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Vor 16 Jahren fielen drei Bundeswehr-Soldaten beim Karfreitagsgefecht in Afghanistan

Reservistenkameradschaft Bad Waldsee machte Gedenkmarsch

Foto: RK
Antreten in Haidgau
veröffentlicht am: 06.04.2026
Autor: Stephan Pätzold, Stabsgefreiter d. R., Schriftführer RK Bad Waldsee / dbsz
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Bad Wurzach / Bad Waldsee – Es ist ein Tag, der sich ins kollektive Gedächtnis der Bundeswehr eingebrannt hat wie wohl kaum ein anderer: Am 2. April 2010 – es war ein Karfreitag – fielen drei deutsche Soldaten im Kampf gegen Taliban-Terroristen in Afghanistan. Auf Freitag, 3. April 2026, hatte die Reservistenkameradschaft Bad Waldsee Kameraden aus der Kreisgruppe Bodensee Oberschwaben zum Gedenkmarsch für die gefallenen Kameraden des Karfreitagsgefechts von 2010 geladen. Eine Abordnung von insgesamt 20 Kameraden und Angehörigen aus der gesamten Kreisgruppe Bodensee Oberschwaben traf sich um 10.00 Uhr in Haidgau. Die jüngste Teilnehmerin war 8 Jahre und lief den kompletten Streckenverlauf mit. Beim diesjährigen 16K3-Marsch ging es darum, 16 Kilometer mit 16 Kilogramm Gepäck zurückzulegen – in Gedenken an die vor 16 Jahren gefallenen drei Kameraden.

Nach einer kurzen Begrüßung des stellvertretenden Kreisvorstand Lars Mentz setzte sich die Marschgruppe in Bewegung. Es wurde eine Strecke von 16 Kilometer marschiert (Haidgau – Ried – Oberlandglas – Wurzelsepp (Versorgungspunkt) – Innenstadt Bad Wurzach – Kurpark – Ried Richtung Willis und retour). Am Ende des Marsches wurden 17,5 km abgelesen.

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Die Bundeswehrreservisten beim Marsch durch die Bad Wurzacher Innenstadt am 3. April. Foto: RK

Erster K-Marsch 2020

Der erste K-Spendenmarsch fand im Jahr 2020 unter dem Titel „10K3” statt. Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen nicht geändert. Ob allein im Wald, mit der Familie und Freunden oder mit Kameradinnen und Kameraden – jeder entscheidet selbst, wie er den Tag gestalten möchte. Das Ziel besteht darin, jedes Jahr einen Kilometer sowie ein Kilogramm draufzupacken. Doch keine Sorge: Man kann jederzeit auch zum Ursprung von 10 Kilometern und 10 Kilogramm zurückkehren. Im Vordergrund steht nicht die Leistung, sondern die körperliche Betätigung in Verbindung mit dem aktiven Gedenken an die gefallenen Kameradinnen und Kameraden.

Die Kämpfe in der Ortschaft Isa Khel im Norden Afghanistans, unweit von Kundus, gingen als Karfreitagsgefecht in die Geschichte ein. Hauptfeldwebel Nils Bruns (zum Zeitpunkt seines Soldatentodes 35 Jahre alt), Hauptgefreiter Martin Kadir Augustyniak (28) und Stabsgefreiter Robert Hartert (25) fielen im Gefecht, acht ihrer Kameraden wurden zum Teil schwer verwundet. Sie sind drei von 59 Toten der Bundeswehr, die der Krieg in Afghanistan gefordert hat.

Im Zuge des Karfreitagsgefechtes und weiterer tragischer Ereignisse in Afghanistan und in den anderen Auslandseinsätzen der Bundeswehr hat sich in Deutschland langsam, aber stetig eine Veteranenkultur entwickelt und etabliert. Heute wird mit zahlreichen Veranstaltungen an das Karfreitagsgefecht und seine Opfer erinnert.

Die gefallenen und verwundeten Kameraden in würdiger Erinnerung zu behalten und ihrer immer wieder zu gedenken, ist für den Deutschen Bundeswehrverband Aufgabe und ehrenvolle Pflicht. All die Frauen und Männer der Bundeswehr, die bei der Verteidigung von Freiheit und Demokratie gefallen oder verwundet worden sind, dürfen niemals vergessen werden.

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