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Gaisbeuren – Der Leonhardsritt in Gaisbeuren findet alljährlich an jenem Sonntag statt, der dem Leonhardstag – dem 6. November – am nächsten liegt. Heuer also am 8. November (10.30 Uhr Gottesdienst, 13.00 Uhr Flurritt; siehe Extra-Ankündigung am Ende dieses Artikels unter „Lesen Sie hierzu auch“). Am 6. November, am eigentlichen Tag, kamen in der Gaisbeurer Leonhardskirche Gläubige zusammen, um den Heiligen zu feiern und Gemeinschaft zu pflegen. Rudi Heilig war dabei, auch beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im „Adler“. Hier sie Bericht:
Am Namenstag des Heiligen Leonhard (6. November) wird in Gaisbeuren in der Leonhardskirche stets ein festlicher Gottesdienst gefeiert. „Schön, dass heute so viele Frauen und Männer mitfeiern“, mit diesem Satz begann Pfarrer Stefan Werner den Festgottesdienst. Bei der Frage: „Was sind Heilige“ kam spontan die Antwort eines Teilnehmers „Leute wie Du und ich“. Hier stimmte der Geistliche gleich zu: „Ja, wir alle sind zur Heiligkeit berufen“.

In seiner Predigt erinnerte Stefan Werner (Bild) an den heiligen Leonhard, welcher in der Zeit um 500 nach Christus in Limoges (Frankreich) lebte. Er soll als Kind einer fränkischen Adelsfamilie geboren worden sein. Er wurde Einsiedler und lebte in einer Zelle in einem Wald. Eigentlich sollte er Bischof werden und ein Bistum leiten, doch weil er sich von dieser Aufgabe überfordert fühlte, blieb er ein einfacher Diakon, ein Diener Gottes. Weil er der Legende nach auch vielen Gefangenen zur Freiheit verhalf, wird er auch als „Kettenbrecher“ verehrt. So war es nicht verwunderlich, dass Pfarrer Werner eine massive Kette vorhielt: „Werden auch wir zu Kettenlösern, angesichts heutiger vieler Ängste und Sorgen.“ Aber auch: „Ketten können verbinden und auch Halt geben.“ Wie schon in Gaisbeuren gewohnt, spielte Organist Hermann Hecht auch bei diesem festlichen Gottesdienst meisterhaft die Kirchenorgel.

Die Kette ist das Attribut des Heiligen Leonhard (hier die Figur in der Gaisbeurener Leonhardskirche).
Nach diesem Gottesdienst hieß der Gruß des Pfarrers nicht: „Geht hin in Frieden“, sondern „Geht alle mit ins benachbarte Hotel „Adler“, halten wir diese Tradition aufrecht.“ Das ließen sich die vielen Besucher nicht zweimal sagen und füllten die Gaststube komplett. Hier versorgte Familie Bösch die Gäste mit knackigen Saitenwürsten. Eine sehr lebhafte Unterhaltung galt vielen örtlichen Themen. Bei der Bezahlung durfte gestaunt werden, denn die Getränke waren bereits beglichen.
Text und Fotos: Rudi Heilig
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