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    Aus Bernd Mauchs historischem Kißlegg-Kalender

    Die Restauration Klarmann in der Bahnhofstraße (heute Schloßstraße)

    Foto: Archiv Mauch
    Die Restauration Klarmann im Jahre 1934.
    veröffentlicht am: 05.06.2026
    Autor: Bernd Mauch / dbsz
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Kißlegg – Immer wieder blättern wir in Bernd Mauchs historischem Kißlegg-Kalender. Auch wenn das Mai-Kalendarium schon abgelaufen ist, wollen wir noch das Mai-Blatt nachliefern – wegen der heimatgeschichtlichen Erkenntnisse, die Ortsheimatpfleger Bernd Mauch da zusammengetragen hat:

    Die Restauration Klarmann im Jahre 1960.

    Das Haus Klarmann wurde um 1850 erbaut, ursprünglich als Schule für die evangelischen Schüler. Da es aber zu wenig evangelische Schüler gab, wurde das Haus an enen Mann namens Elsässer aus Wangen verkauft, der darin einige Jahre eine Gaststätte betrieb. Laut einem Pachtvertrag von 1881 wurde das Haus in jenem Jahr an Franz Klarmann verpachtet, der bis dahin als Bierbrauer in der Fürstlichen Brauerei Hahnensteig bei Kißlegg beschäftigt war. Franz Klarmann betrieb die Gastwirtschaft bis 1891 als Pächter und kaufte anschließend das Gebäude. Zusätzlich zur Tätigkeit in der Gastwirtschaft war er auch noch als Viehhändler tätig.

    Die Restauration Klarmann im Jahre 1928.

    Franz Klarmann war verheiratet mit Karoline Baumann aus Wangen. Aus dieser Ehe ging ein Sohn hervor, der allerdings bereits 1884 mit drei Jahren verstarb, ein Jahr später verstarb auch seine Frau Karoline. Zwischen 1890 und 1915 wurden mehrere landwirtschaftliche Gebäude dazugebaut. Franz Klarmann war dann einige Jahre Witwer, bevor er sich wieder verheiratete. Aus der zweiten Ehe gingen fünf Kinder hervor. Franz Klarmann verstarb 1920, die Wirtschaft wurde danach von seiner Witwe und den Kindern Karl und Maria weitergeführt. Der älteste Sohn, geboren 1892, ebenfalls mit Vornamen Franz, wurde Tierarzt. 1928 wurde das Haus vergrößert.

    Gastraum 1942.

    Die Gastwirtschaft trug den Namen „Restauration“ aufgrund ihrer Nähe zum Bahnhof. Die Gäste wussten, dass, wenn das Zugsignal einmal zu hören war, sie noch eine Viertelstunde Zeit hatten, auszutrinken, zu bezahlen und die kurze Strecke zum Bahnhof zurückzulegen, um pünktlich zur Abfahrt des Zuges dort zu sein.

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    1945 nahmen französische Besatzungssoldaten das Haus in Beschlag. Dabei wurden die Heizung, viele Möbel und Gegenstände zerstört. Eine Eröffnung war nach dem Krieg für die Familie so nicht mehr möglich, der Wirtschaftsraum wurde an Flüchtlinge vermietet. So an die Familie Schimpf-Lendle, die dort dann einen Spielwarenhandel betrieb, und das Ehepaar Langner, die als Herrenschneider tätig waren.

    Feuerwehr Immenried, angetreten mit Kommandant Mahle vor der Restauration Klarmann (1936).

    Bis zum heutigen Tag wird das Haus als Wohnhaus genutzt. Die Garagen und Nebengebäude wurden an Wolfgang Huber verkauft – einen örtlichen Flaschnermeister, der seinen Betrieb in fünfter Generation führt und weit über die Landesgrenzen als erfahrener Restaurator in der Denkmalpflege tätig ist. Im Obergeschoss seiner Werkstatt befindet sich ein großzügiger Ausstellungsraum, in dem wechselnde Ausstellungen namhafter Künstler gezeigt werden.

    Ansichtskarte von 1902.

    Das Mai-Kalenderblatt von Bernd Mauchs historischem Kißlegg-Kalender für 2026.

    Text: Bernd Mauch / Fotos, Repros: Archiv Mauch

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    Bernd Mauch / dbsz
    veröffentlicht am
    05.06.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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