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    Bürgermeisterwahl

    Alexandra Scherer sprach in der Halle von Landtechnik-Vonier in Dietmanns

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    Foto: Uli Gresser
    Bürgermeisterin Alexandra Scherer stand den Bürgern in der Halle von Tobias Vonier (links) in Dietmanns Rede und Antwort.
    veröffentlicht am: 20.03.2026
    Autor: Uli Gresser
    Lesedauer: ca. 8 Minuten

    Dietmanns – Bürgermeisterin Alexandra Scherer, die inzwischen zwei Konkurrenten um das Bürgermeisteramt bekommen hat, konnte sich über ein gesteigertes Interesse bei ihrem Wahlkampfauftritt in Dietmanns in der neuen Halle von Landtechnik-Vonier freuen, nachdem sie bei ihrem ersten Auftritt im „Torfstecher“ am 11. März vor gerade einmal 13 Zuhörern gesprochen hatte. Am 17. März in Dietmanns waren rund 70 Interessierte gekommen.

    Rund 70 Interessierte waren in die Halle von Landtechnik-Vonier gekommen, wo sich Alexandra Scherer als Wiederbewerberin um das Bürgermeisteramt vorstellte. Foto: Uli Gresser

    Alexandra Scherer eröffnete ihren Vortrag mit der Feststellung, dass die Veranstaltung ursprünglich im „Waldhorn“ hätte stattfinden sollen. Sie sei nun froh, dass man mit der neuen Halle von Vonier einen großen Veranstaltungsort gefunden habe. Denn Gewerbe und Handwerk lägen ihr sehr am Herzen.

    Zunächst stellte sie sich kurz vor. „Meine Familie steht voll hinter meiner Kandidatur“, sagte die inzwischen 54-jährige Mutter zweier erwachsenen Kinder, die mit ihrem Mann gekommen war. Die Aufgaben als Bürgermeisterin seien fordernd und anspruchsvoll. „Ich bin gerne Bürgermeisterin und schätze die Vielfalt der Ortsteile.“ Diese bildeten – Beispiel Dietmanns – eine starke wirtschaftliche Basis, wofür die Vonier’sche Halle ein gutes Beispiel sei, bei deren Erstellung viele einheimische Firmen beteiligt waren.

    „Schulden reduziert“

    Während ihrer Amtszeit sei die Verschuldung der Stadt um 3,7 Millionen Euro von 5,84 auf 2,14 Millionen reduziert worden. „Die Stadt steht finanziell so gut da wie schon lange nicht mehr.“ Mit dazu beigetragen haben etwa rund 12,8 Millionen Euro durch das ELR-Programm, die in dieser Zeit die Großgemeinde geflossen sind. Aktuell für 2026 sind es 912.000 €, die in verschiedene Projekte fließen werden. „Wirtschaftsförderung ist bei mir Chefsache und wird es auch bleiben.“ Deswegen werde sie intensiv den Tourismus fördern: Gastronomie, Handel und zum Beispiel Ferienwohnungen unterstützen. Und natürlich das Stadtbild herausputzen. Der Bauhof, der in dieser Hinsicht sehr viel mache, sei sehr gut aufgestellt.

    Zum Thema Gastronomie sagte sie, in Bad Wurzach gebe es durchaus eine Vielfalt: mehrere italienische Restaurants, der „Torfstecher“ und in den Ortschaften gutbürgerliche Küche. Sie freue sich, dass der „Torfstecher“ eine gute Entwicklung nehme. Und dass demnächst auch der „Wurzelsepp“ wiedereröffnet werde.

    Beim Kurbetrieb Entscheidungen nach der Wahl

    Ein Wermutstropfen sei natürlich die wirtschaftliche Lage des städtischen Kurbetriebs mit seinem großen Defizit, das durch die Stadt ausgeglichen werden muss. „Das geht natürlich nicht auf Dauer.“ Darüber werde sehr viel im Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung beraten, weil es eine sehr komplizierte Geschichte sei. Entscheidungen sollten erst nach der Wahl fallen, weil sie es nicht für richtig halte, auf die Schnelle Fakten zu schaffen. Falls sie wiedergewählt werde, würden danach Entscheidungen getroffen werden.

    Bauland erschlossen

    Ein großer Schwerpunkt ihrer Arbeit liege auf der Entwicklung von Bauland. In den Ortschaften und auch in der Kernstadt seien kontinuierlich Baugebiete erschlossen worden, wobei die Stadt in den meisten Fällen als Erschließungsträger aufgetreten sei, um Einfluss auf den Bauplatzpreis zu haben. Denn im Gegensatz zu privaten Erschließungsträgern sei die Stadt ja nicht gewinnorientiert.

    Kindergärten und Schulen liegen ihr sehr am Herzen. In Anwesenheit der Gemeinderäte Emina Wiest und Thomas Berle sowie der Dietmannser Ortsvorsteherin Monika Ritscher betonte sie auch, dass sie die Vereinsarbeit und das Ehrenamt ebenso wie die Seniorenarbeit weiterhin sehr stark unterstützen werde.

    Auch das Thema Durchgangsverkehr ebenso wie der ÖPNV wurde von ihr an diesem Abend angesprochen. Der ÖPNV sei Landkreissache, aber auch die Stadt müsse sich daran beteiligen. Sie wünsche sich hier neue Konzepte.

    Der Hausärztemangel bzw. die Hausarzt-Nachfolge sei ein Thema, das viele in der Stadt umtreibt. Die Stadt sei dafür eigentlich nicht zuständig, habe aber Initiativen ergriffen und werde „dranbleiben“.

    Zum Thema Breitband-Ausbau sagte die Amtsinhaberin: „Bad Wurzach ist eine der größten Ausbau-Flächen von weißen und grauen Flecken in ganz Baden-Württemberg.“ Das sogenannte Weiße-Flecken-Programm sei fast abgeschlossen (Anm. d. DBSZ-Red.: Unter den sogenannten „weißen Flecken“ versteht man Gebiete, die eine geringere Downloadrate als 30 MBit/s aufweisen; „graue“ Flecken sind besser, aber nicht gut versorgt: bis 100 MBit/s).

    Halle Seibranz, Feuerwehrhaus Eintürnen, OV Dietmanns, PV-Dächer

    Als Beispiele für den Ausbau der kommunalen Infrastruktur nannte sie die fast fertiggestellte  Mehrzweckhalle in Seibranz, das Feuerwehrhaus in Eintürnen und auch die Ortsverwaltung in Dietmanns. Die Halle an der Grundschule Bad Wurzach habe als Sanierungsfall höchste Priorität und auch die Halle in Eintürnen benötige beim Sanitärbereich und der Lüftung ein rasches Handeln. Bauhof und Kläranlage wurden modernisiert, in der Stadtverwaltung seien so gut wie alle Stellen besetzt, so dass die Abläufe wieder uneingeschränkt funktionierten.

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    Für den Klimaschutz werde viel getan: PV-Anlagen auf öffentlichen Dächern, Erdwärme in Baugebieten gehörten dazu. Auch im Bereich Hochwasserschutz sei man intensiv aktiv.

    Ihr sei auch wichtig, mit der Landwirtschaft ein gute partnerschaftliche Beziehung zu haben. Da schaue sie immer genau hin, zumal sie ja selbst von einer Landwirtschaft komme. Für deren Belange habe sie immer ein offenes Ohr.

    Das Projekt „Turm im Wurzacher Ried“ habe ihr sehr zu schaffen gemacht. Es sei ein vom Vorgänger ererbtes Projekt gewesen. Um Gräben zu überwinden, die der Kampf um den Turm habe entstehen lassen, werde sie – nach der Wahl – bewusst den Bürgerdialog einführen.

    Zur Kommunikation beim Hochwasser von 2024 sagte sie: „Die Kommunikation der Stadtverwaltung war problematisch, aber auch diejenige über die Stadtverwaltung.“ Nicht alles habe damals die Bürgermeisterin zu verantworten gehabt. „Ich hoffe, wir machen das zukünftig besser!“

    Die erste Frage, die aus der Runde der Besucher kam, war nach der Strategie, die eine Bürgermeisterin Scherer zukünftig bei Gewerbeflächen anwenden werde und wo sie noch Potential sehe. Scherer antwortete: „Das Thema ist nicht, was ich will, sondern, was das Baurecht dazu hergibt.“ Sie räumte ein, dass Bad Wurzach nicht allzu viele Möglichkeiten habe. Denn die Entwicklung eines Gewerbegebietes sei „ein wahnsinnig komplexer“ Prozess. Kämmerer Stefan Kunz kämpfe sehr darum, Möglichkeiten für kleine Betriebe zu schaffen. Und das sei auch eine politische Frage.

    Ein Vertreter des SV Dietmanns, der einige größere Projekte plant, die aber die finanziellen Möglichkeiten des Vereins stark übersteigen, fragte nach einer besseren Förderung als die üblichen 15 %. Scherer riet dazu, es bei anderen Förderprogrammen zu versuchen und suchte im Anschluss an die Veranstaltung das persönliche Gespräch mit den Verantwortlichen.

    Dietmanns habe ja jetzt zwei schöne Bushaltestellen, der Bedarf dafür sei da, die Frage sei, wie man sie besser nutzen könne, lautete eine weitere Frage. Der ÖPNV sei Sache des Landkreises, 2027 werde wieder neu ausgeschrieben. Bürger- und Rufbus seien Möglichkeiten auf ehrenamtlicher Basis.

    Auch das Thema Radwege wurde von einem Fragesteller angeschnitten. „Das Problem sind die Baulastträger, also bei Kreisstraßen der Landkreis, bei Landstraßen das Land und bei Bundesstraßen der Bund.“ Deswegen sei es auch so schwierig, entlang der Bundesstraße den Lückenschluss zwischen Truschwende und Brugg zu schaffen. Der Radweg zwischen Bad Wurzach und Dietmanns sei naturbelassen, was für den Bauhof – wie bei demjenigen nach Unterschwarzach – alljährlich viel Arbeit bedeutet.

    Ein Fragesteller bemängelte, dass die Konzeption des geplanten Bürgerdialogs wieder von einer externen Stelle erstellt werde und damit wieder Geld koste. Scherer widersprach dieser Darstellung, diese werde von einer staatlichen Stelle in Stuttgart geplant. Die Durchführung erfolge dann von der Stadt selbst. Die Teilnehmer an der Befragung würden dann per Zufallsgenerator ausgewählt, kommen also nicht aus einer „Blase“. Man wolle damit vielfältige Meinungen einholen.

    Zum Thema Breitbandausbau fragte ein Besucher, wann denn mit dem Graue-Fleckenprogramm begonnen werde. „Sobald das weiße Fleckenprogramm fertiggestellt, dokumentiert und abgenommen ist.“

    Eine weitere Frage nahm noch einmal Bezug auf die großen Projekte des örtlichen Sportvereines – ob man damit in eine Bürgersprechstunde kommen können. „Lassen Sie sich von meinem Sekretariat einen Termin geben. Dann können wir in Ruhe darüber sprechen.“ 

    „Dietmanns lebt vom Ehrenamt und liegt an der Stadtgrenze (etwa zu Rot)“, hieß es aus der Teilnehmerrunde. Daher sei es wichtig, auch in diese Richtung, etwa was Radwege angeht, weiterzudenken. Beim Rad- und Wandertag habe die Gemeinde bewiesen, dass sie „Ehrenamt“ könne, antwortete Bürgermeisterin Scherer. Ein Radweg rund ums Ried in eben diese Richtung hält sie für „eine gute Idee“.

    Im Anschluss an die offizielle Fragerunde stellte sich Alexandra Scherer noch Fragen im kleinen Kreis.
    Text und Fotos: Uli Gresser

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    Uli Gresser
    veröffentlicht am
    20.03.2026
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