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Sonderausstellung im Heimatmuseum

Erinnerung an den Bildhauer Josef Berchtold

Foto: Ulli Stark
Berchtold-Kruzifix im Gang neben der Schlosskapelle
veröffentlicht am: 06.04.2026
Autor: Ulli Stark
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Kißlegg – Viele Kißlegger dürften ihn noch gar nicht so recht wahrgenommen haben: Der Gekreuzigte, der im Gang rechts der Kapelle gemartert auf die Besucher des Neuen Schlosses blickt. Seinem vor 100 Jahren verstorbenen Erschaffer, Josef Berchtold, widmet das Heimatmuseum eine kleine Werkschau, die am 29. März eröffnet wurde.

1878 in Nendingen nahe Tuttlingen geboren, lernte Josef Berchtold in einem „christlichen Atelier“ in Saulgau die Kunst des Bildhauens, bevor es ihn als Gesellen nach Kißlegg verschlug. Wie seine Ururenkelin Eleonora Welte weiter recherchiert hatte, gründete er 1910 in der St.-Anna-Straße selbst eine Werkstatt. Seine Leidenschaft lag offenbar eher in sakralen Motiven, zu denen auch Krippen und Gemälde zählen. Regelmäßigen Besuchern der Pfarrkirche dürfte sein Heiliger Antonius kaum entgangen sein. Darüber hinaus beherrschte er den Umgang mit profanen Gebrauchsgegenstünden aus Holz oder Stein. Dazu zählen neben Lampenschirmen, Möbelstücken, Handpuppen auch Grabmale. Josef Berchtold gehörte auch zu den ersten Kißleggern, die über eine Kamera mitsamt Dunkelkammer verfügten. Im Heimatmuseum finden sich so auch fotografische Zeugnisse seines Lebens und Schaffens.

Initiative von Elisabeth Weiland und Ruth Welte

Die Macherinnen der Ausstellung: Ruth Welte (li.) und Elisabeth Weiland

Die Initiative für die Retrospektive stammt von den beiden Enkelinnen Elisabeth Weiland und Ruth Welte, die ehrenamtlich im Heimatmuseum tätig sind. Als es um die Nachfolge für das historische Spielzeug aus dem Haus Walser ging, wurde der Vorschlag gern angenommen. Mehrere Monate durchforsteten die beiden daraufhin die Bestände innerhalb der Familie, forschten auch in alten Dokumenten und stellten die neue Sonderausstellung zusammen.

Die beiden ließen es sich auch nicht nehmen, mit dem Liederkranz die feierliche Eröffnung im Bankettsaal zu begleiten. Als stellvertretender Bürgermeister hatte dabei Bernd Dux im Namen der Gemeinde dem gesamten Team des Heimatmuseums für über dreißig Jahre ehrenamtliches Engagement „mit Herzblut und Sammelleidenschaft“ gedankt. Auch „Heimatstube“ genannt bietet das Nueseum eine unterhaltsame Schau historischer Alltagsgegenstände aus Kißlegg und der Umgebung. Zugänglich ist es während der bis Ende Oktober dauernden Saison im Rahmen eines Schlossbesuchs jeweils sonntags und an Feiertagen von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr.

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Damit haben die Enkelinnen noch gespielt: Handpuppen aus der Werkstatt von Josef Berchtold

Berchtoldsche Krippenfiguren

Der gut gefüllte Bankettsaal bei der Eröffnung der Berchtold-Ausstellung am 29. März.

Der Chor des Liederkranzes wirkte bei der Ausstellungseröffnung mit.

Eines der historischen Dokumente: Todesanzeige von 1926

Text und Fotos: Ulli Stark

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Ulli Stark
veröffentlicht am
06.04.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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