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Isny-Rohrdorf – Vier Tage lang stand das Reitgelände des Reit- und Fahrvereins Isny-Rohrdorf ganz im Zeichen des Pferdesports – und einmal mehr zeigte sich: Das traditionsreiche Springturnier hat sich fest im Kalender der regionalen und internationalen Szene etabliert. Hochklassiger Sport, enge Entscheidungen und bewegende Momente prägten die Turniertage 2026.
Sportlich setzte vor allem einer die Maßstäbe: Rossen Raitchev. Der Bulgare, längst ein Stammgast in Isny, sicherte sich im Sattel von Chad Calypso PS den Sieg im Großen Preis – und das denkbar knapp. Im Stechen des mit 1,45 Meter anspruchsvoll gebauten Parcours verwies er mit nur vier Hundertstelsekunden Vorsprung Maximilian Weishaupt mit dem bereits bei Olympia erfolgreichen Holsteiner Hengst Zuccero auf Rang zwei. Auf Platz drei folgte Sven Zeller aus Illertissen mit seinem zuverlässigen Largo, der als erster eine Doppelnullrunde vorgelegt hatte.
Sechs Paare hatten es ins Stechen geschafft – ein Beleg für die ausgewogene, sportlich fordernde Arbeit von Parcourschef Ralf Hollenbach. Für Raitchev war es jedoch nicht nur der wichtigste Einzelsieg des Wochenendes: Mit seinem Erfolg im Großen Preis sicherte er sich zugleich die Gesamtwertung des Allgäu-Championats und damit den Titel des Allgäu-Champions 2026.
Auch in den weiteren Prüfungen zeigte sich die hohe sportliche Qualität des Turniers. Die Österreicherin Katharina Rhomberg, Olympiateilnehmerin in Paris, setzte sich in einem weiteren S-Springen durch und bewies damit einmal mehr ihre derzeitige Topform. In der Amateur-Tour triumphierte Ralf Rundel mit Paco Blue van’t Breezerhof vor starker Konkurrenz. Für Begeisterung sorgte zudem das Amazonenspringen, in dem sich Alina Hertwig mit ihrem erfahrenen Partner Lucky den Sieg sicherte und damit ihre Erfolgsgeschichte in Isny fortschrieb. In diesem Springen gab es auch wie im Vorjahr den Stil- und Fairnesspreis für den fairen Umgang mit Mensch und Pferd . Katharina Rhomberg durfte hier für ihr harmonisches, pferdegerechtes Reiten und den freundlichen Umgang mit ihren Reiterkolleginnen, den Ehrenpreis in Empfang nehmen.
Neben dem Spitzensport spielte auch die Nachwuchsförderung eine wichtige Rolle: Mehrere Prüfungen dienten als Sichtung für die Deutschen Jugendmeisterschaften und den Landeskader. Junge Talente nutzten die Bühne, um sich auf schwerem Niveau zu präsentieren – und lieferten dabei beachtliche Leistungen ab.
Auch die Mitglieder des gastgebenden Reit- und Fahrvereins Isny-Rohrdorf zeigten Flagge und nutzten ihr Heimturnier für engagierte Auftritte. In zahlreichen Prüfungen waren Reiterinnen und Reiter des Vereins vertreten und sammelten wertvolle Platzierungen sowie Erfahrung vor heimischem Publikum. Gerade für den Nachwuchs bot sich die seltene Gelegenheit, sich auf großer Bühne mit überregionaler Konkurrenz zu messen.
Doch das Turnier war mehr als nur sportliche Höchstleistung. Nach dem Vorbild der vergangenen Jahre legte der Verein großen Wert auf Gemeinschaft und Zusammenhalt. Viele Helfer, Vereinsmitglieder und Unterstützer trugen dazu bei, dass die Veranstaltung reibungslos verlief – von der Bewirtung über den Parkplatzdienst bis hin zum Parcours. Wie bereits im Vorjahr war das familiäre Miteinander auf und neben dem Platz deutlich spürbar.
Überschattet wurden die ersten Turniertage jedoch von einem tragischen Ereignis: Ein langjähriges Mitglied und Unterstützer des Vereins verstarb am Donnerstagabend unerwartet auf dem Gelände. Der Wettbewerb wurde daraufhin vorzeitig beendet. Die Hinterbliebenen, Turnierleitung, Reiter und Richter entschieden gemeinsam, das Turnier in seinem Sinne fortzuführen – begleitet von einem respektvollen Gedenken und einer spürbar ruhigeren Atmosphäre in den folgenden Stunden.
Gerade dieser Moment machte deutlich, wie eng der Verein und seine Unterstützer miteinander verbunden sind. Vor dem Großen Preis gedachten Teilnehmer und Zuschauer des Verstorbenen mit einem Gruß aus Luftballons in den Himmel – ein stiller, aber eindrucksvoller Moment inmitten des sportlichen Geschehens.
Am Ende überwogen dennoch die positiven Eindrücke: ein hervorragend organisiertes Turnier, hochklassiger Sport und ein Publikum, das die Leistungen der Reiter mit großer Begeisterung verfolgte. Die voll besetzten Ränge beim Großen Preis unterstrichen, welchen Stellenwert das Turnier inzwischen hat.
So bleibt auch 2026 der Eindruck eines Events, das weit mehr ist als nur ein Wettkampf: ein Treffpunkt für Pferdesportler, ein Aushängeschild für die Region – und ein Wochenende, das sportliche Höchstleistungen und menschliche Momente miteinander verbindet.
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