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Altarraumgestaltung in der Basilika Weingarten

Die andere Sicht

Foto: Petition
Der Heiligblut-Altar in der Basilika in Weingarten stammt von 1931. Der Kirchengemeinderat hat sich für seine Entfernung und eine Neugestaltung des Altarraums mit Neupräsentation der Reliquie entschieden. Dagegen gibt es viel Protest.
veröffentlicht am: 17.09.2026
Autor: rei
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Weingarten (rei) – Die Bildschirmzeitung hat auf die Online-Petition, die sich gegen die Entfernung des von 1931 stammenden Heiligblutaltars in der Basilika in Weingarten wendet, hingewiesen und den Aufruf hierfür sowie einen Appell des Hauptinitiators veröffentlicht. Die Fairness gebietet es, auch die Sicht der Veränderer darzustellen. Auf der Webseite der Seelsorgeeinheit Weingarten (www.katholisch-weingarten.de) ist ein Menüpunkt „Altarraumgestaltung“ eingerichtet, auf dem unter anderem diese Informationen hinterlegt sind:

  • die Stellungnahme der Kirchengemeinderäte und der pastoralen Mitarbeiter zur Online-Petition
  • Der Künstler Albrecht Zauner: Seine Idee vom neuen Altarraum
  • Die Grundidee hinter dem neuen liturgischen Raumkonzept
  • Das Info-Blatt „Altarraumgestaltung“ des Kirchengemeinderates
  • Drei persönliche Statements (Alexander Tsakalidis, Renate Ziegler, Alexander Jürgens).

Nachstehend Auszüge aus den drei Statements.

„Die Reliquie lebt nicht von ihrem Futteral“

Alexander Tsakalidis schreibt. „Auch ich bin ein großer Verehrer des Heiligen Blutes und besuche die Basilika gerade wegen dieser einzigartigen Reliquie und ihrer jahrhundertealten Verehrung, besonders an den Freitagen zur persönlichen Einzelsegnung. (…)  Auch der heutige Heilig-Blut-Altar ist keine jahrhundertealte, unveränderliche Form. Er wurde 1931 geschaffen und war damit selbst einmal Ausdruck eines neuen Verständnisses seiner Zeit. Wenn wir heute, fast hundert Jahre später, erneut nach einer zeitgemäßen Form suchen, ist das für mich kein Angriff auf die Tradition, sondern kann ihre Fortsetzung sein. (…) Die Reliquie lebt nicht von ihrem Futteral. Sie lebt von ihrer Strahlkraft, von dem Glauben, den Menschen mit ihr verbinden, und von Christus selbst, auf den sie verweist. Wenn die Reliquie auch künftig ihren würdigen Platz im Zentrum der liturgischen Gestaltung erhält, dann verliert sie durch eine neue architektonische Form nichts von ihrer Bedeutung.“

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„Inzwischen habe ich nachgedacht“

Alexander Jürgens: „Ich stehe gewiss nicht im Verdacht, ein bedingungsloser Modernisierer zu sein. Die erste Petition habe ich tatsächlich auch noch unterschrieben. Inzwischen habe ich aber auch nachgedacht. Was ist der Sinn der Reliquie? Welche Funktion hat sie für die Gläubigen? Ist sie Aha-Effekt in einer schönen Kirche, etwas zum Bestaunen? Oder ist eine Reliquie Anregung zur Meditation über das Geschehen, das dahinter steckt, nämlich der Opfertod Jesu? Inzwischen ist ein so vertrauter und enger Austausch mit dem Künstler entstanden, dass Letzteres tatsächlich ein wesentlicher Aspekt in der neu gedachten Präsentation der Reliquie ist.“

„Optisch erschlagend“

Renate Ziegler: „Mir gefällt der Altarentwurf. Mir gefällt am Entwurf, dass ich nicht mehr vor einem mich optisch erschlagenden Altar sitzen muss, hinter dem der Pfarrer und sein Wirken kaum erkennbar sind. Mir gefällt, dass das Auge durch die Schlichtheit der Elemente Ruhe findet und es Durchblicke in den Chorraum gibt.“

Alle Schriftstücke haben wir der Webseite der  Seelsorgeeinheit Weingarten entnommen. Sie sind unter den roten Download-Balken in der rechten Spalte hinterlegt.

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rei
veröffentlicht am
17.09.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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