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Bad Wurzach – Hummeln können eigentlich gar nicht fliegen. Das wurde ihnen zumindest langen Zeit nachgesagt. Inzwischen ist der als Hummel-Paradoxon bekannte Mythos allerdings widerlegt. Es handelte sich schlichtweg um einen Rechenfehler, da die im Verhältnis zur Körpergröße der Hummel sehr kleinen Flügel fälschlicherweise als steif angesehen wurden.
Heute weiß man, dass Hummeln extrem schnelle, kreisförmige Flügelbewegungen vollführen. Die dadurch entstehenden Luftwirbel erzeugen einen Unterdruck, der die Tiere in die Luft hebt. Somit können Hummeln auch nach physikalischen Gesetzen ganz unbesorgt weiterfliegen. Das tun sie auch, und zwar als eine der ersten Insekten, die nach dem Winter beobachtet werden können. Insbesondere die dicken Erdhummeln zählen zu den ersten Frühlingsboten der Tierwelt. Es sind die Jungköniginnen, die im Vorjahr geschlüpft sind und die kalte Jahreszeit an einem geschützten Ort überdauert haben. Nun sind sie auf der Suche nach Blütennektar. Dabei sind sie auch bei Temperaturen unterwegs, bei denen die Honigbiene noch lange nicht ihren Bienenstock verlässt. Ein dichter Haarpelz, der den gesamten Hummelkörper umgibt, sowie starkes Zittern mit der kräftigen Flugmuskulatur sorgen für die nötige Wärme im Hummelkörper.
Bald schon beginnen die jungen Hummelköniginnen mit der Suche nach einem geeigneten Platz für ihr Nest. Zunächst müssen sie alle Arbeiten alleine erledigen: Waben bauen, Eier legen, Larven füttern. Erst nachdem die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, übernehmen diese die Aufgaben im Hummelvolk. Die Königin verlässt das Nest nun nicht mehr, sondern beschränkt sich auf das Eierlegen. Im Herbst stirbt dann das gesamte Hummelvolk ab. Nur eine neue Generation Jungköniginnen überlebt, die im folgenden Jahr die neuen Hummelvölker gründet.
Hummeln benötigen im Laufe einer Saison viel Nektar. Um diesen auch in tiefen Blüten zu erreichen, haben die Tiere eine besonders lange Zunge. Und einen besonderen Trick: Blüten mit schmalem Eingang, durch den der große Hummelkörper nicht hindurch passt, werden kurzerhand von hinten aufgebissen. Ansonsten sind Hummeln aber äußerst friedliche Wesen. Sie haben zwar einen Giftstachel, stechen aber nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder eingeklemmt werden. Sieht eine Hummel einen möglichen Angreifer nahen, so streckt sie ein oder zwei Beine in die Höhe und signalisiert, dass sie abwehrbereit ist. Wenn man dieses Signal beachtet, kann man Hummeln auch aus nächster Nähe unbesorgt beobachten. Und wenn Sie schon einmal so nah dran sind an einer Hummel: Machen Sie gerne ein Foto und schicken es an naturschutzzentrum@wurzacher-ried.de. Wir veröffentlichen es im Rahmen unserer aktuellen Hummelausstellung im Gewölbegang von Maria Rosengarten. Viel Spaß.































