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Kißlegg – Gelb gilt im Tierreich als auffällige Warnfarbe. Eine knallgelbe Installation am Ortsausgang von Kißlegg soll jedoch Zweibeiner sensibilisieren. Genauer: solche auf motorisierten Zweirädern. Die Installation besteht aus einem Motorrad, das frontal mit einem Pkw zusammengestoßen ist. Der ebenfalls knallgelbe Helm liegt symbolträchtig auf der Kühlerhaube. Dahinter ein schwarzes Kreuz mit der Mahnung, wie gefährlich eine kurze Unaufmerksamkeit sein kann. Der Verkehrssicherheitsrat, bestehend aus Verkehrswacht, Landratsamt und Polizei, erhofft sich davon einen Beitrag zur Unfallverhütung.

Schild „Bitte nicht röööhren“ und ein schwarzes Kreuz: Die Installation geizt nicht mit dramatischen Appellen.
Standort kurz vor Start der „Todesstrecke“
Karl-Heinz Koß aus dem Referat Prävention Verkehrsunfälle des Polizeipräsidiums (PP) Ravensburg hat das Aufstellen am 27. Mai organisiert. Der mit der Gemeinde abgestimmte Standort an der L325 Richtung Leupolz sei „nicht zufällig gewählt“. Wenige Meter danach zweigt nämlich die nach mehreren Unfällen in jüngster Zeit als „Todesstrecke“ bekannte Kreisstraße über Allewinden nach Wangen ab. Es gilt Tempo 60. „Damit ist die Sichtbarkeit gegeben, die Gefahr einer Ablenkung gering.“
Kreis Ravensburg ein Unfallschwerpunkt
Generell richte man sich an alle Fahrerinnen und Fahrer, erläutert Karl-Heinz Koß weiter. Aus guten Gründen: Der Kreis Ravensburg weist in den letzten Jahren besonders hohe Unfallzahlen auf. Wozu statistisch der Umstand beiträgt, dass die vielen Biker-Touristen auf den beliebten Routen auch für mehr gefahrene Kilometer sorgen. Mit Tempolimits und Kontrollen allein, die oft einem „Katz-und-Maus-Spiel“ glichen, sei dagegen nicht anzukommen, Prävention zunehmend gefragt. So hatte auch zu Saisonbeginn 2026 das PP mit dem ADAC, der Verkehrswacht und den Johannitern wieder den Verkehrssicherheitstag auf dem Kißlegger Marktplatz ausgerichtet.
Im Sommer 2025 stand das gelbe Unfall-Bike bei Amtzell,
Im Sommer 2025 warnte das gelbe Unfall-Bike bereits in Amtzell, zu Beginn der unfallträchtigen Strecke nach Hannober. Im Winter wird es eingelagert. Zuletzt stand es vor der Gewerblichen Schule in Ravensburg. Mit viel Pragmatismus habe man die Idee seiner Kollegin Nicole Zweifel realisieren können. „Eine Schlüsselrolle spielte die Kreativität von Ahmet Yardimci und seine Erfahrung aus der Autolackiererei in Weingarten“, lobt Karl-Heinz Koß.
Nur ein geringer Anteil der Biker sorgt für Probleme

Da kommt gerade Tobias mit seinem Rasenmäher …
Beim Aufstellen kommt es zur zufälligen Begegnung mit Tobias Dunst, der in einem benachbarten Grundstück mähen will und beruflich Kontakt mit dem Bereich Prävention des PP pflegt. Spontan hilft er, das hohe Gras rund um den Standort für die Sichtbarkeit zu entfernen. Ein Motorradfahrer fährt mit angemessener Geschwindigkeit und Lautstärke vorbei und animiert Karl-Heinz Koß zur Feststellung, dass nur ein ganz geringer Anteil der Biker für Probleme und Gefahren sorge. Bald bleibt eine Passantin interessiert stehen. Bettina Roth ist selbst gerne als Sozia auf dem Motorrad unterwegs und ärgert sich über die Raserei auf der „Todesstrecke“. Die Aktion am Straßenrand findet sie deshalb „prima“.
Text und Fotos: Ulli Stark

Blick aus dem Schloss auf den Verkehrssicherheitstag Ende April
































