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    Schwäbischer Albverein OG Wolfegg

    Reisebericht Ultental – Südtirol vom 7. bis 13. Juni 2026

    Foto: Schwäbischer Albverein OG Wolfegg
    veröffentlicht am: 22.07.2026
    Autor: Schwäbischer Albverein OG Wolfegg
    Lesedauer: ca. 6 Minuten

    Wolfegg – Am Sonntagmorgen starteten 29 Albvereinler zur Wanderreise nach St. Walburg im Ultental. Nach der Fahrt über den Reschenpass erreichten wir pünktlich unser Zwischenziel, das Benediktinerinnen-Kloster St. Johann in Mustair (Schweiz). Ein kleiner Abstecher in den Klosterladen und schon startete die Führung in der Klosterkirche. Nach ausführlicher Erläuterung zur Entstehung des Klosters und der Kirche mit ihren karolingischen Fresken aus dem 9. Jahrhundert ging es in 2 Gruppen durch die alte Klosteranlage bzw. durch den Plantaturm, ehem. Wohnturm für die Schwestern und davor Schutzturm für die Bischöfe von Chur.

    Ein Zufall wollte es, dass wir nach der Führung die ehem. Priorin Pia Willi trafen, deren Bilder als neue Ausstellung die Räume schmücken. Ein sehr nettes aufbauendes Gespräch mit Pia Willi beendete unseren Besuch im Kloster. Nach einer Fahrt durch den Vinschgau erreichten wir am frühen Abend unser Wanderhotel in Unterpichl.

    Am Montagmorgen trafen wir uns zu einem 3-stündigen Waldspaziergang entlang des Zoggler Stausee. Die Kräuterexpertin von Südtirol Waltraud Schwienbacher, bekannt u.a. durch Sendungen im ORF und RAI, erläuterte uns die Heilwirkung und die Heilkräfte von Bäumen, Sträuchern und Waldkräutern in der traditionellen alpinen Volksmedizin in Theorie und Praxis.
    Nach einer gemütlichen Einkehr bei den Ultener Urlärchen wanderten wir von St. Gertraud auf dem Ultener Höfeweg nach St. Nikolaus. Wir kamen auf dem Weg an dem historischen Anwesen der Villa Hartungen vorbei. Diese liegt malerisch direkt am beliebten Ultener Höfeweg. Die Hausherrin der heutigen Philosophischen Praxis erzählte uns freundlicherweise die Geschichte des Hauses, das u.a. berühmte Gäste wie Sigmund Freud, Franz Kafka, Thomas Mann, Christian Morgenstern und Rudolf Steiner beherbergte.

    Eine größere Bergwanderung am Dienstag führte uns vom Weißbrunnsee (18880 m), Ober Alm, Schmelzbichl, Klunke und Gonnawand zur Fiechtalm. War es unten im Tal noch klar, wanderten wir hier doch im leichten Dunst. Hinter dem Schmelzbichl tat sich eine Lücke in den Wolken auf, und wir konnten das ganze Ultental bis zu den Bergen bei Meran betrachten. Ein kleiner Abstieg führte uns zum Fiechtsee und ein langer Anstieg unter dem Nagelstein vorbei zur Klunke. Und dann begann der heftige Abstieg an der Gonnawand. Steil, mit guter Aussicht nach unten aber auf sicheren Wegen und mit sicherem Tritt erreichten wir die Fiechtalm – unser Einkehrziel.

    Eine kleinere Gruppe wanderte vom Weißbrunnsee direkt zur Fiechtalm, die andere auf der Sonnseiten des Ultener Höfeweg von St. Gertraud nach St. Nikolaus. Der Ultener Höfeweg verbindet die malerischen Dörfer im Ultental miteinander. Wir wanderten an traditionsreichen Bauernhöfen und reizvollen Naturlandschaften vorbei.

    Was wäre eine Südtirolwanderung ohne Waalweg. Bei strömenden Regen macht sich die gesamte Wandergruppe am Mittwoch mit dem Linienbus auf nach Lana. Hier starteten wir nach einem kurzen Spaziergang durchs Städtchen in den Brandiswalweg, der 1835 von Graf von Brandis zur Bewässerung seiner Güter gebaut wurde. Heute fließt der Waal selbst in einem abgedeckten Kanal. Der einfache, aber sehr schöne Weg führt durch Obst- und Weingärten, teilweise durch Laubwald und Kiwi-Überdachung bis Niederlana. Hier stiegen wir zu der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit dem berühmten Altar von Hans Schnatterpeck hinab. Bei einer Führung erfuhren wir vieles über die Geschichte der Kirche und besonders über den wunderschönen Altar, der von Hans Schnatterpeck und seinen Gesellen in den Jahren 1503-1511 erbaut wurde. Es handelt sich hier um den größten Altar im gesamten Alpenraum und einer der fünf größten im deutschen Sprachraum. Schnatterpeck selbst stammte aus Landsberg am Lech.
    Anschließend ging es auf den Brandiswalweg zurück. Nach einem kurzen Aufenthalt in Lana ging es nach einer kurzen Busfahrt zur Weinverkostung in den Zollweghof, der direkt an der Ultener Straße liegt. Die Chefin selbst führte uns durch den kleinen, aber feinen Weinkeller und erklärte uns alles über ihre Bioweine. Nach einer ausführlichen Verkostung mit leckerer Bruschetta und Weineinkäufen ging es beschwingt mit dem Bus ins Hotel zurück.

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    Bei einem weiteren Höhepunkt unserer Reise brachten uns am Donnerstag zwei extra georderte Kleinbussen zum Hofmahdjoch im Proveiser Tal. Auf dem Weg zur blumenreichen Herrenwiese legten wir einen kleinen Stopp ein, um schon traditionell der verstorbenen Mitglieder der vergangenen zwei Jahre zu gedenken, die u.a. auch bei den Wanderausfahrten mit dabei waren.
    Die große Wanderung führte uns durch die blütenreiche Fauna hinauf zu Gampenalm. Die Wiesen waren mit Trollblumen übersät, viele Orchideen blühten noch, der gelbe Enzian war auch schon aufgeblüht, im Wald hingen die Bäume mit blau blühenden Waldreben voll, der Türkenbund hatte die Blüten teilweise noch verschlossen. Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter zur Spitzneralm, wo gerade der Viehauftrieb war und die Kühe arg wild über die Weiden jagten. Bei der Pfandalm erfolgte der Abstieg über 900 Höhenmeter hinab zum Zoggler Stausee und zu unserem Hotel.

    Die anderen Wanderer gingen den Weg zum Hofmahdjoch wieder zurück. Die Wiesen hatten auch hier eine besondere blütenreiche Flora. Dann führte die Wanderung vorbei an der Malga di Cloz und Malga di Revo. Eine nette Einkehr mit freundlicher Atmosphäre und herrlicher Hüttenkost erfolgte an der Unteren Kessel Alm. Der Rückweg erfolgte mit anderem Blick wieder zurück. Ein paar Wanderer machten sich von der unteren Kessel Alm noch nach Proveis auf. Hier fuhren sie mit dem Bus zurück, wo die 2. Gruppe am Busparkplatz schon wartete.

    Der Freitag begann für alle mit einer Morgengymnastik am Hotel. Anschließend fuhren wir mit der Bahn zur Bergstation Schwemmalm. Von der Bergstation aus auf 2200 hm führten uns zwei verschiedene leichtere Wanderungen über den Waldbrunnenweg zur Inneren Schwemmalm und zur Einkehr. Eine große Bergwanderung bot uns der Hausherr des Hotels an. Mit fünf Teilnehmern erwanderte die Gruppe die Falkomaialmen und den Falkomai-See. Am Abend hatten wir einen schönen Abschluss mit den Musikern der Gruppe Dolce Vita von Kuppelwies. Tanz und Freude kamen dabei nicht zu kurz.

    Die Kulinarik im Hotel Unterpichl in St. Walburg bestach wieder durch regionale, biologische Produkte. Die Küche kombiniert traditionelle Südtiroler Spezialitäten mit raffinierten, hausgemachten Kreationen, für einen rundum genussvollen und gelungenen Wanderurlaub. Auch die ganze familiäre Freundlichkeit vom ganzen Personal war überragend.

    Am Samstag erfolgte um 9:30 Uhr wie geplant. Wir kamen dankbar und mit vielen schönen Erlebnissen im Gepäck wieder pünktlich in Wolfegg um 16:00 Uhr an.

    Im Namen des Organisationsteams:
    Wolfgang Schmid
    Ute Spehn-Angerer
    Gabi Gindele
    Carola Schmitt
    Alois Freudenmann

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    veröffentlicht am
    22.07.2026
    Lesedauer: ca. 6 Minuten
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