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Ratzenried / Kißlegg – Schlüsselblumen, Huflattich, Lichtnelken und vor allem blühenden Obstbäume: Bei strahlendem Sonnenschein führte die Frühjahrswanderung des Deutsch-Französischen Gesellschaftskreises (DFGK) am 18. April nach Ratzenried.
Die wechselvolle Geschichte des Ortes lässt sich dank der Arbeit des Heimatvereins gut nachvollziehen. Für die rund zwanzig Teilnehmer im Mittelpunkt stand dabei die über 200 Meter lange Ruine des ehemals Oberen Schlosses. Auf eine Teilung der Herrschaft unter zwei Humpiß-Brüdern geht der Bau des heute von einem Sprach-Institut genutzten Neuen Schlosses in der Ortsmitte zurück. Eine weitere Parallele zu Kißlegg: Die vor etwa 1200 Jahren im Weiler Sechshöf gegründete erste Siedlung wurde dem Kloster St. Gallen geschenkt, was eine jahrhundertelange Lehnsherrschaft zur Folge hatte.
Auf dem etwa fünf Kilometer langen Rundweg, der an drei Weihern vorbeiführt, durfte die „Heilsame Linde“ nicht fehlen. Klar, dass einige durch den Spalt im beeindruckenden Naturdenkmal schlupfen wollten. Heiteres Staunen erregte die historische Gerichtsstube im „Ochsen“, wo Vergehen wie „Zotenreißerei“, Falschspiel oder Ehebruch mitsamt den drakonischen Strafen in Wort und Bild erläutert sind.

Soll heilsame Wirkung haben: das Schlupfen durch den Spalt in der Linde.

So konnte es vor Jahrhunderten einem „Zotenreißer“ ergehen (Darstellung im Rtazenrieder „Ochsen“).
Text und Fotos: Ulli Stark
Anm. d. DBSZ-Red.: Die verspätete Veröffentlichung hat produktionsinterne Gründe. Sie geht nicht zu Lasten unseres Reporters, der zeitig geliefert hat. Die Redaktionsleitung hatte mit der Bürgermeisterwahl in Bad Wurzach und dem Stadtjubiläum in Bad Waldsee alle Hände voll zu tun.


































