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Kißlegg – Das Juli-Blatt des diesjährigen Altkißlegg-Kalenders von Heimatpfleger Bernd Mauch ist dem örtlichen Betonwerk Rinninger gewidmet.
Johann Rinninger
Die Geschichte der Firma Hans Rinninger u. Sohn GmbH u. Co. KG hat ihren Ursprung im Jahre 1909, als Johann Rinninger in Kißlegg im Allgäu ein Baugeschäft und eine Baumaterialienhandlung gründet. In den folgenden Jahren werden bereits große und komplexe Gebäude geplant und erstellt. Zudem fertigt Johann Rinninger die ersten Betonprodukte in Form von Terrazzo-Spültischen und kleinformatigen Zementrohren.
Franz Rinninger
Johanns Sohn Franz Rinninger beginnt unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg mit der industriellen Herstellung von Hohlblocksteinen und weiteren Betonwaren. In einer rasanten und dynamischen Zeit vergrößert sich auch das Unternehmen von Jahr zu Jahr – kontinuierlich wird das Programm um neue Produkte erweitert. Großformatige Rohre, Schächte sowie Deckenelemente und einfache Fertigteile werden entwickelt. Franz Rinninger beweist früh, dass er ein Visionär ist und stellt das Unternehmen bereits damals auf mehrere Standbeine.
1969 erfolgt der Bau eines neuen Fertigteilwerks zur Herstellung konstruktiver Fertigteile, wie Wände, Treppen und Balkonplatten. Hans Rinninger kommt als dritte Generation in das Unternehmen und widmet sich konsequent diesem Bereich.
1972 steigt er in die Produktion von Betonpflastersteinen ein und führt weitere Produkte für den Garten- und Landschaftsbau ein.
Hans Rinninger
1979 wird „Werk 3“ neu gebaut. Von da an werden erstmals moderne Stahlbetonrohre und Schachtsysteme produziert. Im gleichen Jahr stirbt Franz Rinninger völlig unerwartet. Sohn Hans Rinninger muss nun alleine die Geschicke des Unternehmens leiten.
1988 werden mit einem neuen Produktionsverfahren zum ersten Mal Stahlbetonschlitzrinnen gefertigt. Die hohe Qualität der Produkte überzeugt Kunden und Planer, so dass RIKI-Schlitzrinnen bald bei wichtigen Verkehrsobjekten und auf fast allen europäischen Flughäfen eingesetzt werden.
1993 wird der ursprüngliche Produktionsstandort am „Werk 1“ im Kißlegger Ortskern aufgegeben. Gleichzeitig wird der Standort „Werk 3“ im Stolzenseeweg großflächig erweitert, um die vorhandenen Produktionen dorthin umzusiedeln.
1997 erfolgen im „Werk 3“ der Bau und die Installation einer automatischen Anlage für großformatige Decken- und Wandelemente. Auf dieser Produktionslinie können nun hochwertige Bauteile für den Industrie-, Gewerbe- und Wohnbau wirtschaftlich hergestellt werden.
Jörg Rinninger
2005: Jörg Rinninger tritt als vierte Generation in das Unternehmen ein. Im gleichen Jahr wird der Bereich Tiefbau um eine moderne Anlage zur Herstellung von Großrohren bis zu einem Durchmesser von 2,50 m erweitert.
2006 erfolgen Ausbau und Kapazitätserweiterung im Fertigteilwerk. Es wird eine Qualitätsoptimierung durch neue Fertigungsplätze für Treppen und Sonderfertigteile im Bereich Hoch- und Tiefbau eingeführt.
2009 feiert die Firma Rinninger das 100-jährige Jubiläum des Familienunternehmens mit 300 geladenen Gästen. 100 Jahre Rinninger Betonwaren – 100 Jahre Beständigkeit und Wandel. Mit 220 Mitarbeitern ist die Firma Rinninger einer der größten Arbeitgeber in Kißlegg.
Tauben- und Kleintiermarkt in einer alten Halle
Über einige Jahrzehnte fand in einer Produktionshalle im Werk 1 an der Kirchmoosstraße der beliebte Tauben- und Kleintiermarkt statt. Immer am Sonntagmorgen war dort ein großes Angebot an Tauben, Hühnern, Kaninchen, Meerschweinchen und Hunden zu finden, mitunter auch Ziegen und Esel. Daneben konnte man auch Futter und Zubehör erwerben. Fürs leibliche Wohl sorgte die Familie Zwerger, wo man an ein paar Biertischgarnituren Getränke und heiße Saitenwürste bekommen konnte. Es herrschte immer ein reges Treiben auf dem Taubenmarkt und die Besucher kamen teilweise von weit her. Auf der Straße vor dem Werksgelände herrschte oft ein richtiges Verkehrschaos. 1974 kostete der Eintritt zum Taubenmarkt 50 Pfennig.

Werk I (an der Kirchmoosstraße), 1930.

Werk I im Jahre 1946.

Werk I 1958.

Werk II in der Stolzenseestraße. 1970.

Werk II in der Stolzenseestraße. 1983.

Anzeige, um 1928.

Bernd Mauchs Kalenderblatt für den Juli 2026.
Text: Bernd Mauch (auf der Basis der Webseite der Firma Rinninger) / Fotos: Archiv Mauch


































