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Sauber, sicher, startklar:

Neue Aufbereitung für Medizinprodukte am Westallgäu-Klinikum nimmt Betrieb auf

Foto: Christian Metz, OSK
OSK-Geschäftsführer Franz Huber (von links), Pflegedirektor Swen Wendt, OP-Manager Peter Rogg, Bernd Schulz, Leiter Facility Management, sowie AEMP-Leiterin Angela Tomea in den neuen Räumlichkeiten der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte am Westallgäu-Klinikum.
veröffentlicht am: 19.08.2026
Autor: Mona Lippisch, OSK
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Wangen – Etwa zweieinhalb Jahre Planung und Bau, mehr als zweieinhalb Mal so viel Fläche wie zuvor und modernste Technik: Am Westallgäu-Klinikum in Wangen ist die neue Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte in Betrieb gegangen. Sie schafftbessere Arbeitsbedingungen und optimiert die Abläufe rund um die Aufbereitung der medizinischen Instrumente.

Es ist einer dieser Bereiche im Krankenhaus, den die meisten Patientinnen und Patienten nie zu Gesicht bekommen – und ohne
den im OP trotzdem nichts geht: die Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte, kurz AEMP. Hier werden Operationsinstrumente gereinigt, desinfiziert, kontrolliert, neu zusammengestellt und sterilisiert. Am Westallgäu-Klinikum in Wangen ist dieser zentrale Bereich jetzt neu gebaut worden. Seit Juli läuft die Anlage im Untergeschoss im regulären Betrieb. Wer gemeinsam mit Wolfgang Gassner, zuständig für Bau und Technik an der Oberschwabenklinik gGmbH, OP-Manager Peter Rogg und AEMP- Leiterin Angela Tomea durch die neuen Räumlichkeiten geht, merkt schnell: Hier ist vieles anders als früher. Breite Arbeitsflächen, höhenverstellbare Packplätze, moderne Reinigungs- und Desinfektionsgeräte, mehr Stauraum und klar voneinander getrennte Bereiche erleichtern die strukturierte Aufbereitung der Instrumente.

„Wir haben hier wirklich alles herausgeholt, was auf der vorhandenen Fläche möglich war“, sagt Wolfgang Gassner. Rund 200 Quadratmeter Grundfläche hat die neue AEMP im40 Untergeschoss – vorher waren es knapp 80 Quadratmeter.

Vom Problem zur neuen Lösung

Dass überhaupt ein Neubau notwendig wurde, hatte einen konkreten Anlass. Der alte Sterilisator war in die Jahre gekommen und hatte einen Haarriss. Gleichzeitig waren die räumlichen Möglichkeiten begrenzt. Der bisherige Bereich befand sich im ersten Obergeschoss direkt neben dem OP. „Wir mussten uns überlegen, wie wir die Aufbereitung modernisieren können, ohne den laufenden Krankenhausbetrieb zu gefährden“, erklärt Gassner. Anfang 2024 begann die detaillierte Planung. Anfang 2025 wurde zunächst die ehemalige Bettenaufbereitung im Untergeschoss als Interimslösung umgebaut und in Betrieb genommen. So konnte der Betrieb während der anschließenden Hauptbauphase weiterlaufen. Vom Projektstart bis zur Inbetriebnahme der neuen AEMP am 1. Juli 2026 vergingen knapp zweieinhalb Jahre.

Ein Instrument, viele Stationen

Die neue räumliche Struktur bildet den gesamten Aufbereitungsprozess klar ab. Die Instrumente kommen aus dem OP und anderen Bereichen des Hauses zunächst auf die sogenannte unreine Seite. Dort werden sie vorgereinigt und maschinell aufbereitet. Anschließend gelangen sie auf die reine Seite, wo sie kontrolliert, zusammengestellt und entsprechend den Vorgaben für die jeweiligen Eingriffe in Siebe gepackt werden. Nach der Sterilisation werden sie über den Hol- und Bringedienst wieder in den OP, auf Stationen oder in Funktionsbereiche gebracht. Jedes aufbereitete Produkt erhält einen eigenen Hygienepass. Auch die Dokumentation der OP- Siebe ist digital unterstützt. An einem Kameraarbeitsplatz können die Mitarbeitenden die zusammengestellten Siebe kontrollieren und dokumentieren. „Man weiß genau, was auf welchem Sieb liegt. Und auch der OP kann nachvollziehen, was enthalten ist“, erklärt Rogg. „Es ist richtig schön, hier zu arbeiten“ Angela Tomea arbeitet seit 15 Jahren im „Steri“ des Westallgäu-Klinikums und leitet heute den Bereich. Die neuen Räume sind für sie ein großer Schritt nach vorn. „Das ist für uns ein Traum“, sagt sie. „Wir haben wirklich das Neueste bekommen. Es ist richtig schön, hier zu arbeiten.“ Ganz eingelebt hat sich das Team noch nicht. Erst vor wenigen Wochen erfolgte der Umzug. „Wir müssen teilweise noch herausfinden, wo alles am besten hingehört“, sagt Tomea mit einem Lachen. „Aber im Großen und Ganzen klappt es richtig gut.“

Acht Mitarbeitende gehören derzeit zum Team der AEMP. Der Umzug war für die Mannschaft ein Kraftakt. „Alle haben an einem Strang gezogen. Wir haben einige Überstunden gesammelt, aber gemeinsam haben wir das geschafft. Ich bin wirklich begeistert von meinem Team“, sagt Tomea.

Das Herz hinter den Kulissen

Die AEMP arbeitet nicht nur für den OP. Aufbereitet werden Medizinprodukte für das gesamte Westallgäu-Klinikum – unter anderem für Stationen, die Zentrale Notaufnahme, Funktionsbereiche und die angeschlossenen Medizinischen Versorgungszentren. „Der Steri ist im Grunde das Herz des Krankenhauses“, sagt Tomea. „Instrumente, die wir hier aufbereiten, werden überall gebraucht.“ Auch bei der Nachhaltigkeit bietet die neue Technik Vorteile: Die modernen Reinigungsprozesse benötigen weniger Verbrauchsmaterialien und arbeiten effizienter. Unter anderem kommt eine neue Eiweißlösung zur Reinigung zum Einsatz. Mehr Platz gibt es zudem beim Stauraum und an den Arbeitsflächen. Höhenverstellbare Packplätze ermöglichen ein ergonomischeres Arbeiten.

Altes Gebäude wird zum Lager

Mit dem Umzug in den Neubau werden die bisherigen Räume künftig anderweitig genutzt. Dort entsteht ein Lager einschließlich einer entsprechenden Schleusenlösung. Der Umbau oll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Für die neue AEMP beginnt dagegen der Alltag. Die ersten Wochen haben bereits gezeigt, dass Technik und Abläufe funktionieren. Nun geht es darum, Routinen zu entwickeln und letzte Stellschrauben anzupassen. „Wir müssen uns jetzt natürlich erst an die neuen Abläufe gewöhnen“, sagt Rogg. „Aber wir haben hier die Voraussetzungen geschaffen, um die Aufbereitung unserer Medizinprodukte langfristig sicher, hygienisch und effizient zu gewährleisten.“ Insgesamt kalkuliert die Oberschwabenklinik mit rund 2,1 Millionen Euro Gesamtkosten für die neue AEMP. Das Land Baden-Württemberg hat das Vorhaben in das Jahreskrankenhausbauprogramm 2026 aufgenommen. „Mit der neuen AEMP investieren wir ganz konkret in die Zukunftsfähigkeit des Westallgäu-Klinikums“, sagt OSK-Geschäftsführer Franz Huber. „Eine moderne und verlässliche Aufbereitung der Medizinprodukte ist eine wichtige
Voraussetzung für einen sicheren OP-Betrieb und damit für eine leistungsfähige medizinische Versorgung am Standort Wangen.

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Mona Lippisch, OSK
veröffentlicht am
19.08.2026
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