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Zünftiges Fest im Dorfgemeinschaftshaus

Reute-Gaisbeurens Landfrauen feierten 40 Jahre

Foto: Peter Lutz
Kreisvorsitzende Gisela Eisele (am Rednerpult) brachte die Ehrenurkunde für die Verbandsehrenmitgliedschaft mit. Gertrud Schmid, Zweite Vorsitzende des Ortsvereins, assistierte bei der Ehrung von Ingrid Maucher und übergab Blumen.
veröffentlicht am: 24.04.2026
Autor: Peter Lutz
Lesedauer: ca. 9 Minuten

Reute-Gaisbeuren – Das 40. Jubiläum des Ortsvereins der Landfrauen Reute-Gaisbeuren wurde würdig und heiter gefeiert. Mit etwa 120 geladenen Gästen gab es ein zünftiges und informatives Fest im Dorfgemeinschaftshaus Gaisbeuren. Gertrud Schmid und Marita Kieble wurden zu Ehrenmitgliedern im Verein ernannt. Und Ingrid Maucher ist nun sogar Verbandsehrenmitglied.

Die „LandFrauen“ (Eigenschreibweise der organisierten Landfrauen) sind eine hochaktive Interessenvertretung, insbesondere für Frauen, aber auch für die Allgemeinheit. Sie setzen sich für politische, soziale, gesellschaftliche, kulturelle, hauswirtschaftliche Belange und für Lebensqualität kreativ und effizient ein. Auch Weiterbildung und Qualifizierung der Mitglieder sind ihre Ziele. Wie in anderen Vereinen spielt auch das gesellige Miteinander eine wichtige Rolle. All diese Anliegen wurden auf der Jubiläumsveranstaltung in Gaisbeuren zur Sprache gebracht.

Die Närrischen Gaisbeurer wirteten

Das gesamte Service-Team der Närrischen Gaisbeurer.

Der Service der Närrischen Gaisbeurer war hervorragend.

Auftakt der Feier war ein leckeres Abendessen auf Vesperbrettern, äußerst geschmackvoll präsentiert. Musikalisch begleitet, trugen die vorbildlich wirtenden Närrischen Gaisbeurer die mit dem Schriftzug „LandFrauen Reute-Gaisbeuren“ versehenen Vesperbretter an die Tische. In ihrer Begrüßung wünschte Vorsitzende Ingrid Maucher guten Appetit und forderte zum reichlichen Essen und Trinken auf, alles sei frei, ein Kässle sei am Eingang, wenn man dann spät nach Hause gehe.

Bürgermeisterin Monika Ludy und Pfarrer Stefan Werner.

Vorsitzende Ingrid Maucher begrüßte

Zur Feier gehörten natürlich auch prominente Gäste. Neben den zahlreichen Mitgliedern aus verschiedenen Ortsvereinen und der Kreisvorsitzenden Gisela Eisele begrüßte Ingrid Maucher (Bild) Oberbürgermeister Matthias Henne, Bürgermeisterin Monika Ludy, die Schwestern Birgitta und Margot vom Kloster Reute, Pfarrer Stefan Werner und kündigte feine Unterhaltung im Lauf der Feier an, nämlich die a-capella-Gruppe „Joint5“.

Ehrengäste (von links): Frau Strobel, Ortsvorsteher Achim Strobel, OB Matthias Henne, Kreisvorsitzende Gisela Eisele, Sr. Margot, rechts Pfr. Stefan Werner.

„Mir machet Musik bloß mit d‘r Gosch“

Gleich nach dem Essen betrat „Joint5“die Bühne startete ein humorvolles Unterhaltungsprogramm. „Mir machet Musik bloß mit d‘r Gosch oder au saudomms Gschwätz“ – so kündigten sie sich so richtig schwäbisch an. Klar doch, „Joint5“ bewies gleich mit dem ersten Titel, wie perfekt sie Gesang in allen Stimmlagen beherrschen. Sänger Jochen moderierte durch das Konzert und hatte das lachende Publikum samt lachenden Mitsängern auf seiner Seite.

Der zweite Titel, „hold on till the after glow“ wurde allzu wörtlich ins Schwäbische übersetzt, hatte natürlich aber nichts mit einem glühenden Popo zu tun. Der Name der Gruppe, er war auf der Bühne auf deckenhohen Stoffbahnen gut zu lesen, habe nichts mit Drogen zu tun, beruhigte Jochen.  Im Internet seien dazu auch andere, nettere Bedeutungen zu finden, meinte Jochen und kündigte das traurige Lied von der Freundin an, die den etwas fülligen Mitsänger Roman verlassen habe, obwohl er doch dieses Lied eigens für sie komponiert habe. Darin war zu erfahren, er jogge, lese Harry Potter, entsage dem Alkohol, verbrannte seine Playboysammlung etc.

Im nächsten Beitrag ging’s um die Verstümmelung der deutschen bzw. schwäbischen Sprache, bis hin zu einem Denglisch, was so an „Coffee to go“ zu sehen sei. Daher das Flehen: Oh Herr, gib mir meine Sprache zurück! Statt des englischen „Thank you“ käme nun ein Lied mit der korrekten deutschen Übersetzung zum Vortrag, darin ist vom „Merci“ die Rede!

Auch im Italienischen sind „Joint5“ zu Hause: „Calzone“ sei doch ein Frisörbegriff, der „kahle Zonen“ meine. Als dann ein Närrischer Gaisbeurer frisches Mineralwasser zur Bühne brachte, meinte Jochen, der kann Euch sicher nicht das Wasser reichen.

Erste Vorsitzende vor 40 Jahren war Doris Hund

Vorsitzende Maucher berichtete nun über die vierzigjährige Geschichte ihres Ortsvereins. Vor 40 Jahren bat die damalige Kreisvorsitzende Elfriede Horlacher die hiesigen Ortsobmänner Hund und Oberhofer, Frauen zur Gründung eines Ortsvereins zu ermuntern. Der Ortsverein wurde bald darauf, am 24. April 1986, gegründet. Erste Vorsitzende wurde Doris Hund, ihre Stellvertreterin wurde Hildegard Rebmann. Kassiererin war Senta Marschall und die Schriftführung lag in den Händen von Gisela Kiefl. 1989 übernahm Hildegard Rebmann das Amt der Vorsitzenden, Kassiererin blieb Senta Marschall und Schriftführerin Gisela Kiefl war gleichzeitig auch erste Stellvertreterin. Beisitzerin war Rosemarie Oberhofer. Bis 2004 blieb Hildegard Rebmann Vorsitzende, ihre Stellvertreterin wurde Gertrud Schmid, die Kassiererin Rosemarie Oberhofer, das Amt der Schriftführerin übernahm Ingrid Maucher und Beisitzerinnen waren Senta Marschall, Gisela Kiefl und Marita Kieble. Ihr Amt im Vorstand beendete Hildegard Rebmann nach 27 Jahren!

Helmut und Gisela Kiefl.

Die aktuelle Vorstandschaft

Aktuell ist der Ortsverein unter folgender Führung: Ingrid Maucher ist Erste Vorsitzende, Zweite Vorsitzende ist Gertrud Schmid, Kassiererin Andrea Oberhofer, Schriftführerin Steffi Rist und Beisitzerinnen sind Marita Kieble, Inge Zimmermann, Gabriele Wachter, Melissa Blaser und Luzie Fimpel. Seit 2004 sind die Ortsvereine des Kreises Ravensburg eingetragene Vereine. Maucher berichtete auch über die vielfältigen Aufgabenbereiche der LandFrauen und über deren Aktivitäten. Als Beispiele nannte sie Qualifizierung, Weiterbildung, Soziales, auch Mitwirkung beziehungseise Organisation von Demos, was bisher nur reine Männersache gewesen sei. Besonders das Engagement der oberschwäbischen LandFrauen im Rahmen der Oberschwabenschau wurde betont. Jetzt gelte es aber, nach vorne zu schauen und neue Herausforderungen und Chancen beherzt aufzugreifen und damit fertig zu werden.

Gertrud Schmid und Marita Kieble Ehrenmitglieder

Gertrud Schmid ist Ehrenmitglied des Ortsvereins.

Marita Kieble (rechts) wird von Ingrid Maucher gewürdigt; Frau Kieble ist nun Ehrenmitglied des Ortsvereins.

ngrid Maucher dankte allen, die diese Jubiläumsfeier ermöglicht haben. Sie freute sich über die blumenreiche Dekoration und auch über die tollen Vesperbretter und das Schild vor der Bühne, das Sandra und Thomas geschaffen haben. Ihr Dank galt insbesondere auch den Närrischen Gaibeurern. Damit der Ortsverein weiterhin so erfolgreich bleibe, brauche es viel Energie. Deshalb schenkte sie jedem Vorstandsmitglied ein Glas Honig und Gertrud Schmid und Marita Kieble zeichnete sie mit der Ehrenmitgliedschaft aus.

Grußworte

Grußworte gab es anschließend von Oberbürgermeister Matthias Henne, Bürgermeisterin Monika Ludy, Ortsvorsteher und Hausherr Achim Strobel, Kreisvorsitzender Gisela Eisele und Ortsobmann des Bauernverbandes Wilhelm Heine.

Der kartoffelschälende OB

OB Henne gratulierte den Landfrauen zum Jubiläum und bescheinigte ihnen, mit wieviel Herzblut sie sich für Werte, Menschlichkeit und Tradition einsetzten. Er dankte den Landfrauen nochmal für ihren Einsatz im Januar zum Neujahrsempfang. Mit viel Spaß habe auch er gemeinsam mit Achim Strobel am Einsatz der Landfrauen auf der Oberschwabenschau mitwirken dürfen, nämlich beim Kartoffelschälen. Den Termin zum nächsten Kartoffelschälen habe er bereits im Kalender. Er sei sich sicher, wer einmal zu den Landfrauen komme, der/die bleibe das lebenslänglich. Den Zusammenhalt, die Freundschaft untereinander, die Herzlichkeit und der Beitrag zur Politik und Gemeinschaft schätze er ganz besonders. Und er stellte fest, hinter jedem engagierten Mann stehe auch eine starke Frau.

Monika Ludy (Bild) sprach natürlich von Frau zu Frauen. Für vierzig Jahre Landfrauen in Reute-Gaisbeuren habe sie größten Respekt. Jede der Landfrauen dürfe stolz auf das Geleistete sein. Man müsse ihnen große Wertschätzung für ihr Herzblut entgegenbringen. Hier sei Frauenpower pur im Einsatz. Auch Ludy werde beim nächsten Kartoffelschälen helfen, versprach sie.

Rosen vom Ortsvorsteher

Rosenkavalier: Der Blumengruß von Achim Strobel.

Ortsvorsteher Achim Strobel erinnerte an die Schwabenweisheit, wonach man mit vierzig „gscheid‘ werde. Es gebe „gscheide“ Fortbildung, „gscheiden“ Zusammenhalt, das Dorf bleibe „gscheid“ lebendig, es gebe „gscheiden“ Schwung und sein Wunsch war schließlich, bleibt so „gscheid,“ wie ihr seid! Der Arzt und Philosoph Albert Schweitzer stellte mal fest, geteilte Freude sei die beste Freude. Daher habe er für jede Landfrau des Ortsvereins eine große Rose mitgebracht und verteilte sie dann persönlich.

Rosita Kotté (links) und Irmgard Jakob mit Rosen.

Gisela Kiefl mit Rose.

LandFrau Barbara Frommelt, Ehemann.

Mehr LandFrauen als CDU-Mitglieder

Kreisvorsitzende Gisela Eisele (Bild) meinte, sie könne Ingrid Maucher gar nicht genug danken, sie organisiere so viele nützliche Veranstaltungen. Insgesamt gebe es in der Bundesrepublik 350 000 LandFrauen, also mehr, als die CDU Mitglieder habe! In wichtigen Gremien hätten Landfrauen ihren Platz. In Baden-Württemberg sei man beispielsweise im Landesfrauenrat und bundesweit würde man die Interessen der Mitglieder vertreten. Auch Eisele betonte die Wichtigkeit des Geselligen und des Feierns, was den Zusammenhalt festige. Im übrigen wüssten auch Bürgermeister sehr wohl, was sie an uns haben! Zwei gestandene Männer hätten auf der jüngsten Oberschwabenschau zwischen vielen Frauen mitgeholfen! Man solle mal sehen, wieviele Stunden auf Anfahrten zu Sitzungen, in Sitzungen selbst, in Schulungen und bei Einsätzen aufgewendet werden. Allein auf der Oberschwabenschau hätten Landfrauen 4000 Stunden geleistet.

Ingrid Maucher Verbandsehrenmitglied

Eisele verlieh gemeinsam mit Gertrud Schmid der Ortsvereinsvorsitzenden Ingrid Maucher für deren Verdienste und unermüdlichen Einsatz die Ehrenmitgliedschaft im Verband. Gisela Eisele habe ihr bereits 2025 die „silberne Biene“ verliehen. Sie vergaß auch nicht, dass hinter jeder engagierten Frau ein starker Mann stehe und dankte Wolfgang Maucher herzlich dafür.

Kreisvorsitzende Gisela Eisele beschenkt Ingrid Maucher mit einem Windlicht aus eigener Herstellung.

Ortsobmann Wilhelm Heine gratulierte

Schließlich ergriff auch Obmann des Bauernverbandes Wilhelm Heine (Bild) das Wort. Auch er gratulierte  den LandFrauen herzlich zu ihrem Jubiläum und meinte, fast alles, was er dafür aufgeschrieben habe, sei von den Vorrednern bereits gesagt, auch er hege gegenüber den LandFrauen große Wertschätzung. Für ihren vorbildlichen Einsatz schenkte er im Namen des Bauernverbands jeder LandFrau eine Eintrittskarte in die Waldsee-Therme.

Wilhelm Heine schenkte Eintrittskarten für die Waldsee-Therme.

Gleich drei Zugaben

„Joint5“ (Bild) war nun wieder auf der Bühne. Da ging es erst mal um Kässpätzle, dem „geilen Schmaus“. Im Refrain sang das Publikum lautstark und wohl aus Überzeugung mit. Und wieder wurde das hohe Lied des Schwabenseins gesungen. Und ein komischer Vogel kann natürlich nur ein Gelbfüßler (Badener) sein. Auch an Übersetzungen wagte man sich nochmal, so wurde aus dem französischen Val d’Isère schnell ein Waldi-Seer. Schließlich lobten die Männer das „hammergeniale“ Publikum, das mitklatschte und mitsang.

Als sich Ingrid Maucher bei den fünf Mannen herzlich bedankte, gab sie zu verstehen, dass bei den LandFrauen immer mindestens zwei Zugaben üblich seien. Natürlich gab es sogar drei Zugaben. Ganz zum Abschluss traten die Sänger vor die Bühne und sangen einen Rausschmeißer beziehungsweise Gutnachtlied ohne jede Technik, also ohne „Mikroskop“, wie Jochen erläuterte. Auch dabei war zu merken, wie gut die „Joint5“ stimmlich drauf sind.

Eine tolle Jubiläumsfeier war damit bestens gelungen. Auch hier konnte man erleben, wie engagiert LandFrauen nun mal sind. Ingrid Maucher berichtete dem Reporter am Schluss, sie und ihre Kolleginnen seien an diesem Tag volle fünfzehn Stunden im Einsatz gewesen!
Text und Fotos: Peter Lutz 

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Peter Lutz
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24.04.2026
Lesedauer: ca. 9 Minuten
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