

Kontakt
Redaktion
Anzeigen
Isny – Der Weltladen feiert seinen zehnten Geburtstag. Im Rahmen der Fairen Woche kamen Bürgermeister Rainer Magenreuter, Elmar Hermanutz aus der Nachbarschaft und die Macherinnen und Macher des Geschäfts mit Produkten aus aller Welt zu einem Podiumsgespräch zusammen. Anita Gösele, Sprecherin der Steuerungsgruppe Fairtrade-Town Isny und Mitarbeiterin im Weltladen, berichtet:
Das Lieblingsprodukt des Bürgermeisters? Ganz klar: die Schokolade. Überhaupt habe er eine Schwäche für Geschenke, die man aufessen kann: „Da steht nichts rum“, verkündete er mit einem Lächeln – und besorgte sich im Anschluss an die Veranstaltung direkt eine Packung Mango-Gummibärchen.
Im Gespräch mit Steffi Böck
In dem Ladengeschäft in der Espantorstraße gegenüber vom Seiteneingang des Rathauses kann man nicht nur leckere und schöne Dinge kaufen, sondern auch Geschichten. Hinter jedem Artikel steckt das Leben eines Kleinbauern. Eines Gefangenen. Einer Frau, die ihr Auskommen sichert. Oder von einer Familie, die mit Fleiß und fairem Handel für ein gutes Leben sorgt. „Fairer Handel bedeutet, dass alle Menschen entlang der Produktionskette einen Lohn bekommen, von dem sie und ihre Familien leben können – ohne Kinderarbeit und ohne, dass einer in der Kette ausgebeutet wird“, erklärte Rainer Magenreuter im Gespräch mit Moderatorin Stefanie Böck. Dass das Thema perfekt zur Stadt Isny passe, sei selbsterklärend. Als Fairtrade-Town glänze der Ort mit ehrenamtlichem Engagement, das weit über dem Durchschnitt liege.
Zuerst im Paul-Fagius-Haus
Auch der Weltladen ist aus dem Antrieb einzelner entstanden, die für mehr Gerechtigkeit in der Welt sorgen wollten. Seine Wurzeln liegen im Eine-Welt-Arbeitskreis, die ersten Produkte gingen im Paul-Fagius-Haus über den Tisch. Mit Unterstützung der Kirche entstand daraus ein Verein und schließlich der Weltladen in der Bahnhofstraße. Elmar Hermanutz von der Werkstatt für Schmuck freute sich sehr über den Umzug des Weltladens in die Espantorstraße. Er betreibt sein Handwerk seit mehr als 20 Jahren in der „guten Stube Isnys“, wie die „Schwäbischen Zeitung“ 1976 beim Umbau der Gasse zur Fußgängerzone titelte. „Der Weltladen passt einfach perfekt in diese Straße“, sagte er. Zu Keramik, Schmuck und Gastronomie sei mit dem Weltladen ein weiteres Puzzleteil hinzugekommen. Auch er sei regelmäßig Kunde. Sein Lieblingsprodukt: „Die ganze Mangopalette.“ Danach kämen Gewürze und wie des Bürgermeisters Favorit: die Schokolade.
Ein Augenzeugenbericht
Die Mango-Produkte liegen auch Dorothee Grötzinger am Herzen. Die Mitarbeiterin des Weltladens hat die Produzenten auf den Philippinen besucht. „Ich habe dort gesehen, wie die Einnahmen aus dem fairen Handel Kinderschutzprojekte unterstützen“, berichtet sie. Die Begeisterung wirkt ungebrochen nach. Inzwischen gäbe es faire Produkte inzwischen auch in allen Supermärkten. Was Weltladenmitarbeiterin Anita Gösele sehr begrüßt. Bei ihnen im Weltladen gäbe es aber noch etwas dazu, was nicht auf dem Preisschild steht: Wissen.
Die Knast-Kekse
Als Vorgeschmack lieferte Cornelie Schmid die Geschichte zu den „Knast-Keksen“. Diese stammen aus einer Gefängnis-Bäckerei in Sizilien. Die Insassen hätten nach der Inhaftierung mit ihrer Backerfahrung einen besseren Start zurück ins Leben.
Der Bestseller im Weltladen passt da gut dazu: Kaffee ist das am meisten verkaufte Produkt. Stark oder mild, mit oder ohne Koffein, sogar Kaffee ganz aus Frauenhand könne das Team des Weltladens beziehen. Die Mitarbeitenden kennen erstaunlich viele Geschichten dazu. Die sie gerne mit neuen Kollegen teilen würden.
Wer macht mit im Team?
„Wir wünschen uns noch mehr Menschen in unserem Team“, sagte Anita Gösele. Für sie und für viele andere sei die Tätigkeit im Laden eine sehr sinnvolle Beschäftigung.
Alle Beteiligten am Gespräch hatten, abgesehen von Anitas Anliegen, einen recht einheitlichen Wunsch zum Geburtstag dieses Ortes: Dass die Geschichte des kleinen Ladens gegenüber vom Rathaus noch lange weitergehe.


































