Immenried – In Immenried gibt es den Verein „Supermoto MX Freunde Immenried“. Voller Stolz berichtet der Verein von den jüngsten Erfolgen:
Das erste Rennen der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Supermoto in Wittgenborn ist geschafft. Es war ein nervenaufreibendes Wochenende, kann ich euch sagen. Alte Rivalitäten sind ausgebrochen, einige Stürze und verdammt schnelle Runden.
Debüt in der Klasse Youngster bis 250 ccm
Fangen wir bei Luis an, der dieses Jahr sein Debüt in der Klasse Youngster bis 250ccm gibt. Im Normalfall mag er diese Strecke bekanntlich nicht, aber was er an diesem Wochenende (6./7.6.) geleistet hat, war Wahnsinn. Die ersten beiden freien Trainings am Samstag waren schon vielversprechend. Er zeigte schnelle Runden und eine gute Linienwahl. Jedoch war seine Nervosität deutlich zu spüren. Hier und da mal ein Schlenker, da mal zu früh gebremst usw. Wir mussten ihn also erst einmal wieder bremsen und versuchen, Luis ins hier und jetzt zu holen, damit er sich besser konzentriert. Denn entscheidend ist, auf welcher Ausgangsposition er am Ende steht.
Das Zeittraining am Samstagnachmittag war bei strahlendem Sonnenschein. Luis hatte sich beruhigt und war sehr konzentriert. Schon in den ersten paar Runden konnte er sich zeitlich deutlich verbessern. Auch seine Linienwahl wurde immer noch besser. Einmal fuhr er in die Box, um sich bei seinem Onkel Max Banholzer noch den einen oder anderen Tipp abzuholen. Und siehe da, die Zeit wurde nochmal besser. Was bei Luis erstaunlich ist, ist, dass er über die gesamte Zeit seine Zeiten halten konnte. Am Ende fuhr er 1.06.650 und sicherte sich die 13. Startposition insgesamt, da die Youngster mit der Klasse S3 fahren. In seiner Klasse war er 2ter. Luis hätte sich dennoch ein paar Plätze weiter vorne gewünscht, aber er war trotzdem stolz auf seine Leistung. Der 13te Platz bedeutete 4te Startreihe ganz innen.
Luis Janser
Am Sonntag in der Früh war noch ein Warmup angesetzt. Hier fuhr Luis lockere Runden. Im Off-road versuchte er, beide Linien noch besser umzusetzen und sich auf die Strecke noch besser einzulassen. Vor dem ersten Rennen war die Nervosität greifbar. Luis setzte sich bewusst alleine in unseren Wohnwagen, um sich voll und ganz zu fokussieren, denn der Start bei der Klasse S3/ Youngster ist etwas total anderes im Gegensatz zu den Junioren. Bei den Junioren sind es 10 Kinder auf der Startaufstellung und jetzt sind es 25 Erwachsene und 5 Kinder. Ein bisschen Respekt war definitiv da.
Das Rennen startete um 12 Uhr. Luis hatte einen bombastischen Start. Er fuhr gleich von Reihe 4 vor in Reihe 2. Leider wurde es dann etwas eng und eine richtige Lücke gab es dann nicht. So fiel Luis wieder auf Platz 12 zurück. Die gesamte Zeit von 12 min + 2 Runden verteidigte er diese Position und konnte auch seine Zeit immer halten. Am Ende wurde es Platz 2 bei den Youngstern und Platz 12 insgesamt.
Rennen Nummer 2 fing um 15.50 Uhr an. Auch hier hatte er wieder einen gelungen Start und fuhr in Reihe 2 vor, dieses Mal konnte er seine Position durch die Kurve halten. Leider gab es genau vor ihm einen Crash, wobei sich sein Vorderrad bei den Kollegen, die gestürzt waren, verhakt hat. Um keine Zeit zu verlieren, zog er es raus und konnte schnell 5 Fahrer von außen überholen. Seine Linienwahl im Off-road war dann sein Verhängnis und so stürzte Luis am Ausgang. Vor lauter Zorn begann er nun eine Aufholjagd. Schöne und auch waghalsige Manöver waren im Einsatz, aber zu keiner Zeit ohne Bedacht. So konnte er nach zwei Runden von Platz 28 auf 24 vorfahren. Kurz danach hatte er nochmals einen Sturz. Wir hatten alle gedacht, dass Luis jetzt raus fährt und das Rennen beendet, aber er hat es bis zum Schluss durchgezogen, konnte nochmal auf 25 Vorfahren und war am Schluss noch 4ter bei den Youngstern. Wir waren mehr als stolz auf ihn und auch Luis konnte nach ein paar Minuten wieder lachen und sich über sein Ergebnis vom ersten Wochenende freuen.
Peter Banholzer 29 Jahre, dreifacher Vize-Deutscher Meister der S1 (schwerste Klasse im Supermoto)
Kommen wir nun zu Peter. In seinen freien Trainings konnte Peter eine gute Basis schaffen. Sein Fahrwerk wurde optimal eingestellt und die Motivation war von Anfang an da. Er zeigte hier schon, dass man mit ihm vorne rechnen konnte.
Screenshot
Zum Zeittraining am Samstagabend wurden nochmal Reifen gewechselt, um den optimalen Grip zu bekommen. Die ersten Runden verliefen eher schleppend. Wir dachten alle schon, dass es nicht mehr schneller geht. Erst in Runde 11 konnte er eine 1.02.216 fahren und sich auf Position 6 einreihen. Da dieses Jahr alles etwas anders ist, fährt die S1 um die Superpole. Das bedeutet, die besten 6 Fahrer müssen nacheinander eine perfekte schnelle Runde abliefern und haben somit die Chance, eine bessere oder schlechtere Startposition zu erreichen. Man fängt hier immer beim 6ten Fahrer an. Somit musste Peter nach einer kurzen Pause abliefern. Er machte eine richtig gute Figur und fuhr alle Linien sauber. Die Zeit blieb bei 1.02.052 stehen und er konnte sich zu seiner Zeit aus dem Quali verbessern. Am Schluss rutschte Peter eine Position nach vorne und sicherte sich Startplatz 5. Er war sehr zufrieden mit sich.
Am Sonntag in der Früh fuhr Peter dann sein Warmup entspannt und locker. Zum ersten Rennen am Mittag wurden noch neue Reifen aufgezogen und dann konnte es um 13.10 Uhr auch los gehen. Peter war die Ruhe vor dem Sturm. Als die Ampel ausging, staunten wir nicht schlecht, als er einen so perfekten Start hingelegt hatte. Er konnte gleich als 4ter durch die erste Kurve fahren. Den Speed zu seinen Vordermännern konnte er locker mitfahren. So motiviert war er schon lange nicht mehr auf dieser Strecke. Jetzt musste er Ruhe bewahren, da Platz 1 und 2 so eng aufeinander waren, dass wir uns alle sicher waren, dass dort noch was passiert. Und so war es dann in der 5. Runde auch. Position 2 drückte Position 1 etwas nach außen im Off-road und hat den Weg frei gemacht für die Nachfolgenden. Peter war somit auf Platz 3 angekommen. Wir hielten aber alle etwas den Atem an, denn nun hatte Peter seinen größten Rivalen hinter sich. 2022 kostete er ihn den Titel zum Meister und wir alle wussten,, dass es spannend werden könnte, denn verschenkt wird da nichts. Die nächsten Runden waren nichts für schwache Nerven. Immer wieder holte Peter seinen Hintermann auf und kam ihm gefährlich nahe. Nach ca. 10 min waren die zwei im Off-road angekommen und Peter sprang über den Tabel und wollte dann schnell durch die Anlieger fahren, leider hatte er sich verschalten und der Leerlauf sprang rein. Sein Kontrahent prallte auf das Hinterrad von Peter und ging zu Fall. Gott sei Dank konnte Peter gleich weiterfahren und an der Spitze dran bleiben. Am Schluss wurde es Platz 3 für Peter mit einer hitzigen Diskussion am Schluss.
Nun war natürlich die Spannung im Fahrerlager greifbar und wir mussten uns auf Rennen Nummer zwei vorbereiten. Hier ging dann noch Peters Vorderachse kaputt, aber wir konnten noch Ersatz finden. Zum zweiten Rennen fing es dann in der Startaufstellung an zu tröpfeln.
Da kein Wetterbericht schlechtes Wetter angesagt hatte, hatte mein Mann natürlich keine Regenreifen montiert. So musste sein Bruder schnell an den Bus, um vorsichtshalber noch welche zu montieren. Das Rennen begann dann trotzdem noch auf Slic. Peter hatte wieder einen bombastischen Start und konnte als Dritter durch die erste Kurve fahren. Nach zwei Runden wurde aber unterbrochen, da fünf Fahrer durch Nässe richtig abflogen und der Rettungsdienst kommen musste. In dieser Zeit hat es auch angefangen sehr stark zu regnen. Wir mussten alle Hand in Hand arbeiten, um die Reifen zu wechseln. Nachdem der Regen etwas nachließ und der Verletzte von der Strecke war, konnte der Restart beginnen. Auch gelang Peter ein super Start und er konnte wieder als 4ter durchstarten. Die Strecke ist bei Regen leider stellenweise wie Schmierseife. So geschah dann in Runde 3 das Unglück und Peter stürzte. Nachdem er für seine Verhältnisse lange liegen blieb, war ich mir nicht ganz sicher, ob er weiterfahren kann. Als er endlich aufstand, sah man ihm an, dass er Schmerzen hatte. Er fuhr das Rennen dennoch zu Ende und kam als 13ter ins Ziel. Gott sei Dank ist nicht mehr passiert außer einer blauen Hüfte mit Abschürfungen.