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Offener Brief

Ohne Röntgen kann eine chirurgisch-orthopädische Praxis nicht vernünftig arbeiten

veröffentlicht am: 29.09.2026
Autor: Dr. Wolf-Dieter Massoth, SPD
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wegen Änderungspläne beim Isnyer MVZ richtet der SPD-Ortsverein Isny einen Offenen Brief an Dr. Jan-Ove Faust, Geschäftsführer der Oberschwabenklinik gGmbH (OSK), und an Landrat Harald Sievers als den Vorsitzenden des OSK-Aufsichtsrats, den wir nachstehend ungekürzt wiedergeben:

Sehr geehrter Herr Dr. Faust, sehr geehrter Herr Sievers, 
das chirurgisch-orthopädische MVZ der Oberschwabenklinik soll vom jetzigen Standort im früheren Krankenhaus in die ehemalige HNO-Praxis in der Wassertorstraße in Isny umziehen. 

Nach bisheriger Kenntnis ist es unsicher, ob es am neuen Standort eine Röntgenanlage geben wird. Dies ist möglicherweise eine Kostenfrage, aber ohne Röntgen kann eine chirurgisch-orthopädische Praxis nicht vernünftig arbeiten; sie ist sozusagen teilamputiert. 

Für Patienten sind dann nur eine körperliche Untersuchung, wie sie auch ein versierter Hausarzt vornehmen kann, und vielleicht eine kleine Wundversorgung im Angebot. Häufig werden Patienten dann wohl weiterüberwiesen, zum Beispiel nach Wangen. Dort jedoch bestehen jetzt schon schwierige Verhältnisse mit teils sehr langen Wartezeiten. 

Es ist anzunehmen, dass die Patienten sich dann gerne auch in das bayerische Umfeld, das heißt Immenstadt, Kempten, Lindau oder Memmingen, orientieren werden. Somit schwindet mehr und mehr die Attraktivität des MVZ Isny und es ist zu befürchten, dass wohl über kurz oder lang eine Schließung erfolgt. 

Wir hoffen sehr, dass dies nicht die eigentliche Absicht bei der aktuellen Planung ist. Das wäre erneut eine schwere Einbuße für die medizinische Versorgung in Isny. Die Bürger hier erinnern sich noch gut, wie durch ständige Schrumpfungen die Krankenhausabteilungen in Isny auf null gebracht wurden.

Wir erwarten von der OSK gGmbH, den Erhalt des MVZ Isny im bisherigen Umfang zu gewährleisten, und sehen uns, sehr geehrter Herr Dr. Faust, in dieser Erwartung durch Ihr Interview in der Westallgäuer Zeitung vom 28.09.2026 bestätigt, in dem Sie eine Stärkung der MVZ befürworten. Hierzu ist es aber auch wichtig, zeitnah noch willige freie Mitarbeiter (wieder) einzubinden. 

Wir fordern Sie, Herr Dr. Faust, und Sie, Herr Landrat Sievers als Aufsichtsratsvorsitzenden, dazu auf, sich vehement für den Erhalt einer vollwertigen medizinischen Versorgung vor Ort einzusetzen. 

Um den berechtigten Sorgen der Bevölkerung und weiteren Spekulationen ein Ende zu bereiten, erwarten wir eine zeitnahe, öffentliche Klarstellung zu den konkreten Ausstattungsplänen für den neuen Standort in der Wassertorstraße.

Mit freundlichen Grüßen 
Dr. med. Wolf-Dieter Massoth (für den SPD-Ortsverein Isny)

Anm. d. DBSZ-Red.: Leserbriefe und Offene Briefe sind Meinungsäußerungen. Die Redaktion der Bildschirmzeitung akzeptiert ein breites Spektrum an Meinungen. Nicht veröffentlich werden extremistische, persönlichkeitsverletzende oder offensichtlich wahrheitswidrige Äußerungen.

Bevorzugt veröffentlichen wir Leserbriefe zu lokalen und regionalen Themen. Aber auch Meinungsäußerungen zu allgemeinen Themen, die die hiesige Leserschaft bewegen, werden gerne entgegengenommen.

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Dr. Wolf-Dieter Massoth, SPD
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29.09.2026
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