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Leserbrief

Die Resonanz ist überwältigend

Foto: Petition
Der Heiligblut-Altar in der Basilika in Weingarten stammt von 1931. Der Kirchengemeinderat hat sich für seine Entfernung und eine Neugestaltung des Altarraums mit Neupräsentation der Reliquie entschieden. Dagegen gibt es viel Protest.
veröffentlicht am: 05.10.2026
Autor: Johannes Paul Weiß
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Zur Diskussion um den Altar in der Basilika in Weingarten

Bei der Infoveranstaltung zur geplanten Neugestaltung des Altarraums in der Basilika Weingarten vor zwei Jahren war der Wunsch der Bevölkerung eindeutig: Der historische Heilig-Blut-Altar soll erhalten bleiben. Als wir im Sommer 2026 vom drohenden Abriss erfuhren, beschlossen wir zu handeln und starteten am 10.07.2026 eine Petition. Die Resonanz übertrifft alle Erwartungen: Inzwischen haben mehr als 5400 Menschen unterschrieben, davon 2949 aus dem Landkreis Ravensburg und mehr 1340 aus Weingarten.

Das ist ein deutliches Signal, das von den Verantwortlichen in Kirchengemeinde und Diözese ernst genommen werden muss. Gerade angesichts des vielfach betonten Prinzips der Synodalität ist es unverständlich, wenn eine solch weitreichende Entscheidung ohne umfassende Beteiligung der Gemeinde getroffen wird. Auch Kardinal Hollerich, der von der Causa Weingarten erfahren hat,  kritisierte dieses Vorgehen deutlich und betonte: „Das Vorgehen von Pfarrer und Kirchengemeinderat in Weingarten, unter Ausschluss der Öffentlichkeit etwas zu beschließen, das die gesamte Gemeinde angehe und für alle von Belang sei, habe mit Synodalität nichts zu tun – im besten Fall sei es falsch verstandene Scheinsynodalität und pastoral ganz unangebracht. Wo bleibe bei einem solchen Vorgehen der Heilige Geist, die synodale Unterscheidung und Beratung? Man müsse bei einer so wichtigen Entscheidung die Gemeinde doch mitnehmen, nicht außen vor lassen.“ 

Für den Erhalt sprechen nicht nur die zahlreichen Unterschriften, sondern auch fachliche Einschätzungen. Ein kunsthistorisches und ein pastorales Gutachten liegen bereits vor; ein weiteres Gutachten aus kirchenbaulicher Perspektive ist in Arbeit. Der 1931 geweihte Altar wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung vollständig durch Spenden finanziert. Seit fast 100 Jahren ist er Teil der Geschichte und des religiösen Lebens in Weingarten. Generationen haben an ihm gebetet, Gottesdienste gefeiert und wichtige Lebensereignisse erlebt. Ein solches Zeugnis der Geschichte und der Verbundenheit der Menschen darf nicht leichtfertig aufgegeben werden. Der Heilig-Blut-Altar ist mehr als ein Ausstattungsstück: Er ist Teil der Identität Weingartens. Er muss bleiben. 

Die Petition läuft noch bis zum 11.10.2026.
Johannes Paul Weiß, Weingarten

Anm. d. DBSZ-Red.: Leserbriefe sind Meinungsäußerungen. Die Redaktion der Bildschirmzeitung akzeptiert ein breites Spektrum an Meinungen. Nicht veröffentlich werden extremistische, persönlichkeitsverletzende oder offensichtlich wahrheitswidrige Äußerungen.

Bevorzugt veröffentlichen wir Leserbriefe zu lokalen und regionalen Themen. Aber auch Meinungsäußerungen zu allgemeinen Themen, die die hiesige Leserschaft bewegen, werden gerne entgegengenommen.

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Johannes Paul Weiß
veröffentlicht am
05.10.2026
Lesedauer: ca. 2 Minuten
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