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Reute – Pünktlich zum Jubiläumsjahr ist mit dem Band „1100 Jahre Reute“ ein Buch erschienen, das weit mehr ist als eine Festschrift. Herausgegeben vom Arbeitskreis Heimatpflege der Solidarischen Gemeinde Reute-Gaisbeuren e.V., haben die Autoren und Redakteure auf rund 140 Seiten ein Werk geschaffen, das Geschichte lebendig werden lässt und zugleich zum Schmökern einlädt. Es wird beim Brunnenfest am 4. Juli im Rahmen eines Festaktes ab 18.00 Uhr vorgestellt und kann dann für 5 € pro Exemplar erworben werden.
Nach den Grußworten von Oberbürgermeister Matthias Henne, Ortsvorsteher Achim Strobel sowie den Sprechern des Arbeitskreises Heimatpflege, Josef Bösch und Max Huchler, gliedert sich das Buch in einen umfangreichen geschichtlichen Teil und einen zweiten Abschnitt, in dem sich die Vereine Reutes vorstellen.
Der historische Teil umfasst 24 Kapitel und spannt einen beeindruckenden Bogen von den Anfängen bis in die Gegenwart. Ausgangspunkt ist die erste urkundliche Erwähnung Reutes im Jahr 926 im Weißenburger Klosterkodex. Doch die Autoren blicken noch weiter zurück und widmen sich dem Moordorf, dessen Besiedlung bereits vor mehr als 4000 Jahren begann. Der Exkurs in die Prähistorie ist Dr. Martin Mainberger zu verdanken.
Eine sorgfältig zusammengestellte Chronologie führt den Leser durch die Ereignisse von 1403 bis heute. Historische Karten werden mit kenntnisreichen Erläuterungen vorgestellt und helfen dabei, manches längst vergessen geglaubte Wissen wieder aufzufrischen. Alte Postkarten und Luftaufnahmen dokumentieren eindrucksvoll den Wandel des Dorfes im Laufe der Jahrzehnte.
Breiten Raum nimmt die Geschichte der Guten Beth von Reute ein. Die Mystikerin und Selige, deren Wirken bis heute weit über die Grenzen Oberschwabens hinaus bekannt ist, wird ebenso ausführlich gewürdigt wie das aus ihrer Klause hervorgegangene Kloster Reute.

Auch die Wallfahrtskirche St. Peter und Paul wird mit informativen Texten und eindrucksvollen Bildern vorgestellt.

Das neue Reute-Buch ist mit etlichen Karten und vielen Abbildungen ausgestattet.
Das barocke Pfarrhaus
Besonders bemerkenswert sind die Aufnahmen des barocken Pfarrhauses. Sie eröffnen Einblicke in kostbare und kunstvoll ausgestattete Innenräume, die in dieser Form vielen Lesern bislang unbekannt gewesen sein dürften. Allein diese Bilddokumente machen das Buch zu einer wertvollen Bereicherung der Ortsgeschichte. Mit diesem herausragenden Bauwerk (dessen bauliches Schicksal immer noch in der Schwebe ist) befasste sich Kunsthistorikerin Brigitte Hecht-Lang.

Blick in das Pfarrhaus-Kapitel.
Im Personenkapitel begegnet man unter anderem Martin Gerbert, dem bedeutenden Fürstabt von St. Blasien und Förderer der Guten Beth. Mit Pfarrer Eugen Schmidt wird ein aufrechter Seelsorger gewürdigt, der den Menschen in den dunklen Jahren des Nationalsozialismus geistlichen Halt gab. Daran schließen sich die Erinnerungen an die Opfer der beiden Weltkriege an.
Fröhlicher wird es in den Kapiteln über die Nachkriegszeit und die 1950er-Jahre. Ein liebevolles Bild des Kindergartens der Ordensschwestern eröffnet den Blick auf den Alltag vergangener Jahrzehnte. Die Entwicklung von Kindergarten und Schule, die Geschichte der Feuerwehr, die Wohnplätze, der Durlesbach, die Ehrenbürger und die Heimatforscher finden ebenso ihren Platz wie die Geschichte Gaisbeurens, das als eng verbundene „Zwillingsgemeinde“ selbstverständlich nicht fehlen darf.
Die Vereine
Den Abschluss bildet die Vorstellung der zahlreichen Vereine. Sie zeigen eindrucksvoll, wie lebendig und vielfältig das gesellschaftliche Leben in Reute heute ist und wie stark das Ehrenamt das Dorf prägt.
Den Machern ist es gelungen, ein ausgesprochen liebenswertes Bilder- und Lesebüchlein zu schaffen. Zunächst erfreut man sich an den zahlreichen historischen und aktuellen Schwarz-Weiß- und Farbfotografien. Doch schon bald beginnt man, sich in den ebenso informativen wie kurzweiligen Texten festzulesen. Das Buch vermittelt Heimatgeschichte auf anschauliche und leicht zugängliche Weise und dürfte sowohl langjährige Einwohner als auch Neubürger ansprechen.
Das Redaktionsteam
Ein großes Lob gebührt dem Redaktionsteam mit Josef Bösch, Max Huchler, Elisabeth Maucher und Franz Zembrot. Ihnen ist ein Werk gelungen, das die Geschichte Reutes bewahrt und zugleich die Gegenwart des Dorfes widerspiegelt. Es ist zu wünschen, dass das Buch beim Brunnenfest zahlreiche Käufer findet. Verdient hätte es das allemal – und eigentlich sollte es in keinem Reutener oder Gaisbeurer Bücherschrank fehlen.
Das Buch

Das Buch „1100 Jahre Reute“ wurde in einer Auflage von 1500 Exemplaren bei Marquart in Aulendorf gedruckt. Die Gestaltung lag bei Marc Brandner. Das etwa 140 Seiten umfassende Werk kostet nur 5 €.
Die Autoren und ihre Themen im Überblick
100 Jahre Reute: Elisabeth Maucher
Reute auf Karten und Ansichten: Franz Zembrot
Das Moordorf von Reute: Dr. Martin Mainberger
Die Gute Beth: Kloster Reute
Pfarr- und Wallfahrtskirche: Ralf Schumann
Die Glocken der Wallfahrtskirche: Franz Zembrot
Das barocke Pfarrhaus: Brigitte Hecht-Lang
Martin Gerbert, Fürst und Abt: Franz Zembrot
Pfarrer Eugen Schmidt: Franz Zembrot
Erinnern und Gedenken : Franz Zembrot
Reute als Schulort: Edwin Jehle/Werner Geiss
Schulgeschichte Tannweiler-Möllenbronn: Franz Hirsch
Freiwillige Feuerwehr: Bernd Miller
Wohnplätze: Franz Zembrot/Franz Bendel
Der Durlesbach: Franz Zembrot
Ehrenbürger: Franz Zembrot
Heimatforscher: Franz Zembrot
Gaisbeuren im Lauf der Geschichte: Josef Bösch
Text und Fotos: Erwin Linder

































