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Ziegelbach, Haidgau, Steinental

Die Maibaum-Tour unseres Reporters Uli Gresser

Foto: Uli Gresser
Statt Tafeln hat Haidgau bunte Figuren.
veröffentlicht am: 02.05.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Ziegelbach / Haidgau / Steinental – In der Großgemeinde Bad Wurzach gibt es insgesamt zehn Dorf-Maibäume (die privaten nicht mitgerechnet). Unser Reporter Uli Gresser hat am 30. April das Maibaumstellen in Ziegelbach, Haidgau und Steinental besucht.

16.30 Uhr: Ziegelbach

Die Reise unseres Reporters begann am Donnerstag spätnachmittags in Ziegelbach. Dort stellte die Landjugend Ziegelbach mithilfe des Lkw-Krans von Holzbau-Krusch unter den Klängen der Musikkapelle Ziegelbach bei Volksfeststimmung mit Essen und  Getränken ihren gekranzten und geschmückten 28-Meter-Baum auf. Dass das stattfinden konnte, war wegen des starken Windes am frühen Nachmittag noch unsicher gewesen. Die Ziegelbacher Landjugend hat jedoch einen klaren Standortvorteil: Im Gebäude-Windschatten des Dorfstadels spielte der Wind keine große Rolle, so dass der Baum recht flott in seiner dafür vorgesehenen Vertiefung zu stehen kam. Mit einer Scheren-Hebebühne konnten Jungs von der Landjugend flott das Seil, mit dem der Baum am Kranen befestigt war, lösen und danach die Tafeln der Vereine am Stamm des Maibaumes anbringen. In Ziegelbach waren dies die Tafeln der Landjugend, der Schützen, des Kirchenchores, des Theatervereines, der Musikkapelle, des Kriegervereines, der Landfrauen und der Feuerwehr. Und so konnte es sich die Dorfgemeinschaft, nach getaner Arbeit seitens der Landjugend, bei Steak, Currywurst und einer Roten, ergänzt um Kaltgetränke, auf den Bierbänken oder dem Schwätzbänkle, das seit einem Jahr den Dorfplatz ziert, bequem machen.

Szenen aus Ziegelbach: Vom Kranzanbringen bis zum Schmausen der Kinder.

17.30 Uhr: Haidgau

Drei Kilometer weiter nördlich, eine Stunde später: In Haidgau stand der von der Feuerwehr vorbereitete Maibaum schon parat, die Musikkapelle spielte schon die ersten Märsche, es fehlte noch der Kranwagen von Baukranmontage-Burkhart. Denn zu den am meisten beschäftigten Personen gehörten an diesem Tag die Fahrer der Lkw mit einem entsprechenden Kranen. Derjenige von Holzbau Krusch musste nämlich im Anschluss an Ziegelbach noch nach Seibranz. Der Burkhart-Lkw war nach Haidgau noch für den Maibaum der Landjugend in Eintürnen und denjenigen der Feuerwehr Arnach gebucht.

In Haidgau ziert den rund 20 Meter hohen Maibaum neben den Kranzringen anstelle der üblichen Tafeln von Vereinen oder des Handwerks ein Ring mit kunstvoll bemalten Figuren, die den Tanz in den Mai symbolisieren.

Rasch war der Baum vom Kranen hochgezogen, mit Keilen wurde dafür gesorgt, dass der Baum mindestens für die nächsten beiden Monate eine Zierde für die Ortschaft ist. Das Fest, zu dem sich alljährlich fast das halbe Dorf versammelt, konnte beginnen.

Robert Dimmler, der als Vorstand der Vereinsgemeinschaft in Haidgau federführend für die Organisation des Maibaumstellens ist, berichtete von der schon seit Jahren bewährten Aufgabenteilung der verschiedenen Vereine beim Maibaumstellen. Die Schalmeien sorgten für den Aufbau der Biertisch-Garnituren, die Sportgemeinschaft ist für das Essen beim Maibaumfest verantwortlich, die Getränke besorgt die Narrenzunft und die Musikkapelle spielt natürlich dazu.

Angehängt …

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… und festgeklopft – Haidgauer Schaffer sorgen dafür, dass der Maibaum von der Horizontalen in die Vertikale kommt.

Wie überall, so auch in Haidgau: Die örtliche Musikkapelle spielt auf.

19.00 Uhr: Steinental

Der Zeiger der Uhr rückte unaufhaltsam Richtung 19.00 Uhr vor, Zeit für den Ortswechsel zur dritten Station, höchste Zeit, nach Steinental zu düsen. Auf dem Weg dorthin wurde dem Chronisten wieder einmal bewusst, zum einen wie vielfältig die Großgemeinde und ihre Vereinslandschaft ist, aber auch, wie groß das Gemeindegebiet tatsächlich ist. Von einer der westlichen Gemarkungen bis an den östlichen Rand des Gemeindegebietes, wo Steinental liegt, sind es fast 25 Straßenkilometer, was annähernd der Distanz von Wurzach-City nach Ravensburg entspricht.

In Steinental, wo alljährlich beim alten Spritzenhaus der rund 13 Meter hohe Maibaum gestellt wird, war dann alles eine Nummer kleiner: Zwei Mann, ein Junge für die Sicherung des Seiles plus der Fahrer des Teleskopladers „Manitou“, genügten für die Aufstellung des Baumes, der aus Sicherheitsgründen alle drei Jahre erneuert wird (der aktuelle ist jetzt zum zweiten Mal aufgestellt worden), wie Ralf Hau, der gemeinsam mit Sebastian Kohler den Baum alljährlich aufstellt, nach getaner Arbeit erzählte. Die beiden Holz-Experten hatten unter den Klängen der Musikkapelle Treherz und den wachsamen Augen zahlreicher Steinentäler zunächst den Transport an der Kette des Manitou vom Ortskern zum Spritzenhaus begleitet. Dies geschah bereits in voller Montur, sprich die Tafeln für die verschiedenen Berufsstände waren gemeinsam mit dem Kranzring schon angebracht. Die Bekränzung war das Werk vieler fleißiger Hände der Dorfgemeinschaft

Die Tafeln zeigen die Motive von Zimmereien, holzverarbeitenden Betrieben, Land- und Forstwirten, Metallbauern, Fischzucht, Imkerei, der Feuerwehr und als Besonderheit das Logo von Torbau-Schwaben, weil einer der Geschäftsführer der Oberessendorfer Firma in Steinental wohnt.

Gurtgesichert bestieg Sebastian Kohler die Kombi-Leiter der Feuerwehr, um den Gurt, mit dem der Baum vom Teleskoplader hochgezogen worden, nachdem er mit Keilen ausgerichtet worden war, zu lösen. Damit stand der Baum für 2026, der gemütliche Teil konnte beginnen. Dazu traf sich die Feiergemeinde im sogenannten Kappenstüble, wo noch Essen und Trinken und weitere musikalische Unterhaltung auf die Feiernden wartete.

Maibaum-Szenen aus Steinental: vom Transport bis zum Fest im Kappenstüble.

Die zehn Wurzacher Maibäume

Zur gleichen Zeit wie in Steinental (19.00 Uhr) wurden auch Maibäume in Unterschwarzach und Albers sowie die genannten in Arnach und Seibranz aufgestellt. In Eintürnen wurde um 18.30 Uhr gestellt. Ziegelbach hatte den Auftakt gemacht (16.30 Uhr), Haidgau stellte um 17.30 Uhr. Hauerz hatte seinen Maibaum bereits am 25. April gestellt. In Gospoldshofen wird heute (2.5.) der Maibaum gestellt (19.00 Uhr).
Text und Fotos: Uli Gresser

Viele Bilder in der Galerie

Unter „Lesen Sie hierzu auch“ finden Sie unsere Berichte zu Arnach und Hauerz

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