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    Präsidentin und Hauptgeschäftsführer von der Handwerkskammer, Bundestagsabgeordnete

    Hoher Besuch bei der Schreinerei Reiser

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    Foto: Uli Gresser
    Die gelungene Betriebsübergabe an die dritte Generation stand im Mittelpunkt beim Besuch der Schreinerei Reiser am vergangenen Montag (9.3.). Unser Bild zeigt von links nach rechts Bürgermeisterin Alexandra Scherer, Seniorchef Hermann Reiser, Dr. Tobias Mehlich (HWK-Hauptgeschäftsführer), Felix Miller (Schreinerei / Küchenstudio Reiser), Katja Maier (HWK-Präsidentin), Ulrike Schemmel (Küchenstudio / Reiser) und MdB Agnieszka Brugger.
    veröffentlicht am: 14.03.2026
    Autor:
    Lesedauer: ca. 4 Minuten

    Bad Wurzach – Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) in Ulm, und Handwerkskammerpräsidentin Katja Maier besuchten gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Agnieszka Brugger (Bündnis 90 /Die Grünen) und der Bad Wurzacher Bürgermeisterin Alexandra Scherer den Betrieb Schreinerei / Küchenstudio Reiser in Bad Wurzach, um sich mit den Geschäftsführern Felix Miller und Ulrike Schemmel über die gesammelten Erfahrungen bei der 2025 getätigten Betriebsübergabe zu erkundigen.

    Senior-Chef Hermann Reiser freute sich, dass bei ihm die Betriebsübergabe glatt abgelaufen ist: Sein Neffe Felix Miller hatte Schreiner gelernt und sich mit dem Erwerb des Meistertitels die Qualifizierung für die Leitung des einen Betriebsteiles erworben. Reisers Tochter Ulrike wiederum ist Spezialistin für „maßgeschneiderte“ Küchen. Gemeinsam führen sie den Traditionsbetrieb, der von Hermann und Gabi Reiser 40 Jahre lang erfolgreich geleitet und ausgebaut worden war.

    Schreiner bleiben oder Büromensch werden?

    Dr. Tobias Mehlich sieht ein großes Problem auf viele Betriebe zukommen: Bei den 21.000 Betrieben der Handwerkskammer stünden innerhalb der nächsten fünf Jahre 4000 Betriebsübergaben an. Die Kammer bildet im Jahr 600 junge Meister in verschieden Branchen aus, von denen allerdings nur ein Drittel in die Betriebsführung einsteigt. Das große Problem sei die immer größer werdende Bürokratie, die viele davon abhalte, einen Betrieb zu übernehmen. „Die wollen weiterhin Schreiner sein und kein Büromensch werden.“

    Es gehe auch um nachhaltiges Wirtschaften, denn 98 % unserer Betriebe seien kleine und mittelständische Unternehmen, erklärte Dr. Mehlich. Agnieszka Brugger erklärte dazu, dass daher die EU-Regeln nicht für alle Betriebe gelten würden. Mehlich: „Daher wurde etwa beim Datenschutzbeauftragten die 20-Mitarbeitergrenze eines Betriebes eingeführt.“

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    Früher habe man einen Betrieb aufgebaut, um mit der Übergabe seine Rente abzusichern, erklärte Hermann Reiser. Bürgermeisterin Scherer ergänzte: „Es ist immer ein großes Stück Lebensqualität, wenn es mit einem Betrieb problemlos weitergeht.“ Sie habe sich daher sehr gefreut und sei sogar erstaunt, wie toll die Übergabe gelaufen ist. Dies sei auch auf die gute Vorbereitung zurückzuführen gewesen, sagte Hermann Reiser. Dr. Tobias Mehlich meinte dazu: „Wir haben die entsprechenden Institutionen dafür.“

    Drei Generationen

    Gegründet wurde die Schreinerei Reiser 1951 von Franz und Rosa Reiser in Immenried. 1956 siedelte man nach Bad Wurzach um und eröffnete in der Mühltorstraße einen Möbelhandel. 1963 wurde der Möbelhandel eingestellt und die Räumlichkeiten in der Mühltorstraße wurden als Schreinerei genutzt. 1980 erfolgte der Bau des Firmengebäudes in der Alten Straße, noch unter Gründer Franz Reiser. 1985 wurde an die zweite Generation übergeben. 2013 erfolgte die Erweiterung um das Küchenstudio. 2025 übergaben Hermann und Gabi Reiser an Felix Miller und Ulrike Schemmel, die den Traditionsbetrieb in der Rechtsform der GmbH weiterführen.

    Bei der Führung durch die Schreiner-Werkstatt sagte der HWK-Hauptgeschäftsführer, dass bei einer Übergabe oft neu gebaut werde. Bürgermeisterin Alexandra Scherer sah damit ein Thema angesprochen, das der Stadt schon lange unter den Nägeln brennt: „Wir sind an der Grenze, was eine Gewerbeerweiterung angeht.“

    Selbstverständnis

    Auf der Webseite des Betriebes finden sich folgende Sätze zur Firmenphilosophie (gekürzt): „Als Schreinerei Reiser sind wir ein klassisches familiengeführtes Unternehmen des Handwerks. Was uns seit unserer Gründung 1951 antreibt, ist die Begeisterung für den Werkstoff Holz. Unverwechselbar sind die Objekte, die wir mit unserem handwerklichen Können daraus schreinern. Wir setzen auf den bewussten und schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Das gilt für das Holzmaterial, das wir verarbeiten, ebenso wie für die Ausstattung in unserem Schreinerbetrieb. So setzen wir bei der Energiegewinnung so weit wie möglich auf Sonnenkollektoren für selbst produzierten Solarstrom.“
    Uli Gresser

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    veröffentlicht am
    14.03.2026
    Lesedauer: ca. 4 Minuten
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