Jugendgemeinderat zog erste Zwischenbilanz


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Wangen – Zehn Monate ist der aktuelle Jugendgemeinderat (JGR) inzwischen im Amt – und er hat in dieser Zeit schon eine Menge bewegt. Das jedenfalls zeigte sich bei der Zwischenbilanz in der ersten Sitzung des Jahres 2026 (war im Januar). Das Gremium mit Luzius Hölzel und Moritz Knapp als Vorsitzenden beschäftigte sich mit Sport-Events, Partys, aber auch bei gemeinsamen Projekten mit Jugendlichen aus Prato und Ebensee mit Fast Fashion. Es gab einen Spray-Workshop an der Mauer zum Buch beim Jugendhaus. Das ist erstens noch nicht alles und zweitens wird es 2026 genauso weitergehen.
Weshalb das so sein wird, formulierte der Zweite Vorsitzende Moritz Knapp in einer Präsentation: Die Jugendlichen pflegen eine gute Gemeinschaft. Sie haben Ehrgeiz in dem Sinn, dass sie etwas nachhaltig bewegen wollen. Sie vertrauen sich gegenseitig und sind in der Lage Projekte zu verteilen und zu steuern. Auch über mangelnden Zuspruch müssen sie nicht klagen, denn über ihren Kanal auf Instagram halten sie die Wangener Jugend auf dem Laufenden.
Der Skateplatz
Das große Projekt, mit dem sich Jugendgemeinderäte schon seit Längerem befassen, ist die Sanierung bzw. Neuanlage des Skateplatzes beim Jugendhaus. Er ist beliebter Treffpunkt nicht nur für Skater, sondern auch für alle anderen, die sich gern auf Rollen oder Rädern bewegen. Doch der vor rund 25 Jahren errichtete Platz ist in die Jahre gekommen, wie Martin Jörg, Fachbereichsleiter Tiefbau, in der Sitzung sagte. Er zeigte die in zwei Workshops mit Beteiligung der Nutzergruppen und Fachplaner entstandene Planung. Sie soll barrierearm zwischen Jugendhaus und Pumptrack entstehen und unterschiedliche Fahrwege und Rundkurse für Anfänger und Fortgeschrittene ermöglichen. Das Projekt ist mit 1,25 Millionen Euro veranschlagt, wobei die Stadt Wangen auf eine 75-prozentige Förderung aus dem Bundesprogramm zur Sanierung städtischer Sportstätten hofft. Sollte es so kommen, könnte im Herbst 2026 und Frühjahr 2027 gebaut werden.
Austausch mit Prato
Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres für die Jugendlichen gehört in jedem Fall der Austausch mit Jugendlichen aus und in Prato. Beim Kinderfest wurden die Freunde aus der Toskana in die deutsche Kultur eingeführt, wie schmunzelnd berichtet wurde. Bei der Prato-Reise im Oktober besuchten die Jugendlichen neben Schulen und Workshops in der Partnerstadt auch an einem Tag die berühmte Nachbarstadt Florenz. „Wir sind sehr dankbar, dass Oberbürgermeister Michael Lang, diese Ausfahrt mit uns gemacht hat“, sagte JGR-Mitglied Hannes Hölzel. Da Prato ein Zentrum der Modeindustrie in Italien ist, wurde das Thema „Fast Fashion“ aufgerufen, das auch in einem Programm der EU (CERV) in diesem Jahr weiterbearbeitet werden soll – dann auch wieder mit Beteiligung mit Jugendlichen aus Ebensee in Österreich und Prato.
Der Sprayer-Workshop
Zu den nachhaltigen Projekten gehörte auch der Sprayer-Workshop unterhalb vom Buch. Zwei Tage lang wurde die Mauer grundiert, während Moses Keller mit Kindern bis zehn Jahren Motive entwickelte, die sie dann an die Mauer sprayen konnten.
Der Wangener Jugendgemeinderat im Fernsehen
Zu den Projekten mit hohem Aufmerksamkeitswert unter anderen Jugendlichen gehörte die Weihnachtsparty im Jugendhaus an der Leutkircher Straße, die bestens besucht und zeitweilig rappelvoll war, wie Luzius Hölzel berichtete. In der Woche zuvor ging das Gremium landesweit über den SWR-Fernsehsender bei „Zur Sache Baden-Württemberg“.
Der geplante, aber leider wegen schlechten Wetters ins Wasser gefallene Volleyball-Tag unter dem Titel „Beats.Beach-Party“ soll in diesem Jahr nochmal im Sportpark angeboten werden. Er gehört – wie eine ganze Reihe anderer Themen – zum Programm des neuen Jahres, das der JGR mit Unterstützung des Leiters Team Jugendarbeit, Sven Pahl, anpacken will.
Der Jugendgemeinderat will in den Sitzungen des städtischen Gemeinderats häufiger vertreten sein. Einen ersten Schritt machten zuletzt die beiden Vorsitzenden. Auch darüber hinaus will sich das Gremium mehr politisch engagieren. Dazu dient einmal ein Weiterbildungsseminar Anfang Februar mit der Landeszentrale für politische Bildung und Oberbürgermeister Michael Lang. Im Sommer soll es eine Abgeordnetenfahrt nach Berlin mit einem spannenden, politischen Programm geben.
„Es macht Spaß“
Was heißt das für die jungen Leute? Sie verbringen viel Zeit mit den Themen des Jugendgemeinderats. Wobei die Intensität je nach Projekt und Aufgabe variieren kann. „Es gibt Tage, da sind es vielleicht 15 Minuten, an denen für den JGR etwas zu tun ist. Und dann gibt es Wochen, da sind wir mindestens zwei bis vier Stunden am Tag im Einsatz“, sagt Luzius Hölzel. Dass sie sich dabei übernehmen könnten und die Schule, die Ausbildung oder ihre Hobbys leiden könnten, sehen die Jugendlichen nicht. Außerdem: Es macht offensichtlich Spaß, Teil dieser Gemeinschaft zu sein.



































