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Neues Screening soll Überlebenschancen verbessern

Lungenkrebs früher erkennen

Foto: OSK
Dr. Dominik Harzheim, Chefarzt der Klinik für Pneumologie an den Fachkliniken Wangen.
veröffentlicht am: 01.04.2026
Autor: Christian Metz, OSK
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Ravensburg – Lungenkrebs ist in Deutschland weiterhin die häufigste Krebstodesursache. Jährlich sterben rund 50.000 Menschen an der Erkrankung – häufig, weil sie erst spät erkannt wird. Ein neues Früherkennungsprogramm könnte das künftig ändern. Im Rahmen einer Fortbildung der Kreisärzteschaft Ravensburg im St. Elisabethen-Klinikum stellte Dr. Dominik Harzheim, Chefarzt der Klinik für Pneumologie an den Fachkliniken Wangen, die Teil der Waldburg-Zeil Kliniken sind, das neue Lungenkrebsscreening vor.

„Mit dem Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT haben wir erstmals die Möglichkeit, Lungenkrebs systematisch in einem frühen, oft noch heilbaren Stadium zu erkennen“, erklärt Dr. Harzheim. „Damit verlagern wir den Fokus von der bisher oft zu späten palliativen Behandlung hin zu kurativen Ansätzen und können die Überlebenschancen vieler Betroffener deutlich verbessern.“

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine spezielle Form der Computertomographie mit deutlich reduzierter Strahlenbelastung. Sie ermöglicht es, kleinste Veränderungen in der Lunge sichtbar zu machen – oft lange bevor erste Beschwerden auftreten. Gerade das ist entscheidend, denn Symptome wie anhaltender Husten oder Atemnot zeigen sich meist erst in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung.

Internationale Studien aus Europa und den USA belegen, dass regelmäßige LDCT-Untersuchungen bei Personen mit hohem Risiko die Sterblichkeit durch Lungenkrebs deutlich senken können. Der Grund: Tumoren werden häufiger in einem frühen Stadium entdeckt, in dem eine gezielte Behandlung oder sogar Heilung noch möglich ist. Ohne Screening werden viele dieser Tumoren erst erkannt, wenn die therapeutischen Möglichkeiten deutlich eingeschränkt sind.

Das geplante Screening richtet sich an langjährige Raucherinnen und Raucher im Alter von etwa 50 bis 75 Jahren – diese Gruppe hat ein sehr hohes Erkrankungsrisiko. Die Untersuchung selbst dauert nur wenige Minuten und wird unter klar definierten medizinischen Qualitätsstandards durchgeführt. Auffällige Befunde werden anschließend weiter abgeklärt, um unnötige Eingriffe zu vermeiden.

Neben der Früherkennung spielt auch die Prävention eine wichtige Rolle. Der ärztliche Kontakt im Rahmen des Screenings bietet Gelegenheit, über Rauchstopp zu sprechen. Studien zeigen, dass bereits kurze Beratungsgespräche die Wahrscheinlichkeit erhöhen, mit dem Rauchen aufzuhören – ein Schritt, der das Risiko für Lungenkrebs deutlich senkt.

Zum Abschluss des Vortrags wurde aus dem Kreis der Teilnehmenden unter anderem die kritische Frage gestellt, ob ein kostenintensives, krankenkassenfinanziertes Screeningprogramm für langjährige Raucherinnen und Raucher gerechtfertigt sei oder ob diese Mittel nicht an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten. Dr. Harzheim zeigte Verständnis für diese Zweifel, betonte jedoch, dass aus medizinischer Sicht entscheidend sei, Menschen früher diagnostizieren und behandeln zu können. Genau darin liege das große Potenzial des Screenings: Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und damit Leben zu verlängern – und in vielen Fällen zu retten.

Das Lungenkrebsscreening mittels LDCT in Deutschland soll ab April 2026 offiziell als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen starten.

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Christian Metz, OSK
veröffentlicht am
01.04.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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