Modernste Endoskopie „setzt uns die Brille auf“


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Wangen – Eine neue, hochmoderne Endoskopie stärkt die Versorgung der Patienten im Wangener Westallgäu Klinikum. Möglich wurde die Anschaffung mit einer Spende von 1,5 Millionen Euro durch die Kreissparkasse Ravensburg (KSK) an die Oberschwabenklinik (OSK). Am 31. März erfolgte die symbolische Scheckübergabe im Beisein von Landrat Harald Sievers.
Geradezu ins Schwärmen kam Prof. Dr. Martin Müller bei einer kurzen Demonstration der Technik. Laut dem Chefarzt für Innere Medizin ließen sich die Ergebnisse der Ultra-HD-Diagnostik mithilfe von Bildbearbeitung und Künstlicher Intelligenz weiter verfeinern. „Die neue Endoskopie setzt uns die Brille auf.“ Bei Magen-Darmblutungen erlaube sie „mitten in einem Meer aus Blut die Quelle rasch zu finden und sogar zu verschließen“. So würden viele aufwändige Operationen überflüssig. Die ersten Wochen hätten gezeigt, dass nur wenige, hochkomplizierte Fälle an die Elisabethenklinik in Ravensburg zu übergeben seien. Eine weitere Erleichterung sieht er im direkten Datentransport über Schnittstellen zum Informationssystem der OSK.

Chefarzt Martin Müller demonstriert eine virtuelle Magen-Darm-Endoskopie.
Insgesamt bedeutet die neue Endoskopie für den vom Uni-Klinik Ulm gekommenen Martin Müller auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit des regionalen Klinikwesens, wo bereits etliche Häuser geschlossen wurden. Wangen gewährleiste mit „tollen Teams auf allen Ebenen“ die „Medizin der Breite“. So sei im Jahr 2025 die Zahl der behandelten Notfälle um die Hälfte auf 24.000 gestiegen. Die Spezialisierung einzelner Kliniken und ihre Vernetzung vermeide teure Doppelstrukturen. „Die viel diskutierte bundesweite Krankenhaus-Reform setzen wir längst um und liefern so eine Blaupause für die Zukunft.“
Wie benutzerfreundlich eine moderne Endoskopie funktioniert, durfte der Vorstandsvorsitzende der KSK, Dr. Patrick Kuchelmeister, an einer Trainingspuppe ausprobieren. Angeleitet von Prof. Martin Müller entfernte er einen an den Bildschirmen erkannten Fremdkörper mit einer zusätzlich eingeführten Schlinge aus dem virtuellen Magen-Darm-Trakt.

KSK-Chef Patrick Kuchelmeister (rechts) darf das Endoskop ausprobieren. Chefarzt Prof. Müller assistiert bei dieser Übungsprozedur.
„Möglich-Macher“
Zuvor hatte Patrick Kuchelmeister die Rolle der KSK als „Möglich-Macher“ betont. „Nicht nur für Häuslebauer oder die Tafeln, sondern auch, um Leben zu retten in der Medizin.“ So seien in den letzten 15 Jahren insgesamt 24 Millionen Euro an die OSK geflossen, „nicht um Haushaltslöcher zu stopfen, sondern ausdrücklich für Spitzentechnik“. Nicht ohne Stolz verwies er auf die jährliche Ausschüttung von „drei bis fünf Millionen Euro“, von der insgesamt rund 400 Projekte im Kreis profitierten. Pro Einwohner gerechnet stehe die KSK Ravensburg damit an der Spitze im Land.
Das Gemeinwohl im Blick
„Sie nehmen den Gemeinwohlauftrag sehr ernst“, würdigte Landrat Harald Sievers dankbar das Wirken der KSK. „Ich gratuliere auch der Geschäftsführung der bis ins Bayrische ausstrahlenden Oberschwabenklinik für ihre guten Ideen bei der Erstellung ihrer Wunschliste.“
Auf der standen OSK-Geschäftsführer Franz Huber zufolge weitere moderne Geräte, für die es allein mit dem Investitionszuschuss des Landes von 4,8 Millionen Euro schwierig geworden wäre. Erfreut berichtete er, das Gebäude sei inzwischen im Sanierungsprogramm des Landes. Ende der 2020er-Jahre hoffe er, der hochmodernen Technik auch eine entsprechende Umgebung bieten zu können.
Text und Fotos: Ulli Stark



































