Sommermodus statt Leistungsmodus – Wenn es heiß wird: Bewegung ja, Überlastung nein


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Region – Die aktuelle Hitzewelle sorgt für sehr hohe Temperaturen. Hitzebelastung kann sportliche Aktivitäten im Freien deutlich anstrengender machen und stellt eine zusätzliche gesundheitliche Herausforderung dar. „Trotzdem ist Bewegung auch an heißen Tagen sinnvoll. Sie sollte jedoch konsequent an die Wetterbedingungen angepasst werden“, sagt Sina Ritter-Hoh, Bewegungsexpertin bei der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben.
Hitzeschäden, die ärztlich behandelt werden, treten je nach Sommer und Hitzebelastung in unterschiedlichem Umfang auf. 2022 war rückblickend ein besonders heißer Sommer. In der Region Bodensee-Oberschwaben waren 357 AOK-Versicherte in ärztlicher Behandlung aufgrund von Hitzeschäden. Davon waren 190 Personen zwischen 15 und 39 Jahre alt (53,2 %). Ein ähnliches Bild zeigte sich 2023: 345 AOK-Versicherte waren wegen Hitze in ärztlicher Behandlung, davon waren 197 Personen 39 Jahre alt und jünger (57,1 %). Im Jahr 2024 waren von 198 behandlungsbedürftigen Personen 117 jünger als 39 Jahre (59,1 %). Die Daten beziehen sich ausschließlich auf Versicherte, die tatsächlich in ärztlicher Behandlung waren.
„Auffällig ist, dass auch jüngere Menschen regelmäßig von hitzebedingten Beschwerden betroffen sind. Das liegt unter anderem daran, dass körperliche Aktivität im Alltag oder beim Sport den Körper zusätzlich belastet“, hebt Sina Ritter-Hoh hervor. Wer sich bei hohen Temperaturen bewegt, bringt den Kreislauf schneller an seine Grenzen, da der Körper gleichzeitig Leistung erbringen und sich kühlen muss. „Deshalb ist es wichtig, nicht wie gewohnt zu trainieren, sondern langsamer zu machen und Pausen einzulegen“, sagt die AOK-Bewegungsexpertin weiter.
„Trotzdem ist Bewegung und körperliche Aktivität an Hitzetagen grundsätzlich möglich, muss jedoch sorgfältig an die Wetterlage angepasst werden“, betont Sina Ritter-Hoh. Empfehlenswert sind kühlere Tageszeiten wie der frühe Morgen oder der Abend. Die Mittagshitze sollte nicht für sportliche Aktivitäten genutzt werden, da sie den Körper besonders stark belastet.
Wichtig ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Durch starkes Schwitzen verliert der Körper Wasser und wichtige Mineralstoffe. Deshalb sollte regelmäßig in kleinen Mengen getrunken werden, auch ohne Durstgefühl. Bei längeren Aktivitäten können mineralstoffhaltige Getränke sinnvoll sein. „Flüssigkeitsverlust durch starkes Schwitzen kann auch bei ansonsten gesunden Personen zu bleibenden Nierenschäden führen“, sagt Dr. Ralph Bier, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg.
Auch der Sonnenschutz spielt eine wichtige Rolle. Sonnencreme sollte großzügig aufgetragen werden. Für den ganzen Körper eines Erwachsenen gilt eine Menge von etwa 40 Millilitern (vier gehäufte Esslöffel) als angemessen. Wird zu wenig verwendet oder wird die Creme durch Schwitzen, Baden oder Abreiben entfernt, sinkt der Schutz erheblich. Daher gilt: Nachcremen spätestens alle zwei Stunden, nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen sofort.
„Gut geeignet sind an heißen Tagen zum Beispiel Schwimmen, lockeres Radfahren im Schatten, Spaziergänge im Wald oder leichte Dehnübungen“, so die AOK-Expertin Sina Ritter-Hoh. „Wichtig ist außerdem, auf den Körper zu achten. Erste Warnsignale wie Schwindel, Kopfschmerzen oder ungewöhnliche Erschöpfung sollten ernst genommen werden. In solchen Fällen sollte die Aktivität sofort unterbrochen und ein kühler Ort aufgesucht werden.“































