Bad Wurzach – Robert Häusle nahm die Tradition der Fiori musicali Konzert-Reihe als Erzählkonzerte seines väterlichen Freundes, Vorbild und Orgellehrers Pater Paulus Blum wieder auf. Am Freitag, 17. Juli, war es wieder soweit: Robert Häusle spielte wieder ein „Konzert mit Bauplan“ auf der Orgel in der Schlosskapelle, die auf Initiative seines Mentors erneuert worden war.
Pater Konrad Werder, der die Begrüßung der rund 50 Zuhörer übernahm, dankte Robert Häusle dafür, dass er mit den Gesprächskonzerten, den „Konzerten mit Bauplan“ die Erinnerung an Pater Paulus wachhält. Und auch die Orgel selbst danke es ihm, dass sie wieder einmal richtig gefordert wurde. Die Spenden – Häusle spielte unentgeltlich – gingen an ein soziales Projekt, eine alternative Schule, von den Salvatorianern in Manila betriebene Schule.
Felix-Alexandre Guilmant (1837 – 1911) war ein französischer Organist und Komponist, der mit seinen Kompositionen wesentlich zur Ausbildung eines französisch-romantisch-sinfonischen Orgelstils beitrug. „Mélodie“ in G-Dur, mit der Robert Häusle sein Konzert eröffnete, schrieb er im Jahre 1876. Dieses Stück ist als Teil einer Reihe von praktischen Übungstücken für Organisten entstanden.
Bevor Häusle das Konzert mit dem „Präludium und Fuge D-Dur“ das Konzert fortsetzte, trat er vor das Publikum und erläuterte dabei das Vorgehen von Johann Sebastian Bach bei der Komposition, wie das Hauptthema durch alle Stimmen wandert und er immer wieder Kontrapunkte mit eigenen Themen einstreute.
Ruth Zechlin (1926-2007), war in der DDR als Komponistin vielfach preisgekrönt. Nach der deutschen Wiedervereinigung zog sie nach Bayern in die Nähe ihrer Tochter nach Passau. wo sie sich musikalisch mit der Marienverehrung auseinandersetzte. Das Präludium aus der Marienmusik bietet einen Klangteppich mit Litaneimotiven.

„Moto ostinato“ aus der Sonntagsmusik wurde von Petr Eben (1929-2007), einem der führenden zeitgenössischen Komponisten der Tschechoslovakei, im Jahre 1957/1958 geschrieben.
„Toccata und Fuge d-Moll“ ist das wohl mit Abstand berühmteste Orgelwerk von Johann Sebastian Bach, wahrscheinlich sogar der ganzen europäischen Kunstmusik. Es wurde laut Wikipedia von Bach zwischen 1703 und 1707 geschrieben und gilt daher als „ein Jugendwerk“ von Bach. Hier ging Robert Häusle bei der Analyse besonders tief ins Detail.
Mit dem „Finale der 1. Sonate“ in d-Moll von Felix-Alexandre Guilmant, die der Komponist im Jahre 1874 schrieb, beendete Robert Häusle den offiziellen Teil seines „Konzertes mit Bauplan“
Natürlich durfte Robert Häusle, der wie immer bei seinen Orgelkonzerten von Karl Guter assistiert wurde, und bei dem beide Schwerstarbeit leisten mussten, das Konzert nicht ohne Zugabe beenden. Er tat dies mit dem „Allegro brillante“ aus den Versetti per in gloria von Vincenzo Petrali, als Orgel-Zugabe vergleichbar mit dem Radetzkymarsch beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.
Bericht und Bilder: Uli Gresser.
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