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    „Die Zeit ist reif“

    Gemeinderat geschlossen für IKOWA

    Foto: Julian Aicher
    Die IKOWA-Abstimmung im Kißlegger Gemeinderat am 8. Juli.
    veröffentlicht am: 15.07.2026
    Autor: Julian Aicher
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Kißlegg – Mittwochabend, 8. Juli, ab 18.30 Uhr. Der Kißlegger Gemeinderat kommt im Esthersaal des Neuen Schlosses zusammen. Dabei erklärt er einstimmig sein Ja für das Gewerbegebiet IKOWA nahe der A 96 südwestlich von Waltershofen.

    Ihre Hände heben alle Ratsmitglieder zu folgendem Vorschlag der Gemeindeverwaltung:
    1. Die Gemeinde Kißlegg stellt auf Anraten des Zweckverbandes IKOWA einen Antrag auf Zielabweichung beim Land Baden-Württemberg. (Anm. d. DBSZ-Red.: Die Zielabweichung ist erforderlich, weil der Regionalverband sich im neuen Regionalplan mit Blick auf IKOWA gegen eine Gewerbe- und Industrienentwickung abseits geschlossener Ortschaften ausspricht).

    2. Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, die erforderlichen Schritte beim Flächennutzungsplan einzuleiten und durchzuführen.

    3. Der Gemeinderat nimmt den Vorentwurf des Bebauungsplanes Interkommunales Gewerbegebiet Waltershofen (IKOWA) zur Kenntnis.

    Bevor die Ratsrunde sich so geschlossen für das Vorhaben ausspricht, schildert Bürgermeister Dieter Krattenmacher etliche Einzelheiten dazu. „Wir planen jetzt seit 15 Jahren“, führt Krattenmacher aus: „Jetzt geht’s darum, einen Neustart zu wagen.“ Und zwar vor allem deshalb, weil von den Beteiligten Gemeinden Amtzell, Argenbühl, Kißlegg und Wangen „keiner mehr ausreichend Entwicklungsgelände für Gewerbegebiete hat“.

    40 Hektar Flächenbedarf

      Eine Umfrage bei den Firmen in diesen Gemeinden habe insgesamt 40 Hektar Flächenbedarf für Gewerbegebiete ergeben. Ähnliches lasse sich aus einer wissenschaftlichen Studie ablesen. Also nahm der Zweckverband IKOWA der genannten Orte jetzt einen neuen Anlauf (die Bildschirmzeitung berichtete). 

      Krattenmacher erläutert, es sei zu klären gewesen, ob sich gegen IKOWA etwa ein „Raumwiderstand“ ergäbe. Zum Beispiel wegen der Hangneigung – oder auch wegen Naturschutzbetstimmungen. Als Ergebnis all dieser Untersuchungen habe sich dann gezeigt, „dass diese Fläche gut geeignet ist“.

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      Allerdings kleiner als vor Jahren ursprünglich geplant. Also statt 40 Hektar „etwas mehr als die Hälfte“. Damit das Gelände dicht genutzt werden könne – also nicht vielfach mit Fahrzeugen verstellt werde – sei auch ein Parkhaus geplant. Und Platz für einen Kindergarten, den die Firmen dann selbst für den Nachwuchs ihrer Beschäftigten betreiben könnten. „Geh- Und Radwege werden begrünt“, ergänzt Bürgermeister Krattenmacher.

      „Die Betriebe wollen investieren und wollen bleiben“, sagt CDU-Fraktionschef Christoph Dürr über die örtlichen Firmen, für die IKOWA vor allem gedacht ist. Deshalb sei die Union „froh“, das IKOWA jetzt neu angepackt werde.

      „Es gibt keine Alternative“

      „Die Zeit ist reif“, betont auch Ratsmitglied André Radke (Freie Wähler). Zu IKOWA gebe es „keine echten Alternativen“. Entstehe das Gewerbegebiet nicht, führe das zur Abwanderung von Betrieben. Und damit zum „Verlust von Arbeitsplätzen“.

      „Wir sind auch begeistert, dass es da jetzt weitergeht“, beton Silke Monk von den Grünen. Dazu stellt sie noch einige Fragen an Bürgermeister Dieter Krattenmacher. Etwa danach, ob die Gemeinde dann den angedachten Kindergarten betreibe. Antwort des Rathauschefs: „Wir sind da nicht beteiligt.“ Auf Monks Frage, ob in dem Gewerbegebiet „eine Verpflichtung für PV“ gelte, antwortet Krattenmacher: „Die gibt’s ja schon.“ Also für Photovoltaik/Sonnenstrom – etwa auf dem Dach. Mehr noch: „PV und Dachbegrünung – die werden verpflichtend sein. Denn „Wir müssen das Wasser puffern.“

      Markus Salger von der SPD begrüßt für seine Fraktion dann auch „die dynamische Entwicklung“.

      Einstimmig stellt sich der Rat hinter die Verwaltung – und hebt geschlossen die Hände zum Ja.
      Julian Aicher

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      Julian Aicher
      veröffentlicht am
      15.07.2026
      Lesedauer: ca. 3 Minuten
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