Bilder vom Maibaum-Stellen in Hauerz
Hauerz – Wenn im Allgäu der April sich dem Ende zuneigt, dann liegt etwas in der Luft, das man nicht im Kalender nachschlagen muss: Maibaumzeit. Auch in der Dorfmitte von Hauerz ist das zu spüren, als sich am Samstag vor dem 1. Mai die ersten Helfer versammeln. Es wird gelacht, angepackt und gebunden – Girlanden aus frischem Grün liegen bereit in geübten Händen, Zunftzeichen werden mit Sorgfalt angebracht.
Mittendrin die Feuerwehrabteilung Hauerz, die einmal mehr zeigt, dass sie nicht nur im Ernstfall zusammenhält. Hier greift ein Handgriff in den anderen, und wer gerade nichts zu binden hat, hilft beim Tragen oder hält einfach ein Schwätzle. Es ist dieses selbstverständliche Miteinander, das den Abend prägt.



Währenddessen hat Ortsvorsteher Kurt Miller ein wachsames Auge auf das Geschehen. Absperrungen werden gesetzt, der Verkehr geregelt – ruhig, bestimmt, mit der Routine vieler Jahre. Denn bei aller Geselligkeit gilt: Sicherheit geht vor.
Rund um den Platz haben sich die Dorfbewohner eingefunden. Junge Familien, ältere Paare, Kinder, die zwischen den Erwachsenen umherflitzen – alle schauen sie auf das Geschehen. Der Maibaum lagerte im Pfarrstadel seit dem Vorjahr. Aber viel älter darf ein Maibaum nicht sein, die Sicherheit wird nämlich ständig überprüft. Auf dem Bänkle vor ihrem Haus sitzt Thea Volk, das Gesicht in die warme Abendsonne gedreht. „Des isch doch viel scheener als des ganze Fernsehgucke“, sagt sie und nickt zufrieden in die Runde.

Zaungäste.
Dann folgt dann der große Moment. Der Kranwagen der Firma Krusch aus Bad Wurzach rückt an, ruhig und kraftvoll, und hebt den geschmückten Baum mit beeindruckender Präzision in die Höhe. Zentimeter um Zentimeter richtet sich der Maibaum auf – ein stiller, fast feierlicher Augenblick.
Zimmermeister Sebastian Kohler aus Steinental steht daneben, den Blick fest auf das Standloch gerichtet. Jeder Handgriff sitzt, jede Bewegung wird geprüft. Dann kommen die Keile: Mit kräftigen Hammerschlägen werden sie eingeschlagen, bis der Baum fest steht, sauber ausgerichtet, bereit, Wind und Wetter zu trotzen.


Und während der Maibaum schließlich in den Himmel ragt, fehlt eigentlich nur noch eines zum vollkommenen Allgäuer Glück: ein paar Biertischgarnituren, der Duft von frisch Gegrilltem, Blasmusik, die über den Platz klingt – und natürlich ein Fass Bier.
Denn am Ende ist der Maibaum mehr als nur ein geschmückter Stamm. Er ist ein Stück Heimat – aufgerichtet von vielen Händen und getragen von dem, was ein Dorf zusammenhält.
Text und Fotos: Hans Reichert
PS: Das Maifest wird nachgeholt: Am 1. Mai beim Brunnenfest beim Oberen Wirt.
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