalten können.
Zum gemütlichen Ausklang trafen sich die Gäste im Foyer des Hauses am Stadtsee. Bei Snacks und Getränken blieb Zeit für Gespräche, Begegnungen und den Austausch über die Zukunft der Landwirtschaft und der Hauswirtschaft. So endete eine Feier, die nicht nur erfolgreiche Ausbildungsabschlüsse würdigte, sondern auch deutlich machte, wie wichtig engagierte junge Menschen für diese beiden Berufsfelder sind.
Die Absolventinnen und Absolventen
Ausbildung zur Hauswirtschafterin:
Blini, Sabrina: Bad Wurzach
Moor, Tatjana: Kisslegg
Müller, Sindy: Ertingen
Müller-Hengge, Carola: Isny-Beuren
Mujkic, Melanie: Wangen (nicht anwesend auf der Lossprechungsfeier)
Yevhenieva, Olha: Bad-Waldsee-Reute
Folgende Besten wurden ausgezeichnet:
Blini, Sabrina: Bad Wurzach
Moor, Tatjana: Kisslegg
Müller-Hengge, Carola: Isny-Beuren
Müller, Sindy: Ertingen
Ausbildung zum Landwirt, zur Landwirtin:
Niklas Angele, Leutkirch
Mia Bay, Leutkirch-Wuchzenhofen
Lucia Bentele, Ravensburg
Jason Lee Eberle, Tettnang
Verena Einsiedler, Leutkirch
Johann Fleck, Aichstetten
Lukas Flock, Neukirch
Moritz Helbling, Neukirch
Talea Kreft, Ostrach
Pia Kuhn, Aichstetten
Lucia-Angelina Linder, Argenbühl-Eisenharz
Lenny Malthaner, Bad Wurzach
Mellanie Mimm, Bergatreute
Eva Nachbaur, Lindau
Johanna Scheel, Isny
Lucia Schilling, Friedrichshafen
Tobias Schilling, Römerstein/Strohweiler
Johanna Schmid, Bergatreute
Elias Schöllhorn, Bad Wurzach
Jonas Schuler, Kißlegg-Immenried
Beate Segelbacher, Meckenbeuren-Kehlen
Elfie Straßer, Ravensburg
Piet Stümke, Weingarten
Laurenz Walser, Tettnang
Nicole Weber, Argenbühl-Eisenharz
Patrick Wolf, Großerlach
Am 22. Oktober nicht anwesend waren (und daher auch nicht mit auf dem Foto):
Emil Denzel, Ravensburg
Josephine Johanna Maria Gutmair, Isny
Simon Meschenmoser, Illmensee
Steffen Hengge, Kisslegg
Die fünf besten Absolventen waren:
Mia Bay, Lukas Flock, Tobias Schilling, Johanna Schmid und Steffen Hengge (nicht anwesend)
Text und Fotos: Erwin Linder
































