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Isny – Montagabend, 23. März, im Rathaus. Rappelvoller Sitzungssaal. Darunter viele junge Gesichter. Bevor sich der Gemeinderat um 18.45 Uhr öffentlich versammelt, zeigen Schülerinnen und Schüler der achten Klassen aus der Verbundschule und vom Gymnasium im Treppenhaus und den Vorräumen auf Schautafeln allerhand Ideen dazu, wie sie ihre Stadt gerne verbessern würden. Dann finden sie auf den Publikumsstühlen im Großen Sitzungssaal Platz. Dabei erleben sie „eine Gemeinderatssitzung in echt“.
Miterleben und begreifen. „Wie aus Ideen Wirklichkeit werden kann“, erfahren Schülerinnen und Schüler der achten Klassen im „Achterrat“. Ihn begleiten „Projektleiter“ Edmund Osterberger und Matthias Hellmann als „Geschäftsführer der Kinder und Jugendarbeit Isny“. Osterberger zeigt sich am Montagabend sicher, dass „viele konkrete Ideen noch umschwirren in den Köpfen“ des Nachwuchses.
Da schlägt die 8a des Gymnasiums nicht allein mehr Sitzbänke vor, sondern will diese noch durch Schachbretter anziehender gestalten lassen. Nicht minder greifbar die 8c der Verbundschule: „Wir wollen bessere Buszeiten.“ Also solche, die so funktionieren, dass „man dann nicht in Kempten steht“. Und am besten auch noch günstigere. Ähnlich den 11,45 Euro für Unter-14-Jährige (statt 22,50 Euro für ältere).) Weiter der Blick der 8d der Verbundschule. Ihr „Busprojekt“ soll dafür sorgen, „dass die Jugendlichen nach München kommen“. Und zwar „ohne Umsteigen“. Wer zahlt’s? „Wir brauchen einen Sponsor“, wissen die Bus-Begeisterten und erinnern daran: „Die Volksbank hat sowas schon mal angeboten.“
Vor Ort. Einige aus der 8d der Verbundschule scheinen gar nicht so weit in die Ferne schweifen zu wollen. Sie möchten „Party“. Und zwar am 16. Oktober im Jugendhaus. Samt „DJ-Workshop“ dort. Naheliegend, dass die 8e der Verbundschule es begrüßt, wenn junge Leute schon „mit 16 im Jugendhaus mitarbeiten“ können. Etwa beim Thekendienst. Und mit „mehr Mitspracherecht“. „Wir haben auch eine Vereinsgründung überlegt“, sagt einer der Schüler. „Wir gehen mit den Ideen ein bisschen an die Ursprünge des Jugendhauses“, fasst Edmund Osterberger diese Wünsche zusammen. Also näher an jene Jahre, als das „Go in“ noch vom Nachwuchs weitgehend selbst verwaltet worden war. Räume im Jugendhaus wurden wohl jetzt schon frei für Dart-Spiele und eine Fahrradwerkstatt. Selber anpacken scheint das Motto zu sein.
Und in Bewegung kommen. Mal mit einem „E-Roller-Verleih“ – vorgeschlagen aus der 8c der Verbundschule. Mal mit „einem Basketballplatz im Stadion“, von dem einige in der a des Gymnasiums sprechen. Dort zeigt sich auch die Idee für „einen Volta-Käfig“ mit Imbiss am Sportplatz.
Den jungen Leuten mit ihren vielen Plänen will Edmund Osterberger damit helfen, dass rasch geklärt wird, „wie wir das Geld für den Achterrat verwenden können“.
„Spannender als Fernsehen“
Jugendarbeiter Matthias Hellmann denkt schon weiter: „Vielleicht stimmen ja Achterratsmitglieder bald als jüngste Gemeinderatsmitglieder mit ab.“ Dazu Bürgermeister Rainer Magenreuter: „Soweit ich’s überblicke, ist 2029 wieder Gemeinderatswahl.“ Dann mit Wahlrecht schon ab 16 – und ab diesem Alter auch mit der Möglichkeit, sich zur Wahl zu stellen. Magenreuter: „Oft sind die Gemeinderatssitzungen interessanter als das Fernsehprogramm.“
Julian Aicher
Bilder in der Galerie (gemacht von Julian Aicher)










































