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    Viel Zulauf beim „Allgäu Bike Day“ in Bärenweiler

    Entspanntes Familientreffen der etwas anderen Art

    Foto: Ulli Stark
    Pastoralreferent Benjamin Sigg erbat Gottes Segen für die Biker.
    veröffentlicht am: 27.05.2026
    Lesedauer: ca. 4 Minuten

    Bärenweiler – Motorräder mit Kultstatus bestimmten das Bild am Pfingstwochenende in Bärenweiler, vor den Toren Kißleggs. Die liebevoll herausgeputzten Maschinen der Marke Harley Davidson lockten beim „Allgäu Bike Day“ auch viele Schaulustige aus der Region wie Fahrer anderer Marken. Trotz der vielen hundert Besucher im Laufe des Samstags erinnerte die entspannte Atmosphäre eher an ein riesiges Familientreffen.

    Wolfgang Einhauser, Gründer der „Bull Rider“ und Initiator der „Allgäu Bike Days“

    Entsprechend zufrieden zeigte sich Wolfgang Einhauser, Inhaber der Bäckerei Strang in Kißlegg und selbst begeisterter Harley-Fahrer. Vor wenigen Jahren hatte er das Treffen „Gleis 9 on wheels“ gegründet, das 2025 in der Filiale am Bahnhof bereits aus allen Nähten platzte. Mit Freunden aus dem Club „Bull Rider“ wurde er in der „Heimat Bärenweiler“ fündig. Immer auf der Suche nach passenden Events für seinen neu geschaffenen Veranstaltungsort, griff Hausherr Christian Skrodzki gerne zu.

    Hunderte Harley-Fahrer präsentierten ihre “Schätzchen“ in Bärenweiler

    Besucher bis aus München und Nürnberg

    Ein Blick auf die Nummernschilder erlaubt den Schluss, dass es sich schon für die Bekanntheit seines „Kleinods“ Bärenweiler gelohnt hat. Neben unzähligen RV und WG-Schildern waren viele aus dem bayrischen Allgäu, aus dem Raum Ulm und der Ostalb, aus Vorarlberg und auch bis aus München oder sogar aus Nürnberg zu entdecken. Hinzu kamen Fahrer anderer Marken, aber auch Neugierige sowie manche „Ehemalige“ auf Rädern oder in Pkw. Für eine allerdings überschaubare Zahl an Übernachtungsgästen standen eine Wiese zum Zelten sowie einen Platz für Wohnmobile zur Verfügung.

    „Last trading post before hell“ –spezielle Devotionalien für Harley Fahrer

    Auch Schmuck, Tattoos, Piercings gehörten zum Bike-Day.

    Harleys auch in Öl

    Bewährt haben dürfte sich der Ortswechsel auch für Besucher und Aussteller. Neben den „Bull Ridern“ zwei weitere Harley-Clubs, ein Fachhändler, ein Kunstschmied, ein Fachgeschäft für Sauna und Whirlpools und eine Malerin mit einschlägigen Motiven sorgten für eine großzügige Markt-Atmosphäre. Viele Biker nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch rund um ihre „Schätzchen“. Fürs passende Outfit unerlässlich: Ein Stand mit Biker-Klamotten und ein oberschwäbisches Tattoo-Studio, an dem vor allem spanisch gesprochen wurde. Des Rätsels Lösung: drei der Mitarbeiter haben für Events wie diesen sogar von der Iberischen Halbinsel nach Bärenweiler gefunden. Vier Bands, eine davon standesgemäß mit Stücken von AC/DC, sorgten schließlich für Livemusik bis spät in die Nacht.

    Harleys gab es auch in Öl

    „Love of my life“

    „LOVE“ – ein Motto des Harleytreffens

    Leisere Töne waren zur Segnung am Sonntagmorgen zu hören. So spielte die vierköpfige Gruppe um den Kißlegger Christoph Heidel mit dem doppeldeutig klingenden Namen „Tuba4freind“ wohl nicht zufällig die sanfte Queen-Melodie „Love of my life“. Pastoralreferent Benjamin Sigg hatte zunächst zu beichten, noch nie auf einem Motorrad gesessen zu haben. Aus seiner „umfangreichen Erfahrung mit Pilgergruppen“ leitete er jedoch Gemeinsamkeiten ab: „Es geht doch jeweils ums Unterwegssein, ums Eins-Sein mit der Welt“. Mit Gottes Segen wünschte er „Haltung und inneren Halt“, was gegen das Aus der Haut fahren im oft ruppigen Straßenverkehr helfe.

    Benjamin Sigg beim Segnen der Bikes.

    Lob von der Polizei

    In Kißlegg haben viele Anwohner, insbesondere an den Ausfallstraßen Richtung Autobahn und Leupolz, ein eher gespaltenes Verhältnis zu Motorradfahrern. „Wir erhalten regelmäßig Beschwerden über Lärmbelästigung, insbesondere an Wochenenden“, bestätigt Christian Sugg von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ravensburg. Auf beiden Zufahrten wurde am Samstagvormittag kontrolliert, was laut Wolfgang Einhauser einigen der Besucher aufgestoßen war. Das Fazit seiner Kollegen sei aber „sehr positiv“, sagte Christian Sugg: Keine gravierenden Verstöße, lediglich ein paar kleinere Dinge. Und vor allem: Die Kontrollen verliefen in entspannter Atmosphäre. Die empfand auch Christian Skrodzki so: Auch ohne Security habe es keine einzige kritische Situation gegeben.
    Text und Fotos: Ulli Stark

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    veröffentlicht am
    27.05.2026
    Lesedauer: ca. 4 Minuten
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