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Wenn Wildtiere im Stadtgebiet Ärger bereiten oder auffallen

Der Stadtjäger berät und kann eingreifen

Foto: Stadt Wangen / sum
Maximo Hemmerle ist ausgebildeter Stadtjäger und kann mit Rat und Tat helfen, wenn herrenlose Wildtiere auffallen.
veröffentlicht am: 19.08.2026
Autor: Susanne Müller, Stadt
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Wangen – Seit dem 1. Juli hat Wangen einen Stadtjäger. Der Grund: Wildtiere kommen immer häufiger in Siedlungsgebiete und sorgen dort für Konflikte. Zuständig ist Maximo Hemmerle für das gesamte Stadtgebiet einschließlich aller Wangener Ortschaften. Er übt die Aufgabe nebenberuflich aus.

Stadtjäger wird man nicht einfach so: Maximo Hemmerle hat in einer neunmonatigen Zusatzausbildung zu seinem Jagdschein die entsprechenden Fähigkeiten erworben und wurde als Stadtjäger von der zuständigen Jagdbehörde anerkannt. Wenn – wie in Wangen öfter – Fuchs, Dachs, Marder oder Reh im städtischen Umfeld auffallen, weil sie krank sind oder Ärger bereiten, kann der Stadtjäger beraten und wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, auch eingreifen. Wobei die Betonung auf „kann“ liegt. Denn dem Jäger liegen vor allem Konfliktlösung und Prävention am Herzen. Der Griff zur Waffe ist dabei erst das allerletzte Mittel.

Laut Jagd- und Wildtiermanagementgesetz ist der Stadtjäger für Wildtiere zuständig, muss aber im Gegensatz zu seinen Waldkollegen vor einem Eingriff im Stadtgebiet keine extra Genehmigung einholen. Grund dafür ist eben seine Zusatzqualifikation. Eingreifen ist prinzipiell möglich, wenn es sich um Wildtiere handelt. Neben Fuchs, Dachs, Marder oder Reh können es auch Waschbär, Wildschwein oder Hase sein. Kein Eingreifen kommt für den Stadtjäger infrage, wenn Haustiere, Igel, Haustauben oder Greifvögel negativ auffallen. 

Zuständig ist Maximo Hemmerle für das gesamte Stadtgebiet inklusive aller Wangener Ortschaften. Fragt man ihn, wie oft er bisher im Einsatz war, hat er eine eindrucksvolle Antwort: „Vergangene Woche waren es allein elf Fälle“, sagt er. Sie wurden aus ganz unterschiedlichen Teilen der Stadt gemeldet. Ein Grund dafür ist, dass derzeit die Räude unter Füchsen grassiert, wie er erläutert. Die Krankheit ist hochansteckend und wird vor allem übertragen, wenn sich Füchse berühren oder wenn es Kontakt mit dem Bau eines erkrankten Tieres gibt. Aber auch Hunde können sich infizieren. Deshalb ist der erste Rat des Stadtjägers an die Hundebesitzer, ihre Haustiere impfen zu lassen.

Meist erreichen ihn öffentliche Aufträge. Aber Maximo Hemmerle kann als Stadtjäger auch Privatleute mit Rat und – wenn notwendig und rechtlich einwandfrei – auch mit Tat unterstützen. Und das ist manchmal dringlich. Denn sobald Privatleute meinen, sie könnten zu Selbstjustiz greifen und Fallen aufstellen, kollidieren sie oft mit dem Jagd- oder dem Naturschutzrecht. Allein der Fang eines Wildtieres oder das Aufstellen einer Falle ohne die notwendige fachliche Kompetenz erfüllt den Tatbestand der Wilderei. Oder stellt man Fallen während Tiere unterwegs sind, um Nahrung für ihren Nachwuchs heranzuschaffen, liegen Verstöße gegen das Naturschutzgesetz nahe. Beides ist mit hohen finanziellen Strafen bis hin zu drei Jahren Freiheitsstrafe bewehrt.

Erstberatung kostenlos

Schon allein deshalb empfiehlt es sich, mit dem Stadtjäger Kontakt aufzunehmen, wenn ein herrenloses Tier auf dem eigenen Grundstück Ärger macht. „Die Erstberatung ist kostenlos“, sagt Maximo Hemmerle. „Und sehr oft kann man in einem Telefonat schon die wichtigsten Dinge klären.“ Wenn tatsächlich ein Eingreifen notwendig ist, kostet es eine je nach Aufwand gestaffelte Gebühr. Auch darüber wird bei der Erstinformation aufgeklärt. „Allerdings ist der Stadtjäger nicht verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen“, sagt Maximo Hemmerle. Er wägt immer ab: Gibt es Schonzeiten, gilt der Muttertierschutz oder sprechen andere Gründe gegen einen Eingriff?

Dass dem Stadtjäger auf absehbare Zeit die Arbeit ausgeht, damit ist kaum zu rechnen. Denn das Nahrungsangebot in den Siedlungen ist höher und meist leichter erreichbar als in der freien Natur. Das Phänomen ist inzwischen vor allem aus Großstädten bekannt: Allein in München gebe es neun Stadtjäger, sagt Maximo Hemmerle.

Übrigens hat er nicht nur in Wangen Wildtiere im Blick. In seinem Hauptberuf arbeitet er am Flughafen Memmingen an Bauprojekten und Landschaftsarchitektur und kümmert sich auch dort ums Wildtiermanagement.

Kontakt

Info: Wer seine Unterstützung braucht, wendet sich am besten telefonisch unter 0176 / 31654310 an ihn. Möglich ist auch eine Email an maximo-hemmerle@t-online.de
Susanne Müller

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Susanne Müller, Stadt
veröffentlicht am
19.08.2026
Lesedauer: ca. 4 Minuten
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