Bad Wurzach – Der Bad Wurzacher Handels- und Gewerbeverein (HGV) bietet in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsbetrieben seinen Mitgliedern in unregelmäßigen Abständen die Gelegenheit für Firmenbesuche, um dort ein wenig hinter die Kulissen zu schauen. Am vergangenen Mittwochabend (20.5.) besuchte man Bike+Geyer, jenen örtlichen Fahrradhändler, der im letzten Jahr seinen repräsentativen Neubau im Gewerbegebiet Ziegelwiese bezogen hat.
Fahrräder, Fahrräder, Fahrräder. Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man die riesige Verkaufshalle betritt, wo Geschäftsführer Stefan Geyer die rund 20 Mitglieder des HGV empfing. Und dennoch präsentierte sich der Verkaufsraum erstaunlich gegliedert mit kleinen „Oasen“, wo man das Gesehene in Ruhe sacken lassen kann oder auch Kauf- und Verkaufsgespräche führen kann.

Nach einer kleinen Begrüßung durch Magdalena Scholze (Bild), die für den HGV die Besuchs-Reihe „Wer steckt dahinter?“ organisiert, in deren Rahmen schon Betriebe wie Fahrzeugbau-Sigg oder zuletzt die Waldburg-Zeil´sche Rehaklinik besucht wurde, informierte Stefan Geyer:

Stefan Geyer.
3200 Quadratmeter Nutzfläche
Die Verkaufsfläche für Räder und Zubehör beträgt 1680 qm, die Gesamtnutzfläche beträgt mit Lager, Werkstatt und Büros 3200 qm. Das Gebäude wurde in Vollständerbauweise erstellt, für die gesamte Spannweite der Halle mit ihren hohen Holzbindern – Mächtigkeit: bis zu 1,58 Meter – wurde jeweils in der Mitte eine Stütze erforderlich. Er werde oft gefragt, wieso die Wände und Decke des Verkaufsraumes so dunkel gehalten wurde. Er würde es jederzeit wieder so machen, mit dem hellen Holz bildeten sie einen guten Kontrast, führte Stefan Geyer aus. Und in der Tat: Dank der raffinierten Beleuchtung wirkt der Verkaufsraum absolut einladend. Die Aufteilung der einzelnen Segmente in Rennrad, Trekking-, Mountain- und E-Bikes folgt einer gewissen Symmetrie.
Der E-Bike-Anteil liegt bei 70 Prozent
Auf die Frage, wie das Verkaufsverhältnis von E-Bike zu „normalen “ Rädern sei, antwortete Stefan Geyer, das liege inzwischen bei 70:30. E-Bikes seien immer mehr gefragt, seitherige „Normalradler“ stiegen verstärkt um.
Die Werkstatt
Nächste Station war die Werkstatt mit ihren 14 Werkbänken, die – wenn alle Lehrlinge im Betrieb sind – alle belegt sind. Großen Wert legt Stefan Geyer darauf, dass für effizientes Arbeiten die Wege für die Mitarbeiter möglichst kurz sind. Strikt getrennt ist der Reparaturbereich von der Vorbereitung von Neurädern.
Das Eiscafé-Prinzip
Im Fahrradgeschäft gilt das Eiscafé-Prinzip: Im Sommer läuft viel, im Winter wenig. Witterungsbedingt ist natürlich die Personaleinteilung kompliziert. „Wenn der Schnee weg ist und es danach einige Wochen schön ist, dann ist das gut für uns.“ 20 bis 25 Leute sind dann an jedem Arbeitstag im Einsatz.
Weil viele große Kartonverpackungen anfallen, betreibt Geyer+ auch eine eigenen Kartonpresse hinter dem Gebäude, so dass die Verpackungen schnell „geschrumpft“ werden können und damit wenig Platz in Anspruch nehmen, bis sie recycelt werden.
Tourtauglich
Unter den Ausstellungsstücken befinden sich auch ultraleichte, im Windkanal entwickelte Rennräder, die schon Tour-de-France-tauglich sind, die allerdings dann auch locker den Gegenwert eines Kleinwagens repräsentieren.
Digitale Auftragsannahme
Auch die Digitalisierung hat bei Geyer Einzug gehalten: Per Whatsapp und QR-Code werden Aufträge angenommen und bearbeitet, um etwa bei Leasing-Räder den vorgeschriebenen Service-Zyklus anzuzeigen.
Der HGV dankte

Die HGV-Vorsitzende Christiane Vinçon-Westermayer im Gespräch.
Mit einem kleinen Präsent bedankte sich die HGV-Vorstandschaft um Christiane Vinçon-Westermayer und Klaus Michelberger bei Stefan Geyer für die Führung durch seinen Betrieb, der einst von seinem Vater Josef, der ebenfalls bei der Führung dabei war, in der Biberacher Straße im Gebäude des heutigen „Casa Rossa“ gegründet wurde.
Text und Fotos: Uli Gresser
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