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Spatenstich bei der Schäfereigenossenschaft

Ein Meilenstein in der 50-jährigen Geschichte des Finkhofes

Foto: Uli Gresser
Gruppenfoto mit Gästen: die Finkhof-Familie.
veröffentlicht am: 16.04.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Arnach – Die Schäfereigenossenschaft Finkhof eG baut eine moderne Logistikhalle. Für das 1979 in Arnach gegründete und wirtschaftlich sehr erfolgreiche Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern sei das „ein Meilenstein in der Geschichte und der Entwicklung“, wie Melanie Maier, Genossenschaftsvorsitzende anlässlich des ersten Spatenstiches für den Bau sagte; im nächsten Sommer soll die Halle bezugsfertig sein.

15. April 2026: Der symbolische Spatenstich für den Bau eines neuen Versandgebäudes der Schäfergenossenschaft Finkhof in der Ortsmitte von Arnach.

Man setze mit dem Bau nicht nur ein Zeichen für die Versand-Erweiterung – sondern auch ein solches für Aufbruch, Fortschritt und Vertrauen in die Zukunft, sagte sie in ihrer kleinen Ansprache vor versammelter Belegschaft und Gästen wie Ortsvorsteher Manfred Braun und der Bad Wurzacher Bürgermeisterin Alexandra Scherer.

Im Jahre 2018 hatte die nächste Generation der „Finkhöfler“ die Geschäfte der Genossenschaft übernommen, nachdem die Gründergeneration in den Ruhestand gegangen war. Im Frühjahr 2021 fanden erste Überlegungen und Gespräche über das Projekt statt. „Wir haben mehrere Varianten überlegt, den Versand auszugliedern in eine moderne Logistikhalle, dafür hätte es Möglichkeiten gegeben. Aber den Kern unseres Geschäfts an einem anderen Platz zu haben als in der Arnacher Dorfmitte, hat sich für uns nicht gut angefühlt.“ Ihnen sei wichtig gewesen, die Gemeinschaft, die Zusammenarbeit, „unsere Finkhof-Familie“ an einem Ort zusammenzuhalten zu können.

Im Februar 2022 begann die Objektplanung, wie die Weiterentwicklung in der Dorfmitte langfristig vonstatten gehen könnte. Rasch konnten auch die Nachbarn für das Projekt eingenommen werden. Im Januar kam vom Stadtbauamt das Okay für die Bauvoranfrage mit mehreren Bauabschnitten. Nachdem diverse Fragen geklärt waren, wie Brandschutzkonzept und Baulastübernahmen, erhielt die Genossenschaft im Januar 2025 die Baugenehmigung durch das Stadtbauamt erteilt.

„Unser Bauprojekt steht für Entwicklung und für Perspektive. Es schafft Raum – Raum zum Arbeiten, zum Begegnen und zur Weiterentwicklung. Und es steht zugleich für unsere tagtäglich gelebte Verantwortung, es auch nachhaltig und zukunftsorientiert umzusetzen.“

Klima-positiver Holzbau

Nachhaltigkeit bezieht sich für die Finkhöfler nicht nur auf die Produkte, sondern auch auf das neue Gebäude selbst. Der Bau wird ein klima-positiver Holzbau im Energie-Plus-Standard: Es wird mehr Energie erzeugen, als es verbraucht. Mit der auf dem Dach des Neubaus installierten PV-Anlage können dann sowohl das alte Versandgebäude sowie der Dorfladen mit Energie versorgt werden. Eine innovative Wärmespeicherpumpe wird das Gebäude wärmen und kühlen.

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Die innovative Dachkonstruktion aus Holz ermöglicht große, stützenfreie Räume – bei relativ geringem Materialeinsatz. Selbstverständlich wird Holz aus heimischen Wäldern verarbeitet. Für den modernen Holzbau gibt es Zuwendungen aus dem Holzinnovativprogramm, nachdem die Jury vom Gesamtkonzept überzeugt werden konnte. Zusätzlich erhält die Genossenschaft auch Fördergelder aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR). „Bei der Antragsstellung wurden wir dazu umfangreich von der Verwaltung der Stadt Bad Wurzach unterstützt“, lobte Melanie Maier die Stadtverwaltung.

Sie ist überzeugt, dass sich der Bau gut in die Dorfstruktur einfügen wird. Man setze mit ihm ein Zeichen gegen Zersiedelung und für einen lebendigen Ortskern. „Mehr Platz, bessere Bedingungen und ein Umfeld, das Motivation schafft – darauf freuen wir uns ganz besonders.“

Ansicht von Süden: Links ist das bisherige Versandgebäude zu sehen, der Stall von 1865, der nach wie vor betrieblich genutzt wird. Im Hintergrund ist das mächtige Gebäude des Dorfmarktes erkennbar, einst der Ross-Stall der „Adler“-Brauerei. Der Aufriss war beim Spatenstich am Schwarzen Brett angepinnt.

Melanie Maier dankte

Melanie Maier (Bild) dankte am Ende ihrer Ansprache allen, die das Projekt in irgendeiner Form begleiten und mitgestalten: Planer/innen, Bauunternehmen, den Verantwortlichen in Organisation und Verwaltung, und nicht zuletzt den Mitgliedern der Genossenschaft und den Mitarbeitenden. „Der heutige Spatenstich markiert den Anfang einer Bauphase, aber zugleich auch den Anfang von etwas Größerem: einer Vision, die Schritt für Schritt Wirklichkeit wird.“

„Die Stadt hat das Vorhaben gerne unterstützt“

Bürgermeisterin Alexandra Scherer (Bild), die als Gastgeschenk eine Maurerkelle mit Schleife mitgebracht hatte, lobte in ihrem Grußwort die fundiert vorbereitete Planung, das Baugesuch sei als erstes im neuen Jahr genehmigt worden. Die Ortsverwaltung und die Kämmerei (Bereich Wirtschaftsförderung) hätten das große Vorhaben gerne unterstützt. Der Finkhof habe sich seit seiner Gründung stetig weiterentwickelt. Er sei vom Erfolg seines sehr früh gestarteten Online-Shops geradezu überrollt worden, weswegen der Neubau dringend nötig sei.

Alte Arnacher erinnerten sich noch gut an die Skepsis im Dorf , als die Finkhöfler den „Adler“ übernommen hatten, sagte Ortsvorsteher Manfred Braun (Bild; mit Ortschaftsrätin Margret Zapf). Inzwischen sei die Genossenschaft ein liebgewordenes Unternehmen. Die Arnacher seien dankbar dafür, was daraus entstanden sei. Wenn es darum gehe, etwa einen Verein durch eine Spende zu unterstützen, seien die Finkhöfler „immer vorne dran“.

Nach dem Spatenstich gab es bei einem Gläschen Sekt und etwas zu Essen für die Gäste und  noch viel Gelegenheit, etwas zum Bau zu erfahren oder sich bei einer Führung durch das bisherige Gebäude von der Notwendigkeit des Neubaues zu überzeugen.
Text und Fotos: Uli Gresser

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