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    Bernd Mauchs Alt-Kißlegg-Kalender

    Das Septemberblatt war dem Gasthaus „Straßburg“ gewidmet

    Foto: privat
    „Straßburg“-Wort Georg Kolb sen. war eine leidenschaftlicher Ziehorgelspieler. Diese Aufnahme datiert Heimatpfleger Bernd Mauch auf 1930. Das Foto stammt aus seinem Archiv.
    veröffentlicht am: 01.11.2026
    Autor: Bernd Mauch
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Kißlegg – Heimatpfleger Bernd Mauch hat uns vor einiger Zeit das Septemberblatt seines Alt-Kißlegg-Kalender zukommen lassen und dabei nachfolgende Ausführungen gemacht. Auf dem Septemberblatt befasst er sich mit dem ehemaligen Gasthaus „Straßburg“. Auch wenn der September nun doch schon einige Tage zurückliegt, sind Bernd Mauchs Schilderungen zur „Straßburg“ unverändert lesenswert:

    Es liegt etwas außerhalb des Kernortes Kißlegg. Vorbei am Wolfegger Schloss, kurz nach der Lorettokapelle, sieht man schon das Gasthaus „Zur Straßburg“. Urkundlich erwähnt erstmals 1808, war es bereits 1824 als Wirtschaft bezeichnet unter Carl Seeger. Ab 1845 ist Gebhard Pfanner als Besitzer der „Straßburg“ verzeichnet. 1850 verkauft Gebhard Pfanner die „Straßburg“ an Josef Kiene aus Leupolz.

    1854, am Mittfastenmarkt (ein traditioneller Jahrmarkt, der in der Mitte der christlichen Fastenzeit stattfindet), brennt die Wirtschaft „Zur Straßburg“ ab, wird in den Monaten darauf wieder aufgebaut. 1862 gesteht ein „Rumziehender“, den Brand gelegt zu haben, „um den Marktleuten eine Freude zu machen“. 1878 heiratet Johanna, die Tochter von Josef Kiene, den Kutscher Josef Anton Kolb aus Merazhofen und übernimmt mit ihm die elterliche Gastwirtschaft. Ab 1912 führt der Sohn Georg Kolb mit seiner Ehefrau Magdalena die „Straßburg“ weiter, der sie nach vielen erfolgreichen Jahren wiederum an seinen Sohn Georg jun. und dessen Ehefrau Helene übergibt. Diesem Wirt kam der Bau des naheliegenden Kurhauses Loretto (1949) sehr zugute, da die Kurgäste die „Straßburg“ gerne und oft besuchten. Es lag sicherlich auch daran, dass Georg Kolb jun. ein leidenschaftlicher Musikant war (wie vorher auch schon sein Vater), der in der Gaststube für die Gäste Ziehharmonika spielte; die Gaststube wurde so häufig zum Tanzboden. Georg Kolb jun. verstand es auch meisterhaft, seine Gäste zu unterhalten, seine Frau Helene servierte dazu gute Hausmannskost. Man konnte in der „Straßburg“ viele schöne Stunden verbringen und wenn man an kalten Wintertagen am Sonntagnachmittag in der Gaststube am warmen Kachelofen bei einem süffigen Farny-Bockbier saß, dabei die Wilhelm-Busch-Sprüche auf den Ofenkacheln betrachtete, konnte man schon mal die Zeit vergessen. Die raue Wirklichkeit holte einen dann spätestens ein, wenn man die „Straßburg“ verließ und wieder in die kalte Winterluft rauskam. Da hat es manchem, aufgrund des vorher genossenen Bockbieres, die Füße weggezogen und der sonst kurze Weg zurück nach Kißlegg zog sich doch recht lange hin. Im Sommer konnte man draußen im Biergarten sitzen und die Sonne genießen.

    1994 wurde die Straßburg durch den Sohn Andreas Kolb innen und im Eingangsbereich neugestaltet, ganz im Stil eines irischen Pubs. Es gab sogar Guinness-Bier vom Fass, an den Wänden hingen Spiegel mit Whiskyreklame. Andreas Kolb war ein begnadeter Koch, der exklusive Speisen servierte, die man zu dieser Zeit in Kißlegg sonst nirgends bekam. Später wurde die Straßburg noch durch Bernd Dux umgetrieben, der zu dieser Zeit auch erfolgreich das Gasthaus „Linde“ in Kißlegg führte. Leider wurde das Lokal dann geschlossen und heute wird es als Wohnhaus genutzt.

    Ansichtskarte von 1907.

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    Ansichtskarte von 1938.

    Ansichtskarte von 1959.

    Ansichtskarte von 1970.

    Das Septemberblatt aus Bernd Mauchs historischem Kißlegg-Kalender für 2026. Ein Kalender für 2027 ist in Vorbereitung. Wir dürfen gespannt sein, welche Themen der Heimatpfleger darin aufgreifen wird.

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    Bernd Mauch
    erstmals veröffentlicht am
    31.10.2026
    erneut veröffentlicht am
    01.11.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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