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Eine neu auftretende Krümmung des Penis kann verunsichern und die Sexualität deutlich beeinträchtigen. Hinter einer solchen Veränderung kann die Peyronie-Krankheit stehen, medizinisch auch Induratio penis plastica genannt. Dabei bildet sich narbiges Gewebe in der Hülle der Schwellkörper. Das kann zu Schmerzen, Verkürzungen oder einer sichtbaren Verformung bei der Erektion führen. Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung, doch die passende Therapie hängt stark vom Verlauf, dem Ausmaß der Beschwerden und der jeweiligen Krankheitsphase ab.
Was bei Peyronie im Gewebe passiert
Bei Peyronie entsteht in der Tunica albuginea, der festen Bindegewebshülle um die Schwellkörper, eine oder mehrere narbige Verhärtungen, sogenannte Plaques. Dieses Gewebe dehnt sich bei einer Erektion weniger stark als die gesunden Bereiche. Dadurch kann sich der Penis zur betroffenen Seite krümmen. Neben einer einfachen Biegung können auch Einziehungen, eine sanduhrartige Form oder eine Verkürzung auftreten. Manche Männer ertasten die Plaques bereits im nicht erigierten Zustand. Häufig kommen Schmerzen bei der Erektion hinzu, vor allem in einer frühen Krankheitsphase. Auch Erektionsstörungen können gleichzeitig bestehen oder sich im Verlauf entwickeln.
Nicht jede leichte Krümmung ist allerdings krankhaft. Viele Penisse sind von Natur aus nicht vollkommen gerade. Entscheidend ist vielmehr, ob sich die Form neu verändert, die Krümmung zunimmt oder Beschwerden verursacht. Auch eine deutliche Verkürzung oder eine Instabilität des erigierten Penis kann die Sexualfunktion beeinträchtigen. Eine neu erworbene Verformung sollte deshalb urologisch abgeklärt werden, besonders wenn Schmerzen, tastbare Verhärtungen oder Probleme beim Geschlechtsverkehr auftreten.
Ursachen, Krankheitsphasen und die Bedeutung einer frühen Abklärung
Die genaue Ursache der Peyronie-Krankheit lässt sich nicht in jedem Fall eindeutig bestimmen. Als wichtiger Mechanismus gelten kleine Verletzungen des Penis, die beispielsweise bei sexueller Aktivität entstehen können. Beim anschließenden Heilungsprozess kann sich überschießendes Narbengewebe bilden. Viele Betroffene erinnern sich allerdings an kein konkretes Ereignis vor dem Beginn der Beschwerden. Bestimmte Bindegewebeerkrankungen, ein höheres Lebensalter, Diabetes in Verbindung mit Erektionsstörungen oder vorausgegangene Behandlungen der Prostata können das Risiko erhöhen.
Fachleute unterscheiden im Krankheitsverlauf eine aktive und eine stabile Phase. In der aktiven Phase kann sich die Krümmung noch verändern, während Schmerzen häufiger auftreten. Später stabilisieren sich Plaque und Verformung oft, während die Schmerzen in der Regel nachlassen. Für die Wahl der Behandlung spielt diese Unterscheidung eine wichtige Rolle.
Welche konservativen Behandlungen infrage kommen
Nicht jede Peyronie-Krankheit verlangt sofort nach einem Eingriff. Bei der Recherche zu konservativen Möglichkeiten tauchen unter anderem medizinische Zug- oder Traktionssysteme auf. Informationen zu einem solchen System und dessen Anwendung bei Peyronie bietet beispielsweise www.penimaster.de. Traktionsgeräte üben über längere Zeit einen kontrollierten Zug auf den Penis aus und sollen dadurch unter anderem die Verformung reduzieren oder verlorene Länge teilweise zurückgewinnen. Eine solche Behandlung verlangt eine konsequente und korrekte Anwendung. Die europäische urologische Leitlinie nennt Penis-Traktionsgeräte und Vakuumsysteme als mögliche konservative oder ergänzende Therapie.
Bei geringer Krümmung ohne Schmerzen und ohne funktionelle Einschränkungen kann zunächst eine ärztlich begleitete Beobachtung ausreichen. In der aktiven Phase steht häufig die Linderung von Schmerzen im Vordergrund. Nichtsteroidale Entzündungshemmer können dafür eingesetzt werden, sofern aus medizinischer Sicht nichts dagegenspricht. Besteht gleichzeitig eine erektile Dysfunktion, können je nach Befund auch Medikamente aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer zum Einsatz kommen.
So stellt der Urologe die Diagnose
Die Diagnose beginnt meist mit einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung. Wichtig sind dabei der Zeitpunkt, an dem die Veränderung erstmals aufgefallen ist, mögliche Schmerzen, Veränderungen der Erektion und die Frage, ob Geschlechtsverkehr noch ohne größere Einschränkungen möglich ist. Der Urologe untersucht den Penis und kann tastbare Plaques häufig bereits im erschlafften Zustand erkennen. Für eine genaue Beurteilung der Krümmung braucht es jedoch eine Erektion. Dazu können Fotos dienen, die der Patient selbst angefertigt hat. In bestimmten Fällen löst der Arzt eine Erektion medikamentös aus, um Winkel und Form objektiver zu erfassen.
Ein Ultraschall ist nicht für jede Diagnose notwendig. Er kann aber zusätzliche Informationen über Lage und mögliche Verkalkungen der Plaques liefern. Bei begleitenden Erektionsproblemen kann ein Doppler-Ultraschall außerdem Hinweise auf die Durchblutung geben. Eine sorgfältige Dokumentation ist besonders hilfreich, solange sich die Erkrankung noch verändert. Sie zeigt im Verlauf, ob die Krümmung zunimmt, stabil bleibt oder sich unter einer Behandlung verändert. Dadurch lässt sich die weitere Therapie stärker an messbaren Veränderungen und funktionellen Beschwerden ausrichten, statt allein nach dem subjektiven Eindruck zu entscheiden.






























