
Marty Mauser (Timothée Chalamet) verdient seine Brötchen als Schuhverkäufer, doch der junge New Yorker will mehr, er will die weltweit Nummer 1 im Tischtennis werden und den Sport im Amerika der 60er Jahre populär machen. Doch bei den Meisterschaften in Europa wird er von der Konkurrenz aus Japan an die Wand gespielt. Trotz dieses Rückschlags sowie privater Probleme, wie etwa die ungewollte Schwangerschaft seiner Freundin (Odessa A’zion) nebst einer Affäre mit einer alternden Filmdiva (Gwyneth Paltrow), lässt Marty sich nicht aus der Spur bringen. Im Gegenteil, ihm ist jedes Mittel recht um doch noch an die Spitze gelangen und dabei lässt mehr als einmal mit den falschen Leuten ein.
Zunächst mal, Marty Mauser ist keine rein fiktive Figur sondern basiert lose auf dem amerikanischen Tischtennisspieler Marty Reisman, der zwischen 1948 und 1967 einige bedeutende Titel gewann. Wieviel Marty Reisman wirklich in Marty Supreme steckt, sei allerdings dahin gestellt. Eins ist allerdings sicher, Marty Mauser ist ein brilliant geschriebener Charakter, ein Egozentriker vor dem Herrn mit einem höchst fragwürdigem, moralischem Kompass, der von Timothée Chalamet ebenso brilliant und mit jeder Menge Energie gespielt wird. Der junge Schauspieler, mit mittlerweile zu einer Art Gallionsfigur der Gen-Z ernannt wurde, brennt auf der Leinwand ein wahres Feuerwerk ab und wurde dafür zurecht für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert. Regisseur Josh Safdie, der mit dem Indie-Hit Good Times bekannt wurde, setzt dabei zu hundert Prozent auf seinen Hauptdarsteller, der der Dreh- und Angelpunkt dieses Films ist. Dabei beweist er auch ein Gefühl für den Look und die Atmosphäre der späten 60er Jahre und wirft den Zuschauer mitten hinein in ein lautes, dreckiges, chaotisches New York. Dass die Nebendarsteller hier ziemlich blass wirken und offen gesagt kaum der Rede wert sind, ist dabei zu verkraften. Mit 2 1/2 Stunden ist der Film allerdings etwas zu lang geraten und verzettelt sich ein wenig zu sehr in Nebenhandlungen wie den entführten Hund eines Gangsters, den Marty zurück bringen soll, statt sich auf das eigentliche Thema, nämlich dem Griff nach der Tischtennis-Krone, zu fokussieren. Damit ist Marty Supreme auch kein typischer Sportfilm, trotz dynamischer Inszenierung der Matches, sondern eher eine temporeiche Charakterstudie mit der nötigen Portion Tiefgang, um nachhaltig in Erinnerung zu bleiben. Spiel, Satz und Sieg für Marty Supreme.
Erscheinungsdatum: 29. Mai 2026
Laufzeit: 149 Min. / FSK: 12
Autor: Alexander Koschny
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Neu im Heimkino: Marty Supreme






