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Leutkirch – Am vergangenen Samstag (5.9.) fuhren 42 Pilgerinnen und Pilgern auf 34 Traktoren zu Kapellen im Leutkircher Umland. Hier der Bericht von Pastoralreferent Michael Maier, der die Traktortour zusammen mit Norbert Durach aus Urlau organisiert hatte:
„Eins rührt mich. Es ist kaum ein Dörflein so elend, das nicht sein Kapellchen habe.“ So sprach einst Christoph von Schmid, der als Priester im 19. Jahrhundert in Seeg im Ostallgäu wirkte. Das Allgäu ist Kapellenland. Und im Allgäu hat nicht nur jedes Dörflein ein Kapellchen, sondern auch viele Weiler. Wenn wir heute an Kapellen denken, stellen wir uns vermutlich Bauten aus vergangenen Jahrhunderten vor. Aber auch im 21. Jahrhundert wurden im württembergischen und bayerischen Allgäu Kapellen aus ganz unterschiedlichen Gründen gebaut. Drei dieser modernen Kapellen wurden bei der diesjährigen Traktor-Pilgertour von 42 Pilgerinnen und Pilgern auf 34 Traktoren aufgesucht.
Los ging es auf dem Parkplatz der Geschwister-Scholl-Schule in Leutkirch. Auch das wechselhafte und regnerische Wetter schreckte die Traktorliebhaber nicht ab, von Kapelle zu Kapelle zu fahren und die Allgäuer Landschaft zu genießen.
Allmishofen
Ingeborg Detzel erzählte in Allmishofen die Geschichte über ihre Odilienkapelle, die sie 2018 aus einer inneren Verbundenheit mit der Heiligen Ottilie, Schutzpatronin des Elsass und des Augenlichts, erbauen ließ.

An der Kapelle in Allmishofen
Blockwiesen
In Blockwiesen besuchte die Pilgergruppe die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, die 2014 von der Familie Sauter aus Dankbarkeit über viele erhörte Gebete errichtet wurde.
Gschnaidt
Über die Mittagszeit hinweg und nach vielen erklommenen Höhenmeter stand ein alter Wallfahrtsort auf dem Programm, das Gschnaidt bei Frauenzell. Dort steht das Kreuz, das wichtigste christliche Zeichen, im Mittelpunkt. Dies sieht man an den beiden Heilig-Kreuz-Kapellen, an dem Kreuzweg sowie an den vielen Hundert Grabkreuzen, die von Menschen aus Nah und Fern im Gschnaidt aufgestellt werden.

In Gschnaidt
Figlers

Nach einer gemütlichen Einkehr in Kimratshofen machten sich die Pilgerinnen und Pilger auf zur letzten Kapelle. Erst im letzten Jahr wurde die St.-Anna-Kapelle in Figlers bei Altusried durch den Augsburger Bischof Bertram Meier eingeweiht. Angelika Kotz (Bild) erzählte die bewegende Geschichte, warum sie diese Kapelle erbauen ließ. Bei der Geburt ihres Sohnes hieß es, dass er das Erwachsenenalter aufgrund einer Krankheit nicht erreichen werde. Doch heute ist er bereits 36 Jahre alt. Aus Dankbarkeit darüber entstand die Kapelle, welcher der Großmutter Jesu (der Mutter Mariens) geweiht ist. Die Pilgertour fand nach der Besichtigung der Kapelle einen gemütlichen Abschluss bei Kaffee und Kuchen auf dem Hof von Familie Kotz.
Text und Fotos: Michael Maier































