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    Stellungnahme der Gewerkschaft NGG

    Tarifflüchtig

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    veröffentlicht am: 26.02.2026
    Autor: Michael Gutmann, NGG
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Der Tarifstreit bei der OMIRA in Ravensburg eskaliert: Die Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten (NGG) hat Arbeitskampfmaßnahmen angekündigt. Hier die Stellungnahme der NGG (ist bei uns am 25. Februar um 16.39 Uhr eingegangen):

    Die Geduld der Beschäftigten beim Milchverarbeiter OMIRA in Ravensburg ist am Ende. OMIRA hält sich seit 2017 nicht mehr an die Tarifverträge. Das hat die Belegschaft lange mitangesehen, bis viele davon NGG-Mitglieder wurden und die NGG im Sommer 2024 beauftragt haben, eine Tarifbindung dort zu verhandeln. Bis 2017 war der Betrieb tarifgebunden, doch Lactalis machte der Tarifbindung mit dem Kauf von OMIRA ein Aus. Nun, nach über eineinhalb Jahren intensiver Verhandlungen über einen neuen Entgelt-, Mantel- und Altersvorsorgetarifvertrag, hat die Arbeitgeberseite die Gespräche faktisch scheitern lassen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bereitet nun Arbeitskampfmaßnahmen vor.

    Vertrauensbruch nach 18 Monaten

    Seit rund 18 Monaten sitzen die Vertreter*innen der NGG und die Geschäftsführung der OMIRA am Verhandlungstisch. Das Ziel: Drei Tarifverträge – Faire Löhne, moderne Arbeitsbedingungen und eine zukunftssichere Altersvorsorge. Doch statt eines Abschlusses folgte nun der Schock: Die Arbeitgeberseite rückte plötzlich von dem Ziel ab, überhaupt tarifliche Regelungen festschreiben zu wollen. Nach dieser schlechten Nachricht hat die NGG-Tarifkommission die Verhandlungen für gescheitert erklärt.

    „Die Beschäftigten sind nicht nur enttäuscht, sie sind stinksauer über diese anhaltende Tarifflucht“, berichtet Michael Gutmann, Geschäftsführer der NGG-Region Ulm-Aalen/Göppingen. „Nach anderthalb Jahren konstruktiver Arbeit plötzlich zu erklären, man wolle nun doch keine Tarife mehr, ist ein beispielloser Schlag ins Gesicht der Belegschaft. Das ist ein massiver Vertrauensbruch und der wird seine Folgen haben. Vor allem, da alle Produktionsstandorte von Lactalis in Deutschland tarifgebunden sind, nur der in Ravensburg nicht! Von Fairness und Wertschätzung fehlt hier jede Spur. Das kann für den Arbeitgeber schnell noch teurer werden, als ein Tarifvertrag wäre.“

    Fokus auf Arbeitskampf

    Die Stimmung im Werk in Ravensburg ist aufgeheizt. Die Belegschaft fühlt sich von der Geschäftsführung hingehalten und nicht wertgeschätzt. Für die Beschäftigten und die NGG ist damit die Zeit der Diplomatie am Runden Tisch vorbei.

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    Da die Basis für weitere Gespräche fehlt, sieht die NGG die Verhandlungen als gescheitert an. Die Planungen für Arbeitskampfmaßnahmen laufen ab sofort auf Hochtouren. In den kommenden Tagen wird die Belegschaft über die weiteren Schritte informiert und auf die kommenden Auseinandersetzungen vorbereitet. Begleitend zu diesen Vorbereitungen werden Aktionen vor Ort stattfinden, wie Unterschriftensammlungen in der Belegschaft für die Tarifverträge.

    Yvonne Becker, Betriebsratsvorsitzende und NGG-Tarifkommissionsmitglied, stellt klar: „Wir haben alles versucht, um eine faire Lösung am Verhandlungstisch zu finden. Aber wer die Existenzgrundlage von Tarifverträgen nach 18 Monaten infrage stellt, provoziert den Konflikt. Wir bereiten jetzt alles vor, um den Druck der Kolleg*innen und aus dem Betrieb direkt auf die Straße und vor die Werkstore zu tragen. Aktionen und Arbeitskampfmaßnahmen sind in dieser Situation die einzige logische Konsequenz.“

    Wir sammeln am Donnerstag, 26. Februar, Unterschriften der Beschäftigten für die Tarifverträge im und vor dem Betrieb (beim Schichtwechsel vor dem Werkstor von ca. 12.45 bis ca. 14.15 Uhr).
    Michael Gutmann
    , Geschäftsführer NGG Ulm-Aalen/Göppingen

    Anm. d. DBSZ-Red.: Leserbriefe sind Meinungsäußerungen. Auch Stellungnahmen von Akteuren mit zielgerichteter Interessenslage – wie im vorliegenden Fall der Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten (NGG) – enthalten in aller Regel Meinungsbestandteile. Die Redaktion der Bildschirmzeitung akzeptiert ein breites Spektrum an Meinungen. Nicht veröffentlich werden extremistische, persönlichkeitsverletzende oder offensichtlich wahrheitswidrige Äußerungen.

    Die Zwischentitel stammen vom Autor, der Titel von der Redaktion der Bildschirmzeitung.

    Leserbriefe sind Meinungsäußerungen. Die Redaktion der Bildschirmzeitung akzeptiert ein breites Spektrum an Meinungen. Nicht veröffentlich werden extremistische, persönlichkeitsverletzende oder offensichtlich wahrheitswidrige Äußerungen.

    Bevorzugt veröffentlichen wir Leserbriefe zu lokalen und regionalen Themen. Aber auch Äußerungen zu allgemeinen Themen, die die hiesige Leserschaft bewegen, werden gerne entgegengenommen
    Einsendungen bitte per E-Mail an: redaktion@diebildschirmzeitung.de
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    Michael Gutmann, NGG
    veröffentlicht am
    26.02.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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